Basierend auf der Romanvorlage, zeichnet Regisseur Andrew Dominik ein filigranes Psychogramm der Beziehung zwischen dem Mörder James und Robert Ford, dem Mann, der sein eigener Mörder werden sollte.
Die Wahrheit, soweit sie sich denn heute anhand von Originaldokumenten rekonstruieren lässt, ist, wie bei so vielen Geschichten, die sich um Jesse James ranken, weit schlichter: Robert Ford war Anfang 1882 nach einer blutigen Schießerei verhaftet worden. Wohl wissend, dass Roberts Bruder Charley zum engeren Kreis um James gehörte, bot ihm der Gouverneur von Missouri, Thomas T. Crittenden, der sein politisches Schicksal an die Ergreifung der James-Bande geknüpft hatte - Straffreiheit für sich und seinen Bruder an, wenn er zur Ergreifung Jesses James - tot oder lebendig - beitragen würde.
Robert stimmte zu - und sei es nur, um einer ihm sonst drohenden langen Gefängnisstafe zu entgehen - und schlich sich über seinen Bruder in die Gang ein.
Unmittelbar nach der Erschießung James´ flohen die beiden Brüder aus dem Haus, telegraphierten dem Governor, machten ihren Anspruch auf die Belohnung geltend und stellten sich dann den Behörden.
Robert Ford wurde wegen Mordes zum Tod durch den Strang verurteilt, aber bereits zwei Stunden nach der Urteilsverkündung durch Crittenden begnadigt und erhielt die versprochene Belohnung.
Durch seine Tat wurde Ford zwar berühmt, allerdings ebensowenig populär wie alt: Er kaufte sich von dem Kopfgeld einen Saloon, der bereits wenige Tage nach der Eröffnung niedergebrannt wurde. Drei Tage später, am 8. Juni 1882, also nur rund neun Wochen nach James´ Tod, wurde Robert Ford von einem Mann namens Ed O'Kelley ermordet, der damit berühmt werden wollte, einen Mann ermordet zu haben, der einen berühmten Mörder ermordet hatte...