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Inland Empire

USA, Polen, Frankreich, 2006
Mystery-Drama, 172 Minuten

Originaltitel
Inland Empire

Kino-Start
26.04.2007

Regie
David Lynch

Darsteller
Laura Dern (Nikki Grace), Jeremy Irons (Kingsley Stewart), Justin Theroux (Devon Berk), Harry Dean Stanton (Freddie Howard), Peter J. Lucas (Piotrek Krol), Jan Hencz (Janek), Krzysztof Majchrzak (Phantom), Diane Ladd (Marilyn Levens), Julia Ormond (Doris Side), Ian Abercrombie (Butler Henry), Karen Baird (Servant), Bellina Logan (Linda), Amanda Foreman (Tracy)
Inland Empire - Kinoplakat
David Lynch ist ein Meister des Mysteriösen. Das zeigt das Mystery-Drama "Inland Empire", in dem Laura Dern, seine Muse aus "Blue Velvet" und "Wild at Heart" in ein Netz aus surrealen Phantasien und einem Fluch aus der Vergangenheit gerät. Weltpremiere hatte das Werk bei den Filmfestspielen von Venedig, wo Lynch auch den Future Film Festival Digital Award erhielt.

Die Filmschauspielerin Nikki Grace (Laura Dern) erhält einen Anruf ihres Managers (Jason Weinberg). Sie soll der Star in "On High in Blue Tomorrows", dem neuen Film von Hollywoodregisseur Kingsley Stewart (Jeremy Irons) werden, ihre bislang größte Rolle.

Alle Beteiligten freuen sich auf das erste Treffen. Man geht schon mal das Drehbuch durch, auch Nickis Filmpartner Devon Berk (Justin Theroux) ist dabei und Freddie Howard (Harry Dean Stanton), Stewarts Assistent.

Bei der Gelegenheit erfahren die Mimen, dass der Film, für den sie engagiert wurden, das Remake eines Filmes ist, der nie zur Vollendung gelangt ist. Bevor "47", so der Titel des polnischen Originals, im Kasten war, kamen beide Hauptdarsteller auf tragische Weise ums Leben.

Ungeachtet dessen läuft der Dreh an. Zwischen den beiden Filmfiguren Susan Blue (Laura Dern) und Billy Side (Justin Theroux) entspinnt sich eine Liebesbeziehung, und auch zwischen deren Darstellern beginnt es zu funken.

Allmählich entwickeln sich zwischen den realen Personen und den Rollen, zwischen Wirklichkeit und Fiktion erschreckende Parallelen. Die unterschiede verwischen langsam, und die Schauspielerin Nikki verschmilzt mit ihrer Figur Susan...

Diese berichtet ihrem Mann Piotrek (Peter J. Lucas) von ihrer Schwangerschaft. Da er selbst zeugungsunfähig ist, verprügelt er Susan. Nachdem sie einem Zirkus, der mit Prostituierten Geschäfte betreibt, auf die Spur gekommen ist, wird sie mit einem Schraubenzieher erstochen - daraufhin fällt die Klappe zur letzten Szene des Films...



Film-Inhalt  


Laura Dern als Nikki Grace als Susan Blue
Laura Dern als Nikki Grace als Susan Blue


  Hintergrund


Regisseur Kingsley Stewart (Jeremy Irons)
Regisseur Kingsley Stewart (Jeremy Irons)

Mit einem Camcorder vom Typ Sony DSR-PD150 begann die Entstehungsgeschichte von "Inland Empire". Drehbuchautor und Regisseur David Lynch hatte das von ihm selbst so bezeichnete Spielzeug für Experimente genutzt, weil er das herkömmliche Filmmaterial umgehen wollte, da dieses bei allen möglichen Arbeitsvorgängen beim Drehen zu lästigen Wartezeiten führt.

Zunächst hatte Lynch eine surreale Sitcom über eine Familie von riesigen Hasen gedreht. Als er das Filmfestival in Lodz besucht hatte, suchte er sich ein altes Fabrikgebäude in Polen aus, um mit einheimischen Darstellern eine Szene zu drehen, die er bei der Anreise entwickelt hatte. Ursprünglich für seine eigene Homepage gedacht, verwandte er das Material mit weiteren Szenen, die er mit Laura Dern drehte, zu diesem ungewöhnlichen, sehr surrealistischen Werk.

Das Drehbuch zu "Inland Empire" entstand nicht in der klassischen Systematik, sondern wurde unmittelbar vor den jeweiligen Szenen fortgeschrieben. Dabei war das Projekt ursprünglich nicht als Kinofilm geplant. So wurde dieser Independent-Film auch nicht über eines der üblichen Studios vermarktet, sondern Lynch übernahm diesen Job kurzerhand selbst.



David Lynch ist ein sehr vielseitiger Mensch, nicht nur als Künstler, sondern auch auf anderen Gebieten. Neben seinen vielfältigten Tätigkeiten im Filmbereich engagiert er sich unter anderem als Amateur-Meteorologe. Auf seiner Homepage www.davidlynch.com kann man - neben Werbung für seine diversen Produkte, darunter auch Klingeltöne von "Eraserhead" und Kaffee - die aktuellen Wetterdaten seines Wohnortes Los Angeles einsehen.

Am 20. Januar 1946 in Missoula, Montana, geboren, zog seine Familie quer durch die USA, wo sein Vater an verschiedenen Forschungsprojekten beteiligt war. Lynch absolvierte die School of the Museum of Fine Arts in Boston. Bereits mit 20 drehte er seinen ersten Film. Mit dem Mystery-Drama "Eraserhead" (1977) begründete Lynch seinen Kultstatus, es folgte mit "The Elephant Man" (1980) sein kommerzieller Durchbruch. Der nächste Film "Dune - der Wüstenplanet" (1984) war zwar ein finanzielles Desaster, erlangte aber immer mehr Kultstatus.

Spätestens mit dem verstörenden Meisterwerk "Blue Velvet" reihte David Lynch sich in die Riege der Topregisseure Hollywoods ein. Weitere bemerkenswerte Meilensteine seiner Karriere waren die von ihm geschaffene Serie "Twin Peaks" von 1990, der bizarre Thriller "Lost Highway" (1997) und "Mulholland Drive" (2001).

Auch bei "Inland Empire" kommt Lynchs Vielseitigkeit zum Tragen: So hat er nicht nur das Drehbuch geschrieben und Regie geführt, sondern auch produziert, die Kamera bedient, den Film geschnitten und die Tongestaltung besorgt.



David Lynch  


Nikki mit Devon Berk (Justin Theroux) am Set
Nikki mit Devon Berk (Justin Theroux) am Set
► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Inland Empire" in der Regie von David Lynch liefen am 26.04.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Valerie
Drama, Deutschland, 2006

The Marine
Actionthriller, USA, 2006

Pars: Operation Kirsche
Thriller, Türkei, 2007

Little Children
Kriminal-Drama, USA, 2006

Lieben und Lassen
Liebeskomödie, USA, 2006

Dol - Tal der Trommeln
Drama, Deutschland, Irak, Frankreich, 2007

Die Hochstapler
Dokumentation, Deutschland, 2007

Der Fluch der goldenen Blume
Action, China (Hongkong), 2006



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