"Lapislazuli" ist das erste produzierte Drehbuch des Hamburger Kinderbuchautors Volker Krappen. Der Titel spielt auf das Brauchtum der Neandertaler an, so Produzent Danny Krausz: "Sie schabten den Halbedelstein zu blauem Puder und färbten sich damit Haut und Haare."
"Zunächst war vorgesehen, dass unser Held Bataa die ganze Zeit blau gefärbte Haare trägt", fügt Regisseur Wolfgang Murnberger hinzu. "Für mich wirkte das aber zu sehr wie auf einem Maskenball. Wir haben die Verwendung der Farbe also stark reduziert. Aber wir machen deutlich, dass das Lapislazuli-Blau eine große kultische Bedeutung für Bataas Stamm hatte."
Es reizte Murnberger, die heutigen Menschen mit einem Reisenden aus einer anderen Zeit zu konfrontieren: "Er ist kein Außerirdischer, sondern ein 'Außerzeitlicher', der im weitesten Sinn mit unseren Vorfahren verwandt ist. Das ist eine Frage, die auch Wissenschaftler reizt: Wie wäre das, wenn er mit unserer Gegenwart konfrontiert wäre?"
Dabei wollte Murnberger die naheliegende, häufig sehr beliebige Situationskomik, wie man sie in klamaukigen Kinderkomödien oft erlebt, unbedingt vermeiden: "Ich sehe unsere Geschichte jetzt eher wie einen klassischen Film der 70er-Jahre, in dem Ökologie eine Rolle spielt, in dem die komischen Szenen nicht das gehaltvolle Grundthema überlagern. Es geht mir um die menschliche Dimension, um die Begegnung zweier sehr unterschiedlicher Helden, die große sprachliche Verständnisschwierigkeiten haben, was aber wiederum hilft, die zwischenmenschlichen Gefühle in den Vordergrund zu rücken. Genau das hat mich interessiert. Es ist ein Film über Freundschaft: Zwei Fremde begegnen einander und kommen sich allmählich näher."
"Lapislazuli" ist zwar in einem sehr realen Umfeld angesiedelt, aber dennoch hat das Auftauchen des Neandertalers in den Alpen auch eine fantastische Dimension. "Deshalb zeige ich am Anfang den durch das All trudelnden Meteoriten, um eine gewisse märchenhafte Stimmung zu erzeugen – die Atmosphäre des Films soll anfangs nicht allzu realistisch erscheinen."