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Ich bin die Andere

Deutschland, 2006
Drama, 100 Minuten, FSK: 12

Originaltitel
Ich bin die Andere

Kino-Start
05.10.2006

Regie
Margarethe von Trotta

Darsteller
Katja Riemann (Carolin Winter), August Diehl (Robert Fabry), Armin Mueller-Stahl (Karl Winter), Bernadette Heerwagen (Britta), Peter Lerchbaumer (Dr. Maiser), Barbara Auer (Fräulein Schäfer), Karin Dor (Frau Winter), Dieter Laser (Bruno)
Ich bin die Andere - Kinoplakat
Peter Märthesheimer hat sich als Produzent und Drehbuchautor von Fassbinder einen Namen gemacht, etwa mit "Die Ehe der Maria Braun", "Lola" oder "Die Sehnsucht der Veronika Voss". "Ich bin die Andere", sein erster und einziger Roman, den er kurz vor seinem Tod 2004 fertigstellte, wurde von Margarethe von Trotta verfilmt, die ebenfalls mit Fassbinder gearbeitet hatte.

Robert Fabry (August Diehl) ist erfolgreicher Ingenieur und lebt mit Freundin Britta (Bernadette Heerwagen) in einem schnieken Haus am Starnberger See. Eine Geschäftsreise führt ihn nach Frankfurt, und in der Lobby des Hotels wird er Zeuge, wie der Portier eine mit blonder Perücke und rotem Kleid aufgedonnerte Frau hinauskomplimentieren will.

Robert begrüßt die Dame wie eine Bekannte und nimmt "Alice" mit auf sein Zimmer. Er hält sie für eine Prostituierte und verbringt die Nacht mit ihr. Doch am nächsten Morgen verlässt Carlotta (Katja Riemann) das Hotelzimmer, ohne die ihr zugedachte Entlohnung mitzunehmen.

Robert fährt zu seinem vereinbarten Termin bei Anwalt Dr. Maiser (Peter Lerchbaumer). Er staunt nicht schlecht, als er der Sachbearbeiterin für seinen Fall begegnet: Es ist dieselbe Frau, die er noch in der Nacht beglückt hatte.

Kühl stellt sie sich ihm jedoch als Dr. Carolin Winter vor und geht auch nicht auf seine Anspielungen auf das kürzliche Liebesspiel ein. Dennoch gelingt es Robert, die faszinierende Frau zum Abendessen einzuladen. Doch auch beim Dinieren gibt sich Carolin aka Carlotta unnahbar, und auf seinen eindeutigen Annäherungsversuch reagiert sie ensetzt und läuft weg.

Wieder zuhause in Starnberg, kann Robert seine Gedanken nicht von Carolin abwenden. Er ist von der rätselhaften Frau magisch angezogen und spürt sie im Rheingau auf, wo ihr Vater Karl (Armin Mueller-Stahl) ein Weingut hat. Carolin begrüßt ihn freudig wie einen alten Bekannten. Robert findet scheinbar freundliche Aufnahme in der Familie Winter, doch das Abendessen findet in gespannter Atmosphäre statt.

Hausdame Fräulein Schäfer (Barbara Auer) trägt aus, und während der an den Rollstuhl gefesselte Vater versucht, Robert zu provozieren, drängt ihm seine dem Wein deutlich zugesprochene Frau (Karin Dor) ihre Tochter nahezu auf. Als die Stimmung beim Nullpunkt gelandet ist, verlässt der Gast das Haus und nimmt sich an der nahen Raststätte ein Zimmer.

Fabry spült seinen Frust in der Gaststube hinunter, als plötzlich Carlotta im roten Kleid zur Tür hereinkommt und ihn ungeniert anmacht. Er spielt mit, sie landen wieder im Bett, doch diesmal kommt passiert die Metamorphose vor seinen Augen: Nach dem Liebesspiel offenbart sie ihm den Grund für ihr merkwürdiges Verhalten:

In Wahrheit sei sie die Geliebte von Karl, der sie mit 15 in einer Kneipe in Casablanca aufgegabelt und als Kindermädchen engagiert hätte, während seine Frau sich mit Gutsverwalter Bruno (Dieter Laser) verlustierte. Dennoch will Robert nicht von Carolin lassen. Er verlässt Britta und macht der Geliebten einen Heiratsantrag. Doch er ahnt nicht worauf er sich damit einlässt...



Film-Inhalt  


Woman in Red: Robert Fabry (August Diehl) ist fasziniert von Carlotta (Katja Riemann)
Woman in Red: Robert Fabry (August Diehl) ist fasziniert von Carlotta (Katja Riemann)


  Margarethe von Trotta über die
Entstehung des Filmprojekts


Mag keine Nebenbuhler: Vater Karl Winter (Armin Mueller-Stahl)
Mag keine Nebenbuhler: Vater Karl Winter (Armin Mueller-Stahl)

"Meistens schreib ich ja meine Drehbücher selber, und dann geh ich zu Produzenten, oder sie fragen mich: 'Hast Du irgendwas?', und dann leg ich das vor. Diesmal ist es mir sozusagen vorgelegt worden, angeboten worden.

Mein erster Grund war eigentlich, ja, Peter Märthesheimer, und Pea Fröhlich natürlich, das wollte ich schon lange, mit denen mal was machen. Dann hat mir das Drehbuch gefallen, die Geschichte, auch weil sie so ganz anders ist, als was ich bisher gemacht hab. Ich hab zwar immer Frauenfiguren gehabt, aber so eine - meistens brauch ich drei Frauen, also wirklich auch drei verschiedene Schauspielerinnen, um vielleicht eine Frau darzustellen. Das sind dann sozusagen die Emanationen einer Frau nach außen. Und hier plötzlich hab ich drei Frauen, aber in einer.

Also zwei Hauptpersonen sozusagen, die eine eben Anwältin bei Tag, eine sehr effiziente, sehr gute, sehr intelligente, durchsetzungsfähige Person, und in der Nacht, manchmal, verwandelt sie sich eben in eine Hure, ohne dass sie aber weiß - also die beiden Personen wissen nichts voneinander.

Hier war das eben doch für sie eine unglaubliche Herausforderung. Das sind ja eigentlich alles Figuren, die sie nicht unbedingt als Katja Riemann kennt. Die musste sie also wirklich entwickeln, und musste sich ganz genau überlegen, und wir haben uns zusammen überlegt: Wie sieht die einzelne Person aus."



"Ich liebe Margarethe von Trotta, ich verehre sie, und es war bei diesem Film nochmal dadurch, dass sie ja aufgebaut haben auf ner gemeinsamen Arbeit, ist die Chemie doch noch reifer geworden. Und es geht ja darum: Wir sprechen ja permanent über abstrakte Dinge. Über Emotion, über Situation, über Charakter, über Gedanken. Das heißt, wenn man nicht begreift, was jemand mir sagt, es übersetzt für sich, um es umzusetzen, zu verwandeln in einen schauspielerischen Vorgang, ist man natürlich verraten und verkauft. Darum bin ich ja immer sehr für Kontinuität zwischen Regie und Schauspiel.

Also klar muss man ne Geschichte irgendwie stringent erzählen, und schlüssig und so weiter, und wir müssen ganz viel darüber wissen, auch wenn wir das nicht immer alles ausbreiten oder so. Aber gewisse Dinge nicht zu entmystifizieren oder zu entgeheimnissen, find ich eigentlich ganz gut, weil dann natürlich, in dem Moment, wo Du etwas betrachtest, es ja auch mit Dir macht und Deine Phantasie, also jede einzelne Phantasie, irgendwo anders dann hingeht. Erstmal ist es, würde ich sagen, Faszination oder Obsession und auch sexuelle Attraktion, die sich dann irgendwann verwandelt, wenn er die Fragilität dahinter sieht, hinter dieser Frau.

Also die haben ja alle ne gesunde multiple Persönlichkeit, sozusagen. Gesund in dem Sinne, dass man sich in Situationen wiederfindet, wo so ein schlechtes Lenor-Gewissen aus einem heraustritt und sagt: 'Och Mensch, och Katja, nee, das muss jetzt... komm, reicht, lass.' Also das heißt, man weiß davon, und das ist ja ganz wichtig, für Schauspieler ist es ja quasi unsere Palette, unsere Farbpalette, aus der wir uns dann im besten Fall bedienen können."



Katja Riemann über den Film  


Affäre im Weinberg: Bruno (Dieter Laser) und Frau Winter (Karin Dor)
Affäre im Weinberg: Bruno (Dieter Laser) und Frau Winter (Karin Dor)
► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Ich bin die Andere" in der Regie von Margarethe von Trotta liefen am 05.10.2006 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Wholetrain
Drama, Deutschland, 2006

Thumbsucker
Tragikomödie, USA, 2005

Step Up
Drama, USA, 2006

Lapislazuli - Im Auge des Bären
Abenteuer, Deutschland, Österreich, Luxemburg, 2006

Kiriku und die wilden Tiere
Zeichentrick, Frankreich, 2005

Glück in kleinen Dosen
Tragikomödie, USA, Deutschland, 2005

Deutschland. Ein Sommermärchen
Dokumentation, Deutschland, 2006

Der tierisch verrückte Bauernhof
Familien-Animation, USA, 2006

Black Dahlia
Mystery-Thriller, USA, 2006



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