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Lady Vengeance

Südkorea, 2005
Mysterythriller, 110 Minuten, FSK: 16

Originaltitel
Chinjeolhan geumjassi

Kino-Start
11.01.2007

Regie
Chan-wook Park

Darsteller
Lee Yeong-ae (Lee Geum-ja), Seo Yeong-ju (Kim Yang-hee), Oh Dal-su (Mr. Chang), Kim Bu-seon (Woo So-young), Yea-young Kwon (Jenny), Choi Min-sik (Baek), Tony Barry (australischer Stiefvater), Anne Cordiner (australische Stiefmutter)
Lady Vengeance - Kinoplakat
Im Jahr 2000 konnte Park Chan-Wook aus Südkorea mit "Joint Security Area - JSA" seinen ersten internationalen Erfolg feiern. Mittlerweile können seine Werke neben den besten Holllywood-Produktionen bestehen. Das zeigt auch sein jüngster Film "Lady Vengeance" eindrucksvoll.

Mit neunzehn Jahren hatte Lee Geum-ja (Lee Yeong-ae) einst gestanden, einen fünfjährigen Jungen entführt und umgebracht zu haben. Sie erhält eine lebenslange Haftstrafe, erfährt jedoch im Gefängnis eine auf die anderen Insassen und die Behörden wundersam anmutende Wandlung. Scheinbar geläutert und fest im Glauben, wird Lee vorzeitig nach dreizehn Jahren entlassen. Doch als sie von einer religiösen Gruppe vor den Gefängnistoren empfangen wird, weist sie diese schroff zurück.

Stattdessen begrüßt sie Kim Yang-hee (Seo Yeong-ju), die sie im Knast kennengelernt hatte. Die frühere Prostituierte, die wegen Totschlags an ihrem Zuhälter einsaß, war zwei Jahre zuvor entlassen worden. Sie hatten sich angefreundet, und Kim hatte gar Liebe empfunden, doch das Verhältnis ist mittlerweile abgekühlt. Lee betrachtet sie nur als Helferin für einen Plan, den sie während der langen Jahre der Gefangenschaft ausgeheckt hatte.

Zunächst aber sucht sie die Familie des Jungen auf, für dessen Ermordung sie gebüßt hatte, und hackt sich vor deren Augen den kleinen Finger ab. Dann nimmt sie einen Job in der Bäckerei des ehemaligen Mithäftlings Chang (Oh Dal-su) an. Eine weitere Bekanntschaft im Knast war Bankräuberin Woo So-young (Kim Bu-seon), der sie einst eine Niere spendete. Als Revanche lässt sie sich von Woos Mann eine Pistole fertigen, mit dem Geum-ja ihren Plan ausführen will.

Nun begibt sie sich auf die Suche nach ihrer Tochter Jenny (Yea-young Kwon). Sie war seinerzeit als 18-jähriges Mädchen mit ihr schwanger und hatte sich, verstoßen von ihren Eltern, in die Obhut ihres Lehrers Baek (Choi Min-sik) begeben. Doch ihr Vertrauen wurde schändlich missbraucht: Er peinigte und vergewaltigte sie und betrieb außerdem ein grausames Geschäft: nebenher entführte er Kinder, um sein Einkommen aufzubessern. Er hatte den Fünfjährigen getötet, Lees Baby an sich genommen und sie dazu erpresst, diese Tat auf sich zu nehmen.

Inzwischen wurde Jenny von einer australischen Familie (Tony Barry, Anne Cordiner) adoptiert, und bei einem Besuch nimmt Geum-ja ihre Tochter nach Seoul mit. Mit Hilfe der Mitgefangenen, denen sie während ihrer Haftzeit gefällig war, ist es Lee mittlerweile gelungen, Baek aufzustöbern. Doch der Priester, den sie bei ihrer Entlassung abgewiesen hatte, hat sich mit ihren Feind verbündet und unterrichtet diesen von ihrem Vorhaben...



Film-Inhalt  


Lee Geum-Ja (Lee Young-Ae) träumt von Rache
Lee Geum-Ja (Lee Young-Ae) träumt von Rache


  Film-Kritik


Geum-Ja sieht ihre Tochter Jenny (Yea-young Kwon) wieder
Geum-Ja sieht ihre Tochter Jenny (Yea-young Kwon) wieder

Mit "Lady Vengeance" beschließt der südkoreanische Erfolgsregisseur Park Chan-wook seine Rachetrilogie, deren erster Part "Sympathy for Mr. Vengeance" bereits beachtliche Resonanz fand, und deren Vorgänger "Oldboy" eine Vielzahl weltweit renommierter Prämierungen erringen konnte, darunter den Großen Preis der Jury bein den Filmfestspielen in Cannes.

Der abschließende Teil, bei dem erstmals eine Frau den Part des Racheengels übernimmt, kann inhaltlich wie formal mit seinen Vorgängern mithalten. Trotz der komplexen Story und der vielfachen Verwendung von Rückblenden gelingt es dem Film schnell, den Zuschauer zu fesseln. Die Charaktere sind vielschichtig, und die Erzählweise ist ruhiger als bei den ersten Teilen. Stimmungsvolle, poetische Bilder und getragene Musik kontrastieren prächtig mit den knallharten Szenen, wodurch sich insgesamt eine überzeugende Wirkung entfaltet.

Die Geschichte wird wie ein Mosaik aufgebaut, sodass sich dem Zuschauer die Zusammenhänge nach und nach erschließen. Das erfordert Aufmerksamkeit, bindet den Betrachter aber gleichzeitig tief ins Geschehen ein und bietet ihm die Möglichkeit, die Motivationen der Protagonisten nachzuvollziehen.

"Lady Vengeance" ist ein weiterer Beweis für die Güte, die das südkoreanische Kino mittlerweile erreicht hat. Auf der Biennale in Venedig erhielt der Film neben dem "CinemAvvenire" den Goldenen Löwen. Die Hauptdarstellerin Lee Young-Ae wurde auf mehreren Festivals ausgezeichnet, so mit dem koreanischen Blue Dragon und beim Sitges Festival Internacional de Cinema de Catalunya in Spanien.



► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "Lady Vengeance" in der Regie von Chan-wook Park liefen am 11.01.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Mein Führer
Komödie, Deutschland, 2007

Last Days
Drama, USA, 2005

Die Queen
Drama, England, Frankreich, Italien, 2006

Der Fluch der Betsy Bell
Thriller, USA, 2005

Brinkmanns Zorn
Dokumentation, Deutschland, 2006

Anplagghed
Komödie, Italien, 2006

Ebenfalls im Kino 




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