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Kreuzzug in Jeans

Holland, Luxemburg, Deutschland, 2006
SciFi-Abenteuer, 120 Minuten

Originaltitel
Kruistocht in spijkerbroek

Kino-Start
27.09.2007

Regie
Ben Sombogaart

Darsteller
Joe Flynn (Dolf Vega), Stephanie Leonidas (Jenne), Emily Watson (Mary Vega), Michael Culkin (Anselmus), Benno Fürmann (Thaddeus), Ryan Winsley (Vick), Jake Kedge (Carolus), Robert Timmins (Nicolas), Herbert Knaup (Carlo Bennatti), Udo Kier (Dr. Lawrence), Bert André (Ratsherr), Jan Decleir (Graf von Rottweil), Ulli Kinalzik (Bergmeister), Armin Dillenberger (Bäcker von Rottweil)
Kreuzzug in Jeans - Kinoplakat
Nach dem Roman der holländischen Kinderbuchautorin Thea Beckman verfilmte Regisseur Ben Sombogaart mit "Kreuzzug in Jeans" einen Jugendfilm, der historische Fakten mit Abenteuer und viel Fantasy vermengt. Die Geschichte über einen Jugendlichen, der mit einer Zeitmaschine im Mittelalter landet, lief auf der Berlinale 2007 in der Sektion "Generation".

Dolf Vega (Joe Flynn) ist fünfzehn und lebt mit seiner alleinerziehenden Mutter Mary (Emily Watson) in Rotterdam. Der Junge ist ein leidenschaftlicher Fußballspieler, doch das Viertelfinale seines Vereins im Kampf um die Jugendeuropameisterschaft wird aufgrund eines Fehlers von Dolf verpatzt. Der hat eine Idee, wie der das wieder ausbügeln könne:

Seine Mutter arbeitet als Forscherin an einem bahnbrechenden Projekt, das kurz vor der Fertigstellung steht: Eine waschechte Zeitmaschine. Dolf will mit dem Prototypen kurz vor den Zeitpunkt des entscheidenden Spiels zurückreisen, um eine neue Chance zu erhalten, dieses Match doch noch zu gewinnen. Dazu muss er den Zähler nur sieben Stunden zurückstellen. Doch bei der Programmierung des Apparats geht etwas schief...

Wo Dolf schließlich landet, befindet sich allerdings kein Sportstadion weit und breit. Stattdessen wird er von einem Räuber überfallen, dann taucht die 15-jährige Jenne (Stephanie Leonidas) auf, und beim folgenden Gespräch erfährt Dolf, was wirklich passiert ist: Die Zeitmaschine hat ihn in das Jahr 1212 nach Christus zurückkatapultiert, auf eine alte Römerstraße in der Nähe von Speyer!

Jenne selbst gehört einer Gruppe von achttausend Kindern an, die sich auf einem Kreuzzug befinden. Ihr Ziel: Jerusalem, die heilige Stadt, soll aus den Händen der Sarazenen gerettet werden. Für Dolf sind diese tief gläubigen Kinder eine völlig neue Erfahrung, und so schließt er sich den Reisenden an. Kurz darauf erhält er die Gelegenheit, seine Kenntnisse in Erster Hilfe zu zeigen, als er einen Jungen, der kurz vor dem Ertrinken war, durch Mund-zu-Mund-Beatmung wiederbelebt.

Diese Tat ist für die mittelalterlichen Kinder ein Wunder, und so wird Dolf zum ihrem neuen Anführer. Doch damit bringt er den bisherigen Führer Nicolas (Robert Timmins) und vor allem dessen Mentor, den undurchsichtigen Priester Anselmus (Michael Culkin) gegen sich auf. Auf dem beschwerlichen und gefährlichen Weg über die Alpen bekommt Dolph die Abneigung von Anselmus zu spüren, doch in dem Mönch Thaddeus (Benno Fürmann), der ebenfalls Anselmus´ Absichten misstraut, findet er einen Verbündeten.

Als die Reisenden Genua erreichen, von wo aus sie Richtung Jerusalem einschiffen wollen, eskaliert die Rivalität. Dolf kann einem Attentat nur knapp entkommen, und zwischen Dolf und Anselmus entbrennt ein offener Streit, der die Gruppe entzweit und die Kinder zwingt, sich für einen von ihnen zu entscheiden...



Film-Inhalt  


Dolf (Joe Flynn) in der Zeitmaschine
Dolf (Joe Flynn) in der Zeitmaschine


  Hintergrund


Dolf und Jenne (Stephanie Leonidas)
Dolf und Jenne (Stephanie Leonidas)

Die Verfilmung des in Holland überaus erfolgreichen Jugendromans "Kruistocht in Spijkerbroek" stellte einige Herausforderungen an die Produzenten, unter denen sich mit Tim Disney auch ein Großneffe des legendären Walt Disney befand. In rund acht Jahren arbeiteten verschiedene Autoren daran, die Buchvorlage in eine brauchbare Drehbuchfassung zu adaptieren.

Während einige Teile gestrichen wurden, mussten andere modifiziert oder auch ausgeweitet werden. Die Elemente aus der Gegenwart etwa waren zu aktualisieren, schließlich erschien das Buch 1972, also über dreißig Jahre vor Drehbeginn. So trägt der Held Dolf zeitgemäß einen iPod; als das Buch geschrieben wurde, gab es noch nicht einmal den Walkman.

Zudem schien es dem jugendlichen Publikum des 21. Jahrhunderts zumutbar zu sein, dass sich aus der platonischen Freundschaft zwischen Jenne und Dolf im Roman nunmehr eine Liebesgeschichte entspinnt. So entstand schließlich eine für holländische Verhältnisse aufwendige und mit zwölf Millionen Euro auch recht teure Produktion.



In der Geschichte gab es tatsächlich Kinderkreuzzüge. Im Jahr 1212 brachen, unabhängig und in Unkenntnis voneinander zwei Gruppen auf. Die eine nahm ihren Ursprung in Köln und wurden von einem charismatischen Jungen namens Nikolaus angeführt, dem Jesus von Nazareth erschienen sein soll, der ihn zu dieser Mission beauftragt habe.

In Frankreich startete der Kreuzzug im selben Jahr in Vendôme und wurde von einem gewissen Stephane geleitet. Ausgangspunkt könnten atmosphärische Erscheinungen in diesem Jahr gewesen sein, die von der Bevölkerung als Vorboten des Jüngsten Gerichts gedeutet wurden.

Nach unterschiedlichen Quellen schwankt die Zahl der Teilnehmer und geht bis zu 25.000 des deutschen Zuges und 30.000 beim französischen Kinderheer. Der Weg des deutschen Kreuzzuges führte über die Alpen, der französische führte nach Marseille, danach divergieren die Angaben der Chronisten. Fest steht wohl nur, dass keiner der kindlichen Eiferer das Ziel Jerusalem je erreicht hat.

Viele von ihnen fielen neben Krankheiten auch Räubern oder Piraten zum Opfer. Berichten zufolge soll ein Teil der Kinder tatsächlich in Genua, Brindisi oder Marseille Schiffe bestiegen haben. Von denen sind vermutlich zwei vor Sardinien versunken, zudem gibt es das Gerücht, dass die Passagiere weiterer Schiffe in Nordafrika als Sklaven verkauft worden seien.



Aufbruch ins Verderben  


Noch leitet Nicolas (Robert Timmins) die Kinder
Noch leitet Nicolas (Robert Timmins) die Kinder

  Die Romanautorin


Mary Vega (Emily Watson) Carlo Bennatti (Herbert Knaupp) versuchen Dolf zurückzuholen
Mary Vega (Emily Watson) Carlo Bennatti (Herbert Knaupp) versuchen Dolf zurückzuholen

Thea Beckman, am 23. Juli 1923 in Rotterdam als Thea Petie geboren, war die Grande Dame der holländischen Jugendliteratur. Sie heiratete 1945 Dirk Hendrik Beckmann, mit dem sie drei Kinder bekam, und nahm seinen Nachnamen um ein "n" gekürzt als Künstlernamen an.

Sie studierte an der Universität Utrecht Sozialpsychologie und verfasste zunächst Artikel und kleinere Geschichten für Zeitungen. 1970 schrieb sie ihr erstes Buch und hatte bald großen Erfolg mit ihren Werken. Einige ihrer Romane sind neben "Kreuzzug in Jeans" ebenfalls in deutscher Sprache erschienen, darunter "Stadt im Sturm" (Stad in de storm, 1979), "Der Goldene Dolch" (De gouden dolk, 1982) und "Kinder der Mutter Erde" (Kinderen van Moeder Aarde, 1985).

Die meisten ihrer Romane haben einen geschichtlichen Hintergrund, wie eben auch "Kreuzzug in Jeans", der sich allein in Holland weit über 300.000 Mal verkaufte. Thea Beckman starb am 5. Mai 2004 in ihrem Haus in Bunnik bei Utrecht.



► Cast, Crew► Filmplakat► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "Kreuzzug in Jeans" in der Regie von Ben Sombogaart liefen am 27.09.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Resident Evil: Extinction
SciFi-Action, USA, Meciko, 2007

Leroy
Komödie, Deutschland, 2006

Jahreszeiten
Drama, Türkei, 2006

Die Fremde in Dir
Action-Thriller, USA, 2007

Chuck und Larry - Wie Feuer und Flamme
Komödie, USA, 2007

Auf der anderen Seite
Drama, Deutschland, Türkei, 2007

Ebenfalls im Kino 




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