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Immer nie am Meer

Österreich, 2007
Psycho-Groteske, 88 Minuten

Originaltitel
Immer nie am Meer

Kino-Start
04.10.2007

Regie
Antonin Svoboda

Darsteller
Christoph Grissemann (Anzengruber), Dirk Stermann (Baisch), Heinz Strunk (Schwanenmeister), Philip Bialkowski (Toni), Eva Maria Neubauer (Geherin), Markus Hering (Heimleiter), Gabriele Heckel (Baischs Frau), Silke Jandl, Bernhard Majcen (Gäste Weinlese), Marion Dimali (Apothekerin), Christopher Schärf (Barkeeper), Alexander Rieder (Mann an der Bar), Markus Schleinzer (Mathias)
Immer nie am Meer - Kinoplakat
Mit dem Drama "Die Fetten Jahre sind vorbei" von 2004 hatte der gebürtige Wiener Antonin Svoboda als Produzent den Deutschen Filmpreis in Silber erhalten. Bei der Tragikomödie "Immer nie am Meer" produzierte er ebenfalls wieder für die Produktionsfirma Coop 99, war für die Regie zuständig und gehörte zum fünfköpfigen Autorenteam, das sich die skurrile Geschichte ausgedacht hat.

Nachts, in einer einsamen Gegend irgendwo in Niederösterreich: Der Geschichtsprofessor Baisch (Dirk Stermann) war auf einer Familienfeier und befindet sich auf der Heimfahrt. Neben ihm im Mercedes-Coupé sitzt Anzengruber (Christoph Grissemann), der Bruder von Baischs Frau (Gabriele Heckel). Mitten im Wald stoßen sie auf den Alleinunterhalter Schwanenmeister (Heinz Strunk), der mit seinem Auto beim Ausweichen einer vor ihm aufgetauchten Geherin (Eva Maria Neubauer) in den Straßengraben geraten ist.

Da die drei den Wagen nicht wieder flott kriegen, nehmen die beiden den Havarierte mit und setzen ihre Fahrt fort. Doch kurz darauf läuft ihnen die besagte Freizeitsportlerin ebenfalls plötzlich über den Weg, Baisch reißt das Steuer herum, das Fahrzeug rast in den Wald und kommt kurz darauf zum stehen - eingekeilt zwischen zwei Baumstämmen.

Das Auto hat der stolze Besitzer Baisch vor kurzem aus dem Nachlass des verstorbenen österreichischen Bundespräsidenten Kurt Waldheim erworben, und das wird ihnen nun zum Verhängnis: Fensterheber und Schiebedach sind defekt, und da sämtliche Fenster aus Panzerglas bestehen, können die Männer diese auch nicht einschlagen.

So bleibt für die unglücklich verunglückten nur die Hoffnung, dass irgendjemand sie in ihrer misslichen Lage entdeckt. Derweil machen sie das Beste aus der im wahrsten Sinne des Wortes verfahrenen Situation, köpfen ein paar Flaschen des Prosecco und vertilgen den Heringsalat, beides Überbleibsel der Party. Dazu versucht Schwanenmeister mit seinem Akkordeon die Stimmung zu heben.

Doch langsam, aber sicher gehen sich die drei unterschiedlichen Männer gegenseitig auf die Nerven. So beginnen die im Auto Gefangenen durchzudrehen, bis Hilfe in Aussicht scheint: Der kleine Toni (Philip Bialowski), der in einem Ferienheim in der Nähe während des Urlaubs untergebracht ist, findet das verunglückte Auto. Doch er denkt gar nicht daran, schnellstmöglich Hilfe zu holen...



Film-Inhalt  


Schwanenmeister (Heinz Strunk) in seinem Element
Schwanenmeister (Heinz Strunk) in seinem Element


  Hintergrund


Das unfreiwillige Waldheim dreier Männer
Das unfreiwillige Waldheim dreier Männer

Als eingespieltes Team auf der Bühne, vor Mikrofon und Kamera musste Regisseur die beiden Darsteller Christoph Grissemann und Dirk Stermann bei der Inszenierung von "Immer nie am Meer" des öfteren einbremsen. "Die waren nicht gewohnt, so minimal zu arbeiten", erläutert Antonin Svoboda. "Besonders der Christoph hat eine irrsinnige Präsenz, indem er einfach nur da ist. Und wie die beiden gewohnt sind, einfach nur zu sein, das reicht eigentlich schon."

Allerdings erforderte es nicht nur von den beiden einige Geduld, für zusammengerechnet dreieinhalb Wochen im Auto eingepfercht zu sein, jederzeit bereit für die Kamera, und das am Tag und auch nachts. "Ich glaube, wenn die beiden, und natürlich auch Heinz Strunk, nicht so gut befreundet wären", bemerkt Svoboda, "hätte das schnell in einer Katastrophe enden können."

Die an das Radio gewohnten Schauspieler mussten sich zudem erst an die Gegebenheiten am Filmset gewöhnen: "Da darfst du dich keinen Zentimeter bewegen", beschreibt Grissemann, "schon bist du wieder aus dem Licht raus. Wir haben uns bemüht - aus Angst vor Peinlichkeit - so wenig wie möglich zu tun."

Dabei war dem Filmteam das Wetter hold; erst am letzten Tag regnete es wie aus Kübeln, sodass das Set fast im Schlamm versank. Dafür zog vorher das warme Frühsommerwetter - gedreht wurde im Mai und Juni 2006 - die Insekten an. "Das Auto stand fünf Wochen im Wald. Das war voller Viecher", konstatiert Grissemann. "Wir haben uns dauernd Zecken rausgedreht. Es war schon hart."



Am Drehbuch von "Immer nie am Meer" haben fünf Autoren gearbeitet. Der Titel bezieht sich auf ein Buch der beiden Humoristen Dirk Stermann und Christoph Grissemann, die im Film die streitbaren Schwäger spielen. Dabei handelt es sich um eine Textsammlung, die allerdings inhaltlich wenig mit dem Film zu tun hat.

Das Kabarettistenduo ist speziell dem österreichischen Publikum seit der Radiosendung "Salon Helga" bekannt, ebenso als langjährige Kommentatoren für den Eurovision Song Contest. Sie hatten bereits das Drehbuch für die Abschlussarbeit von Antonin Svoboda an der Filmakademie geschrieben und waren daran als Darsteller beteiligt.

Der Kommentar der Tageszeitung "Kurier" damals: "Für einen Kurzfilm erstaunliche Längen". Die Grundidee zu "Immer nie am Meer", nämlich drei Männer, eingeschlossen in einem Auto, wurde von Heinz Strunk zu einem Exposé ausgearbeitet. Das Drehbuch und die Dialoge wurden dann von allen Verfassern gemeinsam geschrieben. Insgesamt drei Jahre dauerte es, bis die endgültige Fassung des Filmskripts vorlag.



Das Drehbuch  


Noch herrscht gute Laune: Anzengruber (Christoph Grissemann), Schwanenmeister und Baisch (Dirk Stermann)
Noch herrscht gute Laune: Anzengruber (Christoph Grissemann), Schwanenmeister und Baisch (Dirk Stermann)

  Schwanenmeister


Baisch fühlt sich als Laborratte
Baisch fühlt sich als Laborratte

Heinz Strunk, der im Film den Kleinkünstler Schwanenmeister spielt, ist im wirklichen Leben ebenfalls Künstler, allerdings ein sehr vielseitiger. Als Mathias Halfpape am 17. Mai in Hamburg-Harburg geboren, hatte er nach dem Besuch des Gymnasiums Musik studiert und hat für namhafte Künstler wie Howard Carpendale, Die Ärzte und Fettes Brot komponiert.

Seit 1992 tritt er als Musiker unter dem Künstlernamen Heinz Strunk auf, betätigte sich als Humorist, Autor, Schauspieler und Moderator. So gestaltete er eine Rubrik in der "Wochenshow" bei Sat.1, spielte in TV-Serien wie "Großstadtrevier" mit und ging mit Charlotte Roche auf Lesetournee, wo die beiden aus einer Doktorarbeit über "Penisverletzungen bei Masturbation mit Staubsaugern" vortragen.

2004 erschien Strunks autobiografisch geprägter Roman "Fleisch ist mein Gemüse", in dem seine eigenen Erlebnisse bei der Tanzkapelle "Tiffanys" verarbeitet wurden, mit denen er eine Zeit lang durch das Land tingelte. Das Buch war die Vorlage für einen von der Universal produzierten Kinofilm.



► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "Immer nie am Meer" in der Regie von Antonin Svoboda liefen am 04.10.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Superbad
Komödie, USA, 2007

Still Life
Liebesdrama, China, 2006

Stellungswechsel
Komödie, Deutschland, 2007

Ratatouille - Rattenscharf serviert
Animation, USA, 2006

Prinzessin
Drama, Deutschland, 2006

Planet Terror
SciFi-Horror, USA, 2007

Monks - The Transatlantic Feedback
Musik-Dokumentation, Deutschland, USA, Spanien, 2006

Lady Chatterley
Liebesdrama, Frankreich, 2006

Geliebte Jane
Romantik-Drama, Irland, 2007

Anderland
Drama, Norwegen, 2006

Ebenfalls im Kino 




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