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Lauf der Dinge

Deutschland, 2006
Drama, 95 Minuten

Originaltitel
Lauf der Dinge

Kino-Start
16.08.2007

Regie
Rolf S. Wolkenstein

Darsteller
Zoe Weiland (Elisa), Manuel Cortez (Richie), Sebastian Achilles (Florian), Jennifer Ulrich (Clara), Tom Lass (Daniel), Jens Eulenberger (Marcel), Megan Gay (Lucia), Tobias Kasimirowicz (Boiler), Sybille Prätsch (Nicole)
Lauf der Dinge - Kinoplakat
Der Dokumentarfilmer Rolf S. Wolkenstein hat mit "Lauf der Dinge" seinen ersten Spielfilm veröffentlicht. In seinem Debüt erzählt er über das Erwachsenwerden von jungen Leuten, die fernab ihres Alltages im vermeintlichen Paradies durch die Umstände gezwungen sind, ihren künftigen Lebensweg völlig neu zu überdenken.

Die junge Elisa (Zoe Weiland) stammt aus gutem und wohlhabendem Hause, doch mit ihrem Vater, einem Professor versteht sie sich schon lange nicht mehr. Daher ist sie froh, auf Ibiza fern von der Familie und dem grauen Wetter Sonne pur, Partyfun und Koks genießen zu können. Das Vergnügen wird aber jäh getrübt, als sie merkt, dass Papa ihr die Kreditkarten gesperrt hat.

Nun sucht sich Elisa erst einmal eine billige Bude und einen Job. Bei letzterem hapert es allerdings, weil es mit ihren Spanischkenntnissen nicht allzu weit her ist. Auch der Typ, der ihr den Stoff besorgt hat, stellt sich als wenig hilfbereit dar. So ist sie gezwungen am Strand zu übernachten, wo sie Richie (Manuel Cortez) wiedertrifft, der auf der Insel in einer Strandbar jobbt.

Er schwärmt ihr von seinen Plänen, einen eigenen Laden zu eröffnen und macht Elisa Hoffnung auf die Zukunft. Sie verliebt sich in Richie, doch der ist darauf bedacht, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. So hat er bereits mit der Betreiberin seiner Bar angebandelt und umgarnt nun Elisa in der Annahme, sie sei gutsituiert und könne ihm bei seinen großspurigen Vorhaben unterstützen.

Dann taucht Clara (Jennifer Ulrich) auf der Insel auf. Sie ist hier, um ihre ältere Schwester dazu zu bewegen, wieder nach Hause zu kommen und sich mit ihrem Vater zu versöhnen. Als Richie erfährt, dass Elisa pleite ist, lässt er sie fallen wie eine heiße Kartoffel und macht sich nun an Clara heran, von der er sich mehr verspricht.

Weitere Urlauber auf Ibiza sind Florian (Sebastian Achilles), der mit Kumpel Daniel (Tom Lass) und seinem altersschwachen Audi 100 auf die Insel übergesetzt hat, um hier Party zu machen und Mädels zu vernaschen. Doch bei beiden stellt sich das als problematisch heraus: Während Daniel mit seiner chaotischen und unreifen Art beim anderen Geschlecht abblitzt, wird Florian allmählich bewusst, dass er doch eher aufs eigene Geschlecht abfährt. So verknallt er sich in Marcel (Jens Eulenberger), der auf Ibiza einen Buchladen betreibt. Nicht nur Florian selbst ist über diese Entwicklung konsterniert, auch Daniel und dessen frühere Kameraden von der Bundeswehr, die er auf der Insel getroffen hat...



Film-Inhalt  


Läuft an: Elisa (Zoe Weiland) und Richie (Manuel Cortez)
Läuft an: Elisa (Zoe Weiland) und Richie (Manuel Cortez)


  Film-Kritik


Läuft anders: Florian (Sebastian Achilles)
Läuft anders: Florian (Sebastian Achilles)

Diese Erzählung über verschiedene junge Menschen, die eigentlich nur Urlaub machen wollen und aus unterschiedlichen Gründen aus ihrem gewohnten Leben herausgerissen und vor neue Entscheidungen gestellt werden, lässt sich zunächst ziemlich unentschlossen an.

Das ist wohl darauf zurückzuführen, dass das Skript anfänglich in völlig anderer Umgebung angelegt war, und dass auch die Schauspieler ein Wort bei der Handlung mitzureden hatten. So plätschert selbige bisweilen recht betulich vor sich hin, und die bislang in der TV-Welt heimische Besetzung tut ihr Bestes, um die nicht sonderlich tief gezeichneten Figuren auszufüllen.

Erst zum Finale hin bekommt die Story eine gewisse Struktur und lässt einige Rückschlüsse auf die Intentionen des Autors zu. Dass ausgerechnet der Schwule sich zu sich selbst bekennt und damit als einziger ein Happy End erlebt, während die anderen an der Hetero-Welt scheitern, lässt fast einen Hauch von Ironie verspüren. Dennoch ist zu resümmieren, dass "Lauf der Dinge" besser als Fernsehspiel angelegt wäre und auf der Kinoleinwand für den engagierten Cineasten etwas verloren vorkommt.



"Lauf der Dinge" hat selbst einen völlig anderen Lauf genommen, als ursprünglich vom Autor vorgesehen war. Angedacht war das Projekt von Rolf S. Wolkenstein als eine Doku-Soap, die während der Loveparade in Berlin spielen sollte. Vier der Figuren, die sich in den Ereignissen während der Dauerparty entwickeln, waren in der anfänglichen Fassung schon weit gediehen, nämlich Elisa, Florian, Clara und Richie, der damals noch "Eddie" hieß.

Doch die Verhandlungen mit Fernsehstudios verliefen wenig erfolgreich, und so wandte sich Wolkenstein an die Produzenten Christian Kux und Sandra Harzer von der noch jungen Hamburger Produktionsfirma intervista digital media. Man einigte sich darauf, die Geschichte in gänzlich anderem Umfeld ablaufen zu lassen und mit kleinem Etat im Spielfilmformat zu drehen.

Dazu konnten auch Mittel der Filmförderung Hamburg eingeworben werden, und schließlich kam noch Pictorion Pictures ("Herr der Diebe") mit ins Boot. So wurde zusammen mit Stefan Eckel ein Drehbuch entwickelt, in dem die von jungen und unverbrauchten Schauspielern verkörperten Charaktere vor der sonnigen Kulisse der Balearen agieren.



Hintergrund  


Läuft nicht: Audi 100, Daniel (Tom Lass) und Florian
Läuft nicht: Audi 100, Daniel (Tom Lass) und Florian

  Rolf S. Wolkenstein


Läuft aus dem Ruder: Richie und Elisa
Läuft aus dem Ruder: Richie und Elisa

Der 1958 in Stuttgart geborene Rolf S. Wolkenstein, Regisseur und Co-Autor von "Lauf der Dinge", hat eine wechselhafte Karriere hinter sich. Bereits als Jugendlicher schrieb er seine ersten Geschichten, von denen eigene in lokalen Zeitschriften erschienen. Dann machte er bei Daimler-Benz eine Lehre als KFZ-Schlosser und konnte seine erworbenen Kenntnisse hilfreich bei Stockcar-Rennen anwenden.

Bald darauf begann er, mit der Super-8-Kamera seines Vaters, Filme zu drehen und das mit solchem Ernst, dass er 1982 nach Berlin umsiedelte, um dort ein Studium an der Film- und Fernsehakademie aufzunehmen. Zusammen mit zwei Freunden, Horst Markgraf und Bernhard Föll, drehte er unter dem Label Best Boys Connection (BBC) Kurzilme, von denen einige bedeutende Preise erringen konnten.

Als Intermezzo folgte eine intensive Beschäftigung mit digitaler Grafik unter Verwendung des damals richtungsweisenden Computers Amiga. Seit Ende der 1980er wandte sich Wolkenstein verstärkt dem Dokumentarfilm zu. Er gründete mit einem Freund zusammen die Produktionsfirma "Turner & Tailor", bei der etwa die mit dem Adolf-Grimme-Preis dotierte Musik-Dokuserie "Lost In Music" entstand.



► Cast, Crew► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "Lauf der Dinge" in der Regie von Rolf S. Wolkenstein liefen am 16.08.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Zusammen ist man weniger allein
Liebesdrama, Frankreich, 2007

Rush Hour 3
Action-Komödie, USA, 2007

Perfect Creature
Action, Neuseeland, England, 2006

Fata Morgana
Abenteuer-Drama, Deutschland, 2007

Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer
Science-Fiction-Abenteuer, USA, Deutschland, 2007

Die Liebe in mir
Drama, USA, 2007

Am Ende kommen Touristen
Drama, Deutschland, 2007

Ebenfalls im Kino 




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