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Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford

USA, 2006
Western, 160 Minuten, FSK: 12

Originaltitel
The Assassination of Jesse James by the coward Robert Ford

Kino-Start
25.10.2007

Regie
Andrew Dominik

Darsteller
Brad Pitt (Jesse James), Mary-Louise Parker (Zee James), Brooklynn Proulx (Mary James), Dustin Bollinger (Tim James), Casey Affleck (Robert Ford), Sam Rockwell (Charley Ford), Jeremy Renner (Wood Hite), Sam Shepard (Frank James), Garret Dillahunt (Ed Miller), Paul Schneider (Dick Liddil)
Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford - Kinoplakat
Über mehr als 15 Jahre war er Amerikas meistgesuchter Verbrecher, und noch heute ranken sich um seinen Namen so viele Mythen und Gerüchte wie über kaum einen anderen Outlaw des Wilden Westens: Jesse James. In "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford" erzählt Regisseur Andrew Dominik das letzte Kapitel des nur 34 Jahre währenden Lebens des Revolverhelden, der von Brad Pitt verkörpert wird.

Das Städtchen St. Joseph im US-Bundesstaat Missouri im Jahre 1882: Hier lebt unter falschem Namen und unerkannt von seinen Nachbarn der 34-jährige Jesse James (Brad Pitt), nach eigenem Bekenntnis 17-facher Mörder, Bank-, Zug- und Postkutschenräuber und dieser Zeit Amerikas meistgesuchter Verbrecher.

Jesse will sich endgültig zur Ruhe setzen und das Morden und Rauben in Zukunft sein lassen. Doch zuvor will er noch einen großen Cup landen. Einen letzten Banküberfall, der alles bisherige in den Schatten stellt. Ziel ist die Bank von Platte City, doch dazu kommt es nicht mehr.

Am Morgen des 3. April 1882 frühstückt der Outlaw in aller Ruhe mit seiner Ehefrau Zee (Mary-Louise Parker), seinem Sohn Tim (Dustin Bollinger) und seiner kleinen Tochter Mary (Brooklynn Proulx).

Mit dabei am Frühstückstisch sind auch zwei seiner Bandenmitglieder: Die Brüder Robert (Casey Affleck) und Charley (Sam Rockwell) Ford. Die beiden Ford-Brüder haben sich als entfernte Verwandte ausgegeben, damit ihre Anwesenheit bei den Nachbarn keinen Verdacht erregt. Tatsächlich haben sie eine völlig andere Aufgabe:

Jesse James´ Bande ist zunehmend von Zerfall und Verrat geprägt. Vor kurzem erst hat sich einer seiner langjährigen Kumpane - Dick Liddil (Paul Schneider) freiwillig gestellt. Auf Jesse und seinen Bruder Frank (Sam Shepard) ist ein Kopfgeld von unglaublichen 10.000,- Doller ausgesetzt - die bis dahin höchste je in den USA ausgelobte Belohnung für die Ergreifung eines Straftäters.

In dieser Situation hat sich Jesse die beiden Ford-Brüder als eine Art persönliche Leibwache ins Haus geholt. Besonders zu dem erst 19-jährigen Robert hat er eine fast schon väterliche Beziehung entwickelt. Robert bewundert und beneidet sein großes Vorbild gleichermaßen. Einnal so berühmt werden wie Jesse James - das ist Roberts großer Traum.

Und die Gelegenheit dazu bietet sich an diesem Morgen: Nach dem Frühstück schlendern Jesse James und Robert Ford ins Wohnzimmer. Der unbewaffnete Jesse steigt auf einen Stuhl, um ein Bild an der Wand geradezurücken. Da zieht Robert seinen Revolver...



Film-Inhalt  


Jesse James (Brad Pitt) sinnt über den Sinn des Lebens
Jesse James (Brad Pitt) sinnt über den Sinn des Lebens


  Hintergrund


Robert
Robert "Bob" Ford (Casey Affleck) will berühmt werden

"Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford" basiert auf der Buchvorlage von Ron Hansen "The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford" - wohlgemerkt einem Roman, nicht etwa einem Sachbuch.

Die Drehbuchadaption übernahm der 1967 geborene neuseeländische Regisseur Andrew Dominik. Der Film ist zugleich sein Hollywood-Debüt.

Neben Brad Pitt trat als Produzent auch Ridley Scott auf. Scott - Jahrgang 1937 - wurde als Regisseur durch Filme wie "Alien" oder auch "Gladiator" berühmt und besserte sich als Produzent der TV-Serie "Numb3rs" seine Altersversorgung auf. Er sagt: "Jesse James war die buchstäbliche Definition von Ruhm und Prominenz. Doch damals war die Begeisterung noch von einer gewissen Schlichtheit geprägt - auch in Bezug auf Jesse James und dessen berüchtigte Raubüberfälle. So entwickelte sich sein Image als romantischer Held und Rebell - der kriminelle Mörder war kein Thema."



Jesse Woodson James wurde am 5. September 1847 in Clay County, Missouri geboren und wuchs auf der Farm seines Stiefvaters auf.

Nach Ausbruch des amerikanischen Bürgerkrieges (1861-65) schloss sich erst sein Bruder Frank und dann - im Alter von 16 Jahren - Jesse selbst den "Bushwhackern" (Buschmesser) an, einer äußerst brutal vorgehenden, irregulären Partisaneneinheit, die auf Seiten des Süden kämpfte. Beide Brüder waren an Massakern gegen Zivilisten und Gefangene beteiligt.

Nach Ende des Krieges hatten es Bushwhacker - letztendlich waren es kriminelle Banden völlig verrohter Jugendlicher, die außer zu töten nie etwas gelerent hatten - schwer, sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren.

Als am 13. Februar 1866 zehn bis zwölf maskierte Täter die Clay County Savings Association in Liberty - eine "Nordstaaten-Bank" auf dem Gebiet der ehemaligen Südstaaten - überfielen, war bald klar, dass die Täter aus dem Kreis der früheren Bushwhacker stammten.

Obschon ein völlig unbeteiligter Jugendlicher einer verirrten Kugel zum Opfer fiel, wurde der Überfall in der Presse des Südens wie eine Heldentat gegen den noch immer verhassten Norden gefeiert.

Ob Jesse James an diesem ersten Überfall in Friedenszeiten überhaupt selbst beteiligt war, ist fraglich. Jedenfalls aber stieg er schon bald zum Anführer der Bande auf, die in den folgenden 16 Jahren zwanzig bis vierzig Überfälle auf Banken, Züge und Postkutschen unternahm.

Die genaue Zahl der Taten - und damit: der Opfer - lässt sich schwerlich angeben, da in dieser Zeit für so ziemlich jeden Überfall die James-Bande verantwortlich gemacht wurde. Soweit sich Jesse James selbst 17 Morden bezichtigte, dürfte dies aber sicher keine Übertreibung gewesen sein.



Jesse James  


Ein Mörder und sein Garten
Ein Mörder und sein Garten

  Jesses Ermordung


Zee James (Mary-Louise Parker) ahnt nichts Böses
Zee James (Mary-Louise Parker) ahnt nichts Böses

Basierend auf der Romanvorlage, zeichnet Regisseur Andrew Dominik ein filigranes Psychogramm der Beziehung zwischen dem Mörder James und Robert Ford, dem Mann, der sein eigener Mörder werden sollte.

Die Wahrheit, soweit sie sich denn heute anhand von Originaldokumenten rekonstruieren lässt, ist, wie bei so vielen Geschichten, die sich um Jesse James ranken, weit schlichter: Robert Ford war Anfang 1882 nach einer blutigen Schießerei verhaftet worden. Wohl wissend, dass Roberts Bruder Charley zum engeren Kreis um James gehörte, bot ihm der Gouverneur von Missouri, Thomas T. Crittenden, der sein politisches Schicksal an die Ergreifung der James-Bande geknüpft hatte - Straffreiheit für sich und seinen Bruder an, wenn er zur Ergreifung Jesses James - tot oder lebendig - beitragen würde.

Robert stimmte zu - und sei es nur, um einer ihm sonst drohenden langen Gefängnisstafe zu entgehen - und schlich sich über seinen Bruder in die Gang ein.

Unmittelbar nach der Erschießung James´ flohen die beiden Brüder aus dem Haus, telegraphierten dem Governor, machten ihren Anspruch auf die Belohnung geltend und stellten sich dann den Behörden.

Robert Ford wurde wegen Mordes zum Tod durch den Strang verurteilt, aber bereits zwei Stunden nach der Urteilsverkündung durch Crittenden begnadigt und erhielt die versprochene Belohnung.

Durch seine Tat wurde Ford zwar berühmt, allerdings ebensowenig populär wie alt: Er kaufte sich von dem Kopfgeld einen Saloon, der bereits wenige Tage nach der Eröffnung niedergebrannt wurde. Drei Tage später, am 8. Juni 1882, also nur rund neun Wochen nach James´ Tod, wurde Robert Ford von einem Mann namens Ed O'Kelley ermordet, der damit berühmt werden wollte, einen Mann ermordet zu haben, der einen berühmten Mörder ermordet hatte...



► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford" in der Regie von Andrew Dominik liefen am 25.10.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Odette Toulemonde
Tragikomödie, Frankreich, Belgien, 2006

Lissi und der wilde Kaiser
Komödie, Deutschland, 2007

Im Bett
Tragikomödie, Deutschland, Chile, 2005

Halloween
Horror, USA, 2007

Ebenfalls im Kino 




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