Der am 15. Juli 1959 in Bologne geborene Schauspieler konnte sich sicherlich gut in die Rolle eines Industriebosses einfügen: er ist der Sohn eines Industriellen, und sein Onkel Jérôme Lindon war leiter des französischen Verlags "Éditions de Minuit", der während der deutschen Besatzung zum Druck von Schriften der Résistance gegründet wurde.
Lindons Großvater hatte sich nach der Befreiung Frankreichs einen Namen als Ankläger gegen Kollaborateure gemacht. Auch Vincent Lindon ist politisch aktiv, so unterstützte der Urgroßneffe des Autokonstrukteurs André Citroën 2007 François Bayrou, den Kandidaten der neuen liberalen Mouvement démocrate, bei den Präsidentschaftswahlen.
Anfang der 1980er Jahre orientierte sich Vincent Lindon in verschiedene Richtungen. Eigentlich wollte er Musiker werden, studierte kurz in New York und Boston und organisierte Tourneen des französischen Komikers Coluche.
Seine Filmkarriere begann Lindon als Assistent der Kostümbildnerin bei "Mein Onkel aus Amerika" ("Mon oncle d'Amérique", 1980) mit Gérard Depardieu in der Hauptrolle. 1982 nimmt er Schauspielunterricht am Pariser Cours Florent. Dort empfiehlt sein Lehrer Francis Huster ihn dem Regisseur Paul Boujenah, der ihn für seine erste Rolle in "Der Falke" ("Le Faucon", 1983) besetzt.
Es folgen zahlreiche Nebenrollen, unter anderem an der Seite von Alain Delon ("Geschichte eines Lächelns" / "Notre histoire", 1984; "Der Panther" / "Parole de flic", 1985), Sigourney Weaver und Michael Caine ("Half Moon Street", 1986) sowie Claudia Cardinale und Jamie Lee Curtis ("Leidenschaftliche Begegnung" / "Un homme amoureux", 1987).
Für seine Rolle des Musikers Edouard, in den sich Sophie Marceau als "Die Studentin" (L´Étudiante, 1988) verliebt, wird er als Nachwuchsschauspieler mit dem Jean-Gabin-Preis geehrt. In seinen weiteren Filmrollen verkörpert Vincent Lindon regelmäßig einen modernen Typus von Mann, der neben Entschlossenheit auch Gefühle zeigt.