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Kiriku und die wilden Tiere

Frankreich, 2005
Zeichentrick, 72 Minuten, FSK: 0

Originaltitel
Kirikou et les bêtes sauvages

Kino-Start
05.10.2006

Regie
Michel Ocelot, Bénédicte Galup

Darsteller
Carin Tietze (Kirikus Mutter), Elisabeth Günther (Karaba), Mike Carl (Kirikus Onkel), Jochen Striebeck (Kirikus Großvater)
Kiriku und die wilden Tiere - Kinoplakat
"Kiriku und die Zauberin" hat den Kleinen die Abenteuer eines kleinen Afrikaners nahegebracht und Publikum und Kritik gleichermaßen begeistert. "Kiriku und die wilden Tiere" erzählt weitere Erlebnisse des mutigen Jungen und seiner Dorfgemeinschaft, und auch hier haben sie wieder mit der bösen Zauberin Karaba zu kämpfen.

Die Erzählung über den kleinen, aber mutigen und pfiffigen Jungen Kiriku hat mit "Kiriku und die Zauberin" nicht aufgehört. So erzählt dessen Großvater im Dorf vier weitere Episoden, die der Knirps erlebt hat:

Kiriku und die schwarze Hyäne

Die Dorfbewohner haben endlich ihre neue Bewässerungsanlage fertiggestellt. Ein Kanal leitet das Wasser von der Quelle zum Pflanzgebiet, wo es von kleineren Gräben auf die einzelnen Beete weitergeleitet wird. Der bislang trockene Boden wird so fruchtbar und ermöglicht den Anbau verschiedenen Gemüses, Früchte und auch von Baumwolle. Doch eines Tages finden die Dorfbewohner die Früchte ihrer Arbeit zerstört: Die Gärten wurden verwüstet, und der Verdacht fällt auf die Zauberin Karaba (Elisabeth Günther). Doch Kiriku (Tobias John von Freyend) hat eine Idee, wie man den Anbau schützen kann: mit einem Zaun. Der Plan ist schnell verwirklicht, und Kiriku bietet sich als Wache an. Und tatsächlich taucht der Täter wieder auf: Es ist eine riesige schwarze Hyäne. Sie durchbricht den Zaun und rast über die Beete. Der Junge nimmt reißaus, verfolgt von der Bestie. Er kann sich auf einen Baum retten und sieht in der Krone ein Bienennest. Das lässt er auf den Verfolger fallen, und die aufgebrachten Bienen verjagen die Hyäne. Während Onkel (Mike Carl) damit den Fall als erledigt ansieht, widerspricht Kirikus Mutter (Carin Tietze): Was bringt einen Fleischfresser dazu, das Gemüse zu durchpflügen?

Kiriku und der wilde Büffel

Nachdem die Hyäne die Ernte der Dorfbewohner vernichtet hat, herrscht Ratlosigkeit: Sollen sie nun hungern? Kaufen können sie ihre Nahrung auch nicht, weil Karaba ihren Schmuck geraubt hat. Doch Kiriku hat wieder eine Idee: Zwar sind die Pflanzen unbrauchbar geworden, doch der Boden auf dem sie wuchsen, besteht aus Lehm. Und das ist ein guter Werkstoff für allerlei nützliche Gegenstände. So gehen die Leute mit Elan an die Töpferei und formen Töpfe, Krüge und Schalen her, die sie dann über dem Feuer brennen. Als sie eine stattliche Anzahl an Steinzeug hergestellt haben, macht sich eine Gruppe auf den beschwerlichen Weg in die Stadt, die Ware auf den Köpfen gestapelt, um sie dort auf dem Markt zu verkaufen. Zu ihrem Erstaunen, aber auch zur Erleichterung treffen sie unterwegs auf einen an einem Baum angebundenen, schwarzen Büffel. Trotz der Warnung Kirikus laden sie ihre Last auf dessen Rücken und gehen mit ihm weiter. Doch kaum haben sie ihr Ziel erreicht, geht das Tier durch, und sämtliche Töpfereiarbeiten gehen in Scherben auf. Doch ein Nachzügler rettet sie: Kiriku hatte geahnt, dass die Zauberin hinter der Sache steckt und hat seine Last bei sich behalten. Seine Handarbeiten finden reißenden Absatz...

Kiriku und die stolze Giraffe

Als eines Tages in Dorf seltsame Fußabdrücke gefunden werden, die aussehen, als hätte sie ein Vogel mit drei Beinen hinterlassen, lässt seine Neugier dem kleinen Jungen keine Ruhe: Kiriku verfolgt die Spur, die ihn aus dem Dorf herausführt und immer weiter davon weg. In der Einsamkeit sieht er sich auf einmal von Fetischen umzingelt: Die Zauberin Karaba hat ihn in eine Falle gelockt, indem ein Fetisch mit einem Stempel die Abdrücke in den Boden gedrückt hat. Es gelingt ihm zwar, sich auf einen Baum zu retten, doch ohne Essen und Trinken kann er eine Belagerung nicht lange aushalten. Zu seinem Glück taucht eine Giraffe auf, um den Baum abzuäsen. Kiriku klettert auf ihren Kopf, und in Begleitung der Fetische reist er hoch über ihren Köpfen durch die vielfältige afrikanische Landschaft. Als die Giraffe sich zu einem Bach beugt, um zu trinken, gleitet der pfiffige Junge hinein und schwimmt zum anderen Ufer. Die Fetische versuchen ihm zwar zu folgen, doch die Strömung reißt die hölzernen wesen mit sich, und so ist Kiriku erst einmal in Sicherheit...

Kiriku und die giftige Blume

Nach alter Tradition haben die Frauen des Dorfes wieder in einem großen Fass Bier gebraut und wollen natürlich wissen, wie es ihnen diesmal gelungen nist. So kosten alle von dem Trank, doch bald darauf bekommen sie Schmerzen. Kiriku überlegt, dass es nur an dem Bier gelegen haben kann und entleert das Fass. An dessen Grund fällt ihm eine sonderbare schwarze Blume auf. Als er diese seiner Mutter zeigt, die erschrickt: Es handelt sich um Karabas giftige Blume! Und es gibt nur ein Gegenmittel für die Krankheit, die sie verursacht - die Blüte einer anderen, gelben Blume, die im Garten der bösen Zauberin wächst. Doch der ist von ihren Fetischen gut bewacht. Kiriku hat einen Einfall: Er will diese mit einer Verkleidung täuschen. Und so basteln die Kinder zusammen ein Fetischkostüm, mit dessen Hilfe er die Helfer der Zauberin überlisten will. Tatsächlich schafft er es, in den Garten zu gelangen und findet auch die gelben Blumen, doch seine Anwesenheit bleibt nicht geheim...



Film-Inhalt  


Im Mondschein begegnet: Kiriku (Tobias John von Freyend) flieht vor der Hyäne
Im Mondschein begegnet: Kiriku (Tobias John von Freyend) flieht vor der Hyäne


  Film-Kritik


Paradiesische Welt: Kiriku auf dem Kopf der Giraffe
Paradiesische Welt: Kiriku auf dem Kopf der Giraffe

Nach dem Rezept des vielfach preisgekrönten "Kiriku und die Zauberin" hat dessen Autor und Regisseur auch das vorliegende Werk gestaltet. Der Vortrag vom Großvater des Helden bildet den Rahmen für die vier abgeschlossenen Episoden, in denen der kleine Junge immer mit Tugenden wie Klugheit und Mut den Angriffen der Zauberin widersteht.

Visuell lehnt sich der Film am klassischen Zeichentrick an. So sind die Kulissen statisch, und die Figuren sind eher einfach und zweidimensional gestaltet. Die Farbgestaltung orientiert sich an der jeweils vorherrschenden Thematik und unterstützt dadurch die Dramaturgie. So wird dem Zuschauer erleichtert, sich auf die Erzählpassagen und Dialoge zu konzentrieren. Auch die von afrikanischen Künstlern wie Youssou NDour intonierte Musik unterstützt die Stimmungen und hilft, eine authentische Atmosphäre zu erzeugen.

Dabei sind die ins Deutsche übersetzten Texte einfach und eingängig, sodass auch jüngere Kinder sie mit- oder nachsingen können. "Kiriku und die wilden Tiere" ist für die jüngeren Zuschauer nicht nur ein spannendes Abenteuer, sondern auch ein Lehrreicher Film, in dem Kinder einiges über Natur und Kultur in Afrika erfahren.



Die Premiere fand am 13 Mai 2005 am Cannes Film Festival statt, wo das Werk auf dem erstmals stattfindenden Kinder - Screening gezeigt wurde. 1800 Kinder aus der Umgebund kamen zur Vorführung auf Einladung von UNICEF und erfreuten sich nicht nur am Film, sondern auch an den Akrobaten und Musikern des Circus Baobab, die die Rahmenveranstaltung ausfüllten. Zu den Unterstützern von "Kiriku und die wilden Tiere" gehören sowohl UNICEF wie auch der WWF und Plan International.

UNICEF (United Nations International Children's Emergency Fund) ist das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. Dieses Organ der Uno mit Sitz in New york wurde am wurde am 11. Dezember 1946 gegründet, zunächst um den von den Folgen des Zweiten Weltkrieg betroffenen Kindern zu helfen. Heute hilft diese Organisation Kindern in Entwicklungsländern und Krisengebieten. Schwerpunkte sind Nahrungs- und Gesundheitsversorgung, Bildung und Schutz vor Gewalt. Neben konkreten Hilfsmaßnahmen betreibt UNICEF auch Lobbyarbeit. So setzen sich zahlreiche Prominente als Botschafter für die Interessen notleidender Kinder ein, so etwa Michael Schumacher, Claudia Schiffer und Robbie Williams. Auch Youssou N'Dour, der die Filmmusik gemacht hat, ist UNICEF-Botschafter.

Der WWF (World Wide Fund For Nature) unterstützt den Film mit seiner Kinder- und Jugendorganistation "Young Panda". Sie setzt sich für bedrohte Tiere und Pflanzen und deren Lebensraum ein und für die Förderung des Umweltverständnisses bei 8 bis 14-jährigen Kindern. Young Panda gibt eine monatliche Zeitschrift heraus und veranstaltet Natur-Erlebniscamps. Ein weiterer Förderer von "Kiriku und die wilden Tiere" ist "Plan International". Diese Organisation hat sich eine Welt zum Ziel gesetzt, in der Kinder gesund leben und sich ohne Armut frei entfalten können. In 46 Ländern setzt sie sich für Bildung, Gesundheit, Dorfentwicklung und Wohlstandsförderung ein. Im Vordergrund steht dabei die Förderung von Selbsthilfeprojekten.



Hintergrund  


Der Böse Blick: Zauberin Karaba (Elisabeth Günther)
Der Böse Blick: Zauberin Karaba (Elisabeth Günther)

► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Kiriku und die wilden Tiere" in der Regie von Michel Ocelot, Bénédicte Galup liefen am 05.10.2006 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Wholetrain
Drama, Deutschland, 2006

Thumbsucker
Tragikomödie, USA, 2005

Step Up
Drama, USA, 2006

Lapislazuli - Im Auge des Bären
Abenteuer, Deutschland, Österreich, Luxemburg, 2006

Ich bin die Andere
Drama, Deutschland, 2006

Glück in kleinen Dosen
Tragikomödie, USA, Deutschland, 2005

Deutschland. Ein Sommermärchen
Dokumentation, Deutschland, 2006

Der tierisch verrückte Bauernhof
Familien-Animation, USA, 2006

Black Dahlia
Mystery-Thriller, USA, 2006



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