KINO

morgen

Film-Suche:

HomeKINO
vorschau
KINO
podcast
Kino 2006 I Kino 2006 II Kino 2006 III Kino 2006 IV Kino 2007 I Kino 2007 II Kino 2007 III Kino 2007 IV


Irina Palm

England, 2007
Drama, 103 Minuten, FSK: 12

Originaltitel
Irina Palm

Kino-Start
14.06.2007

Regie
Sam Garbarski

Darsteller
Marianne Faithfull (Irina Palm), Miki Manojlovic (Mikky), Kevin Bishop (Tom), Siobhan Hewlett (Sarah), Dorka Gryllus (Luisa), Jenny Agutter (Jane), Corey Burke (Ollie)
Irina Palm - Kinoplakat
"Irina Palm" ist der zweite abendfüllende Spielfilm des in Belgien lebenden, deutschstämmigen Regisseurs Sam Garbarski. Er erzählt die Geschichte einer ebenso junggebliebenen wie resoluten Oma, die - um das Geld für eine dringend notwendige medizinische Behandlung ihres Enkels zusammenzubekommen - im Londoner Rotlichtviertel unter eben dem Künstlernamen "Irina Palm" unerschrocken echte Handarbeit an den Mann bringt.

Tom (Kevin Bishop) und Sarah (Siobhán Hewlett) sind verzweifelt: Ihr Sohn Ollie (Corey Burke) ist schwer krank, und seine Behandlung übersetigt bei weitem die finanziellen Möglichkeiten des jungen Londoner Ehepaares.

Auch die Ersparnisse von Oma Maggie (Marianne Faithfull) sind bald aufgebraucht. Was die Witwe braucht, um ihren Enkel zu retten, ist offensichtlich ein Job, doch ihre Versuche, eine Anstellung zu finden, bleiben zunächst vergeblich.

Zufällig entdeckt sie mitten im Rotlichtviertel von London ein Etablissement, in dem eine "Hostess" gesucht wird. Die naive Maggie hat nicht wirklich eine Ahnung, worum bei dieser Stellenausschreibung geht, und auch Miki (Miki Manojlovic), der zwielichte Besitzer des "Sexy World" - so der Name der Rotlichtbar - hat so seine Zweifel, gibt ihr aber eine Chance.

Die schüchterne Maggie hat es anfangs nicht leicht, doch ihre "Kollegin" Luisa (Dorka Gryllus) weiht sie amüsiert in die neue Tätigkeit ein, und zwischen den beiden Frauen entwickelt sich schnell eine tiefe Freundschaft. Wider aller Erwartungen hat Maggie größten Erfolg, wenn es darum geht "Hand anzulegen" - im wörtlichen Sinne, nämlich an das Beste Stück der männlichen Barbesucher.

Schnell steigt sie zum Star des Ladens auf, und die Männer stehen Schlange, um sich von "Irina Palm" - so ihr Künstlername, wobei "Palm" auf Deutsch "Handfläche" heißt - bedienen zu lassen. Maggies eher bürgerliche Freundinnen betrachten die Erzählungen über ihren neuen Job mit einer Mischung aus Ekel und offener Bewunderung.

Und so wendet sich alles zum Guten: Dank ihrer hervorragenden Handarbeit verdient Maggie so viel wie nie zuvor, und auch ihr privates Glück findet eine überraschende Wendung...



Film-Inhalt  


"Irina Palm" alias Maggie (Marianne Faithfull)


  Hintergrund


Maggie (Marianne Faithfull) am Bett ihres kranken Enkels OLyy (Corey Burke)
Maggie (Marianne Faithfull) am Bett ihres kranken Enkels OLyy (Corey Burke)

Sam Garbarski, der schon länger mit Philippe Blasband befreundet ist, war von dessen Grundidee sehr angetan. Allerdings war es nicht einfach, eine derart heikle Thematik an den Mann zu bringen und die Finanzierung sicherzustellen. So war das Drehbuch zu "Irina Palm" schon fertiggestellt, bevor die beiden gemeinsam "Der Tango der Rashevskis" (2003) gedreht hatten.

"Es ist immer dasselbe: Alle sind auf der Suche nach einem originellen Drehbuch, aber wenn jemand tatsächlich mal eine gute Idee hat, dann bekommen sie plötzlich kalte Füße", erläutert Sam Garbarski die Zurückhaltung der Filmemacher. Nachdem er das Buch dem Produzenten Sébastien Delloye vorgestellt hatte, machte dieser den Vorschlag, den Film in England zu drehen.

Das Autorenduo erklärte sich dazu bereit, den Stoff den neuen Bedingungen entsprechend umzuschreiben. Dabei half ihnen der englische Drehbuchautor Martin Herron, der auch einige neue Einfälle zu der Geschichte beitrug.



Der Schauplatz London schien sich zu einem Glücksfall zu entwickeln. Zum einen ergänzte der gesundheitspolitische Hintergrund in Großbritannien den tragischen Strang um den erkrankten Jungen: "In England kann dich eine Krankheit, deren Kosten nicht von der Krankenkasse übernommen werden, tatsächlich in drei bis vier Monaten ruinieren", so Garbarski. "England ist also das Land, in dem Maggies Geschichte geboren werden musste."

Ein weiterer Vorzug war die große Auswahl an potentiellen Lokalitäten für Maggies neuen Arbeitsplatz im Rotlichtmilieu von London. Bei ihren Touren durch die Vergnügungsviertel auf der Suche nach in Betracht kommenden Etablissements machten die beiden Autoren halt vor einem Sexclub, als sie auf einen Freund Delloyes trafen. Dass die beiden dienstlich unterwegs waren, kaufte ihnen dieser allerdings nicht ab.

Die beiden klapperten die in die Vorauswahl gekommenen Lokale ab, zusammen mit Szenenbildnerin Véronique Sacrez, die zu diesem Zweck eine Fotokamera bei sich hatte. Damit machte sie heimlich Fotos, anhand derer sie schließlich entscheiden wollten, wo letztendlich die Szenen im Lokal gedreht werden sollten. Dabei wurden sie einmal von der Besitzerin erwischt und mussten hastig die Flucht ergreifen - in der Szene ist man halt auf Diskretion bedacht.



Britain rules  


Miki (Miki Manojlovic) und Maggie (Marianne Faithfull)
Miki (Miki Manojlovic) und Maggie (Marianne Faithfull)

  Marianne Faithfull


Marianne Faithfull bei der Arbeit als Irina Palm
Marianne Faithfull bei der Arbeit als Irina Palm

Marianne Faithfull wurde am 29. Dezember 1946 im Londoner Stadtteil Hampstead geboren. Sie begann ihre Gesangskarriere im Jahr 1964 mit dem Hit "As Tears Go By", komponiert von Stones-Frontmann Mick Jagger, mit dem sie eine längere Beziehung hatte. Das war der erste aus einer Reihe erfolgreicher Popsongs, darunter "This Little Bird", "Summer Nights" und "Come and Stay With Me". Wesentlich zu ihrem Ruf als Pop-Ikone trug 1968 der Film von Jack Cardiff "Nackt unter Leder" bei, in dem sie an der Seite von Alain Delon das "Girl on a Motorcycle" (so der Originaltitel) spielte.

Während ihrer 40-jährigen Schauspielkarriere wirkte Marianne Faithfull auch in diversen Theater- und Fernsehproduktionen mit und stand bisher in rund einem Dutzend Spielfilmen vor der Kamera.

In der legendären Live-Aufführung der Rock-Oper "The Wall" anlässlich des Mauerfalls im Juli 1990 in Berlin spielte sie die überängstliche Mutter. 1993 stand sie als Seeräuber-Jenny in der "Dreigroschenoper" am Dubliner Gate Theatre auf der Bühne.



► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "Irina Palm" in der Regie von Sam Garbarski liefen am 14.06.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Verstörung - und eine Art von Poesie. Die Filmlegende Bernhard Wicki
Dokumentation, Deutschland, 2007

Hot Fuzz - Zwei abgewichste Profis
Actionkomödie, England, 2007

Hostel 2
Horror, USA, 2007

Ferien
Drama, Deutschland, 2007

Buongiorno, notte - Der Fall Aldo Moro
Drama, Italien, 2003

Ebenfalls im Kino 




KINO

morgen