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Lissi und der wilde Kaiser

Deutschland, 2007
Komödie

Originaltitel
Lissi und der wilde Kaiser

Kino-Start
25.10.2007

Regie
Michael Herbig

Darsteller
Michael Bully Herbig (Lissi, Falthauser, Ignaz), Christian Tramitz (Franz, Schwiegerpapa), Rick Kavanian (Feldmarschall, König Bussi von Bayern, Schwaiger), Lotte Ledl (Mutter Kaiserin), Waldemar Kobus (Yeti), Gerd Knebel & Henni Nachtsheim von Badesalz (Teufel)
Lissi und der wilde Kaiser - Kinoplakat
Nach der Karl-May-Hommage "Der Schuh des Manitu" und der Weltraumparodie "(T)raumschiff Surprise" bringt Michael Herbig alias Bully mit "Lissi und der wilde Kaiser" seinen ersten Animationsfilm in die Kinos. Wie schon in "Hui-Buh" diente sein Konterfei als Vorlage für den Titelhelden, und mit seinen beiden Mitstreitern aus der Bullyparade gibt er den Stimmen der Filmfiguren Gewicht.

Österreich-Ungarn, in seinen schönsten Jahren: Die junge Kaiserin Lissi (Bully) herrscht glücklich an der Seite ihres Kaisers Franz (Christian Tramitz) über das Land. Anstrengende Tätigkeiten oder delikate Aufgaben werden einfach an den treu ergebenen Feldmarschall (Rick Kavanian) delegiert, so bleibt dem Traumpaar genug Zeit für die angenehmen Seiten des Lebens:

Rauschende Feste zu Hofe, ausgedehntes Flanieren oder Kutschfahrten in der herrlichen Landschaft, aber auch kaiserliches Golfspiel mit Konfekt wird zur Erbauung gespielt. Ganz abgesehen von wilden Turteleien in den Gemächern von Schloss Schöngrün, wobei auch Doktorspiele und Folterinstrumente das Liebesspiel abwechslungsreich gestalten.

Eines Tages jedoch ist es mit der Idylle am Hof der k.u.k-Monarchie schlagartig vorbei: Im Auftrag Satans persönlich entführt der Yeti (Waldemar Kobus) die holde Kaiserin. Die kaiserlichen Kammerjäger Schwaiger und Ignaz sind zwar schießwütig, aber wenig treffgenau, und so verfehlen sie den Übeltäter ebenso wie glücklicherweise auch Lissi.

Kaiser Franz beruft sofort einen Krisenstab ein, doch bei seiner Beratung mit dem Feldmarschall stellt sich schnell das Dilemma des kaiserlichen Militärs heraus: Die Truppen wurden nach Sizilien beordert, wo sie die angehäuften Überstunden abfeiern. So steht des Kaisers Entschluss fest: Franz selbst wird den Suchtrupp anführen, der seine Liebste aus den Fängen des Zottelwesens befreien soll. Ihm und dem Feldmarschall schließt sich auch noch die resolute Mama (Lotte Ledl) an, die ihren Sohn für ein Weichei hält und ihm die Rettungsaktion allein nicht zutraut.

Standesgemäß ausgestattet, macht sich die kaiserliche Kutsche auf den Weg, und die Fährte des Kidnappers ist schnell gefunden. Doch auch eine Botschaft der Entführten, aus der hervorgeht, dass die Untat Lissi selbst weit weniger Ungemach bereitet als Franz dies befürchtet hat. Die genießt nämlich die erzwungene Abwesenheit des Gemahls, der darob umso entschlossener ist, sein geliebtes Weib wieder in die Arme schließen zu können...



Film-Inhalt  


Noch ein glückliches Paar: Lissi und Kaiser Franz
Noch ein glückliches Paar: Lissi und Kaiser Franz


  Hintergrund


Zweideutige Stellung: Mutter Kaiserin mit Feldmarschall
Zweideutige Stellung: Mutter Kaiserin mit Feldmarschall

Nach dem überwältigenden Erfolg seines ersten Spielfilms "Der Schuh des Manitu" stellte Comedian Michael Bully Herbig das Thema seines folgenden Films zur Abstimmung. Nachdem die Wahl der Zuschauer auf die Enterprise-Parodie "Traumschiff" fiel und damit "sissi" knapp abgeschlagen war, rumorte es unter den Fans des kaiserlichen Paares.

So kündigte Bully bereits bei der Premiere zu "(T)Raumschiff Surprise" an, dass sein Folgeprojekt endlich die Wechseljahre einer Kaiserin behandeln werde - so der Untertitel der Sissi-Sketche bei der Comedyshow "Bullyparade". Zusammen mit Co-Autor Alfons Biedermann, der schon in der Bullyparade und dann bei den ersten beiden Kinofilmen seine Ideen einfließen ließ, machte sich Bully dann an das Drehbuch zu "Lissi und der wilde Kaiser".

Der Entschluss, anders als die Vorgänger dieses Werk als 3-D-Animationsfilm zu realisieren, fällte Bully nach eigener Auskunft nach einer albtraumhaften Nacht, wo er sich schon als Schauspieler in höchst unbequemen Kostümen des 19. Jahrhunderts eingezwängt sah. Allerdings hatte das einen deutlich längeren Zeitraum zur Folge.

Mit viel Zeitaufwand entwarf Bully mit seinen Zeichnern hunderte von Skizzen, die Figuren, Kulissen und Gegenstände bis ins Detail enthielten. Besonderes Augenmerk legte der Regisseur auf die Charaktere von "Lissi und der wilde Kaiser". Erst nachdem diese auf dem Papier seine Zustimmung gefunden hatten, wurden nach deren Vorlage Maquette erstellt. Das sind maßstabsgerechte Modellfiguren, die ihrerseits per Scan in den Computer übernommen und dort weiterbearbeitet werden.

Auch die über tausend Einstellungen für die Kamera entstanden zunächst auf dem Papier und bildeten das Storyboard, mit dessen Hilfe anschließend die Sequenzen montiert wurden. In dieser Phase wurde auch ein Tonstudio angemietet, wo die Synchronsprecher den Filmfiguren ihre Stimme verliehen. Rund sechs Monate später lag dann die erste Rohfassung vor.

Zu dem etwa 130 Fachkräfte starken Filmteam zählten allein über fünfzig Animatoren, und wiederum zahlreiche Spezialisten, so etwa für das Modellieren, Licht und Schatten, die Simulation von Kleidung und Haaren, das Zusammenwirken der Figuren, Requisiten und Kulissen oder das Rendern, um nur einige zu nennen.



"Lissi und der wilde Kaiser" entstand nach der Idee der Sissi-Sketche in der Bullyparade, die wiederum die Sissi-Trilogie aus den 1950er Jahren parodieren. In den drei Filmen "Sissi" (1955), "Sissi - Die junge Kaiserin" (1956) und "Sissie - Schicksaljahre einer Kaiserin" (1957) spielte die beim ersten Film erst 16-jährige Romy Schneider die Rolle der österreichischen Kaiserin, Karlheinz Böhm ihren Geliebten und Gatten Kaiser Franz-Joseph, und Romys Mutter Magda Schneider spielte auch die Filmmutter: Als Herzogin Ludovika von Bayern hielt sie beim Dreh ein Auge auf ihre Tochter.

Die Sissi-Trilogie von Regisseur und Drehbuchautor Ernst Marischka war seinerzeit das, was man einen Straßenfeger nannte, und zugleich der Startpunkt zu Romy Schneiders kometenhafter Karriere. Bereits 1997 wurde die österreichische Traumkaiserin animiert: Für eine französisch-kanadischen Zeichentrickserie in 52 Episoden, die in der ARD ausgestrahlt wurde.

Die "echte" "Sissi" Elisabeth Amalie Eugenie wurde am 24. Dezember 1837 als Tochter des Herzogs Maximilian Joseph von Bayern und Enkelin des bayrischen Königs Maximilian I. in München geboren. Nach dem Willen der Erzherzogin Sophie, Mutter des jungen österreichisch-ungarischen Kaisers Franz-Joseph, sollte eigentlich Elisabeths ältere Schwester Helene mit dem Monarchen verheiratet werden.

Doch der verliebte sich bei dem anberaumten Treffen zur bevorstehenden Verlobung auf den ersten Blick in die damals erst 15-jährige Prinzessin Elisabeth. Die Hochzeit zwischen Vetter und Base fand rund ein Jahr später am 24. April 1854 in Wien statt. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor, von denen die Erstgeborene aber mit zwei Jahren an Typhus starb. Elisabeth wurde am 10. September 1898 in Genf von einem italienischen Anarchisten ermordet.



Kaiserin der Herzen  


Mit dem Teufel im Bunde: Der Yeti
Mit dem Teufel im Bunde: Der Yeti

  Bully vor dem Film


Franz bläst seiner Lissi den Marsch
Franz bläst seiner Lissi den Marsch

Ja, ich muss zugeben: Ich hab das letzte Jahr ein wenig gemogelt. Ich hab "Hui-Buh" ganz gerne vorgeschoben, um nicht erzählen zu müssen, dass ich an "Lissi und der wilde Kaiser" bereits seit einem Jahr arbeite. Aber man muss dazu auch sagen: Ich bin auch ein bisschen neidisch auf Hui-Buh, denn Hui-Buh ist ein monumentaler, großartiger, unfassbar gigantischer und aufwendiger Film geworden. Ich bin ein bisschen neidisch, dass ich den Film nicht gemacht habe, aber ich bin zumindest ein Teil davon, um nicht zu sagen: Ich bin Hui-Buh!

Das Tolle an einem Animationsfilm ist, dass man irgendwie alles unter Kontrolle hat. Also wenn man einen Film mit Schauspielern dreht - das liebe ich sehr - ist man natürlich etwas eingeschränkt. Man kann zwar dem Schauspieler sagen, wie man´s gern hätte, welches Timing, aber im Grunde spielt natürlich die Persönlichkeit des Schauspielers immer noch mit. In einem Animationsfilm kann man sogar noch im letzten Stadium eine Augenbraue verändern. Man kann sagen: Komm, lass ihn nochmal kurz SO gucken, oder SO - oder auch anders. Dazu kommt, dass Kaiserin Lissi natürlich eine wunderschöne Frau ist. Und Sie hätten mal die Gesichter sehen müssen, als ich den Animatoren gesagt habe: Also, die Lissi ist die schönste Frau der Welt, und - hat auch ein bisschen Ähnlichkeit mit mir!

Schuh des Manitu, Traumschiffe Surprise Periode eins, Lissi und der wilde Kaiser - die Trilogie ist vollendet! Lissi heißt sie übrigens, weil sie nicht Sissi heißt. Heute kann ich sagen: Hey, wir arbeiten seit einem Jahr am neuen Film - 2001, 2004, 2007 - ich finde, das ist ein schöner Rhythmus. Jetzt irgendwann muss ich raus damit, weil: Jetzt werden die Fragen unangenehmer!



► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "Lissi und der wilde Kaiser" in der Regie von Michael Herbig liefen am 25.10.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Odette Toulemonde
Tragikomödie, Frankreich, Belgien, 2006

Im Bett
Tragikomödie, Deutschland, Chile, 2005

Halloween
Horror, USA, 2007

Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford
Western, USA, 2006

Ebenfalls im Kino 




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