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Lemming

Frankreich, 2005
Drama, 125 Minuten, FSK: 12

Originaltitel
Lemming

Kino-Start
13.07.2006

Regie
Dominik Moll

Darsteller
Laurent Lucas (Alain Getty), Charlotte Gainsbourg (Bénédicte Getty), Charlotte Rampling (Alice Pollock), André Dussollier (Richard Pollock), Jacques Bonnaffé (Nicolas Chevalier), Véronique Affholder (Francine), Michel Cassagne (Tierarzt), Florence Desille (Krankenschwester), Emmanuel Gayet (Diensthabender Arzt), Félix Gonzales (Nachbarsjunge Félix), Natacha Boussaa (Callgirl)
Lemming - Kinoplakat
Bereits im vielfach prämierten Film "Harry, un ami qui vous veut du bien" (Harry meint es gut mit dir) haben der 1962 im badischen Bühl geborene Dominik Moll als Regisseur, Gilles Marchand als Co-Autor und Laurent Lucas als Hauptdarsteller zusammengearbeitet. Mit "Lemming" ist wieder ein geheimnisvoller Thriller entstanden, der die Abgründe der Menschen beleuchtet.

Das Ehepaar Alain (Laurent Lucas) und Bénédicte Getty (Charlotte Gainsbourg) lebt scheinbar glücklich und in geordneten, bürgerlichen Verhältnissen in einem Haus am Rande von Toulouse in Südfrankreich, in das sie jüngst erst eingezogen sind. Während Ingenieur Alain gerade am Prototypen einer neuartigen fliegende Webcam zu Überwachungszwecken arbeitet, besorgt Gattin Benedicte das neue, allmählich traute Heim. Ein kleiner, zunächst scheints unbedeutender Störfall trübt jedoch eines Tages den idyllischen Alltag: Im Syphon des verstopften Spülbeckens wird ein Lemming aufgefunden - ein in hiesigen Breiten völlig unübliches Tier. Dieses Ereignis ist der Anfang einer schicksalhaften Wendung im Leben der Gettys...

An diesem Abend ist Alains Boss Richard Pollock (André Dussolier) nebst Ehefrau Alice (Charlotte Rampling) zu Gast. Im Gegensatz zu den Gastgebern sind diese offensichtlich nicht gut aufeinander zu sprechen. Nach demonstrativem Stillschweigen bezichtigt Alice ihren Mann, sie mit Nutten zu betrüfen, der Inhalt ihres Weinglases landet in seinem Gesicht, und beim überhasteten Aufbruch werden auch noch die verdutzten Gettys verflucht - und dabei soll es nicht bleiben: Schon am folgenden Tag besucht sie Alain in dessen Büro und bezirzt ihn nach allen Regeln der Kunst. Nachdem der Verführte diesen Verlockungen nur mit Mühe Widerstehen kann, such Alice nun auch noch Benedicte auf, um in Ihr den Glauben an die Treue des Gatten zu erschüttern.

Der überraschende Selbstmord von Alice beschert jedoch dem Paar kurz darauf nicht den erhofften Frieden: Als Schiene der geist der Toten in Benedicte gefahren zu sein, verändert diese ihr Verhalten - gereizt und unwirsch im Umgang mit Alain gerät die Ehe bald ins Wanken. Während einer Geschäftsreise mit Pollock berichtet Alain von Alices Verführungsversuch, was diesen äußerst verärgert. Als sich Pollock auf dem Hotelzimmer mit käuflicher Liebe beschäftigt, reist Alain nach einem beunruhigenden Anruf nach Hause. Er findet eine Meute von Lemmingen vor und stürzt vor Schreck die Treppe hinunter.

Alain wacht im Krankenzimmer auf - der Arm in Gips und das Gesicht lädiert. Beneticte sitz an seinem Bett und erklärt ihm, dies seien die Folgen eines Unfalls, bei dem sein Auto in der Leitplanke gelandet sei. Alains Bericht über die Lemminge tut der behandelnde Arzt als Einbildung in Folge des Unfalls ab. Zur Rekonvaleszenz macht das Ehepaar Urlaub in den Pyrenäen. Doch Benedictes Metamorphose schreitet voran, und bald glaubt Alain seine Frau nicht mehr zu kennen. Nachdem sie plötzlich verschwindet und ihm kurz darauf eine Affäre mit Pollock gesteht, lässt der Gehörnte sich auf eine schreckliche Tat ein...



Film-Inhalt  


Welches Geheimnis verbirgt Bénédicte Getty (Charlotte Gainsbourg)?
Welches Geheimnis verbirgt Bénédicte Getty (Charlotte Gainsbourg)?


  Film-Kritik


Ein Blick sagt mehr als tausend Worte: Alice (Charlotte Rampling) fixiert Alain (Laurent Lucas)
Ein Blick sagt mehr als tausend Worte: Alice (Charlotte Rampling) fixiert Alain (Laurent Lucas)

Der Eröffnungsfilm auf dem Filmfestival von Cannes war für die Goldene Palme nominiert, außerdem Charlotte Rampling für den Europäischen Filmpreis wie für den César als beste Nebendarstellerin. Für die vier Hauptrollen hätte Moll kaum eine bessere Besetzung finden können:

Die vierfache César-Gewinnerin Charlotte Rampling beeindruckt durch ihre für den Zuschauer fühlbare Präsenz, Charlotte Gainsbourg begeistert mit der Wandlung vom unschuldigen Heimchen zur erotischen Femme Fatale, Laurent Lucas verwandelt sich ebenso überzeugend vom Kontrollfreak zur haltlosen Marionette, während André Dussollier als "alter Bock" brilliert. Die intelligent strukturierte Story gewährt dem Zuschauer im Verlauf sparsam dosierte Einblicke des Geschehens und baut mit dem Fortschreiten der mysteriösen Ereignisse den Spannungsbogen auf hohem Niveau auf.

Die Symbolik der Bilder in den Landschaften und Gebäuden und auch die der der Musik ist geschickt komponiert und in die Handlung eingebunden, sparsam eingestreuter Humor kontrastiert wirkungsvoll mit gruseligen Momenten, und die unvorhersehbaren Psychospielchen zehren an den Nerven des Zuschauers. Dominik Moll ist ein stilistisch eigenständiges Stück französischer Filmkunst gelungen, die Cineasten und Freunde ausgeklügelter Psycho- und Mysterythriller gleichermaßen faszinieren wird.



Der Lemming ist ein Nagetier und gehört zur Unterfamilie der Wühlmäuse. Verbreitungsgebiet der Lemminge sind die arktischen oder subarktischen Regionen von Europa, Amerika und Asien. Sie werden bis etwas 15 cm lang und gut 100 Gramm schwer. Sie ernähren sich vorwiegend von Blättern, Gräsern und Sprossen, aber auch von Wurzeln und Knollen. Trotz des nordischen Lebensraums hält der Lemming keinen Winterschlaf, sondern ernährt sich von im Herbst bevorrateter Nahrung.

Die Lemminge zeichnen sich durch starke Schwankungen der Populationen aus. Ursache hierfür sind nach aktuellem Stand der Forschung die Wechselwirkung von Nahrungsangebot und Fressfeinden. Die alle paar Jahre explodierende Vermehrung der Lemminge und damit verbundene Massenwanderungen sind auch die Ursache für die Legende, diese Tiere verübten kollektiven Suizid, indem sie im Gänsemarsch Klippen hinunterstürzen oder sich ersäufen. Nahrung erhielt diese Meinung durch den berüchtigten oscar-prämierten Walt-Disney-Film "Weiße Wildnis" (White Wilderness) von 1958, bei dem derartige Massenselbstmorde vor der Kamera inszeniert wurden.



Hintergrund  


Krisen einer Ehe: Richard Pollock (André Dussolier) und Alice
Krisen einer Ehe: Richard Pollock (André Dussolier) und Alice

  Who the f*** is Alice?


Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird
Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird

Der Eröffnungsfilm auf dem Filmfestival von Cannes war für die Goldene Palme nominiert, außerdem Charlotte Rampling für den Europäischen Filmpreis wie für den César als beste Nebendarstellerin. Die gebürtige Engländerin Charlotte Rampling war 20 Jahre lang mit dem bedeutenden französischen Komponisten und Produzenten Jean-Michel Jarre verheiratet, mit dem sie drei Kinder hat.

Sie wurde 1995 vom Empire Magazine zu einem der 100 Sexiest Stars der Filmgeschichte gewählt, und gehört laut People Magazine zu den 50 schönsten Menschen 2001. Im selben Jahr erhielt Rampling von der französischen Filmakademie einen Ehren-César für ihr bisheriges Werk. 2006 war sie Präsidentin der Internationalen Jury bei der 56. Berlinale.



► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "Lemming" in der Regie von Dominik Moll liefen am 13.07.2006 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Wolf Creek
Horror-Abenteuer, Australien, 2005

The Fast and the Furious 3: Tokyo Drift
Action, USA, Japan, 2006

Taxi Driver
Drama, USA, 1976

Rebell in Turnschuhen
Sportdrama, USA, 2006

Poseidon
Action-Abenteuer, USA, 2006

Ebenfalls im Kino 




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