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Little Miss Sunshine

USA, 2006
Tragikomödie, 98 Minuten, FSK: 6

Originaltitel
Little Miss Sunshine

Kino-Start
30.11.2006

Regie
Jonathan Dayton, Valerie Faris

Darsteller
Abigail Breslin (Olive Hoover), Greg Kinnear (Richard Hoover), Paul Dano (Dwayne), Alan Arkin (Grandpa Edwin Hoover), Toni Collette (Sheryl Hoover), Steve Carell (Frank), Bryan Cranston (Stan Grossman), Marc Turtletaub (Doctor)
Little Miss Sunshine - Kinoplakat
Selten wird einem Film die Ehre zuteil, bei seiner Premiere auf dem Sundance Film Festival vom Publikum mit stehendem Applaus bedacht zu werden. Mit "Little Miss Sunshine" hat das Ehepaar Valerie Faris und Jonathan Dayton, die selbst drei Kinder haben, einen Familienfilm voller Gefühle und subversiven Humors geschaffen, der Zuschauer aller Altersklassen mitreißen kann.

Richard Hoover (Greg Kinnear) gibt mit seinen Motivationsseminaren Menschen praktische Lebenshilfe - zumindest den paar, die er überzeugen kann, dass sein Programm auch tatsächlich Erfolg bringt. Auch im Privatleben funktionieren seine Patentrezepte nicht immer so perfekt, was ihm Ehefrau Sheryl (Toni Collette) nur zu gerne aufs Brot schmiert.

Sein Vater Edwin (Alan Arkin) wurde wegen dessen übermäßig freizügigen Umgangs mit Sex und Drogen aus dem Altersheim geworfen und fällt nun seiner Familie daheim auf die Nerven, ebenso wie Sheryls schwuler Bruder Frank (Steve Carell), der kürzlich sowohl seinen jüngeren Liebhaber wie auch ein Stipendium verloren und einen darauf folgenden Suizidversuch überlebt hat.

Auch Sohn Dwayne (Paul Dano) ist kein Quell der Freude, hat er doch seit Monaten kein Wort mehr mit ihnen gewechselt - ein Schweigegelübde soll die Aufnahme in die Air Force erzwingen. Einzig das 7-jährige Töchterlein Olive (Abigail Breslin) bietet bisher keinen Anlass zur Klage - ihr sehnlichster Wunsch ist die Teilnahme am alljährlich stattfindenden Wettbewerb "Little Miss Sunshine". Als ihr wegen eines Diätpillenbedingten Ausfalls der ärgsten Konkurrentin tatsächlich eine Einladung zu diesem Beauty-Contest für die Kleinsten zugeht, erfasst der Ehrgeiz die ganze Familie, und zusammen machen sie sich in ihrem altersschwachen VW-Bus auf den Weg von Albuquerque in New Mexico nach Kalifornien.

Zuerst macht das Vehikel schlapp, kurz darauf auch noch Olives Opa. Im Krankenhaus besteht man auf einer zügigen Beerdigung, doch die würde die familiäre Mission zum Scheitern bringen. Also entführt man kurzerhand den Leichnam aus der Klinik, um rechtzeitig die Veranstaltung im sonnigen Redondo Beach erreichen zu können. Doch damit sind noch lange nicht alle Probleme überwunden, die sich der Fahrgemeinschaft in den Weg stellen...



Film-Inhalt  


Olive Hoover (Abigail Breslin) will unbedingt Beautyqueen werden
Olive Hoover (Abigail Breslin) will unbedingt Beautyqueen werden


  Film-Kritik


Die Familie entschließt sich Olive zu begleiten
Die Familie entschließt sich Olive zu begleiten

Dieses Roadmovie mit einer Familie voller Loser ist wirklich etwas für die ganze Familie. Die Grundstory an sich ist überschaubar - was den Reiz dieses Films ausmacht, ist die Mischung aus Satire, Komödie und Tragödie. Da ist zunächst die Zusammenstellung der allesamt schrulligen Charaktere, die sorgfältig ausgearbeitet sind und trotz - oder gerade wegen - ihrer Eigenheiten durchgängig sympathisch sind.

Ebenso wichtig und ebenso gelungen ist das Casting - sei es Greg Kinnear als der an den eigenen Ansprüchen scheiternde Familienvater Richard Hoover, Alan Arkin als dessen vulgärer Vater oder Paul Dano als stummer Nihilistensohn - allen sitzt ihre jeweilige Rolle wie angegossen.

Diese Familie wird auf eine Reise geschickt, die gespickt ist voller zündender Einfälle, prächtiger Situationskomik und vergnüglichen Dialogen, wobei tragische Momente wie das Salz in der Suppe wirken. Die satirische Kritik am Schönheitswahn, der schon die Kleinsten befällt, ist wohldosiert und rutscht nur ganz vereinzelt in überhöhte Albernheit ab.

Wie es sich für ein gefühlvolles Roadmovie gehört, sorgt eine gekonnt geführte Kamera für viel Atmosphäre, ebenso wie ein sorgfältig und adäquat zu den Landschaften und Situationen arrangierter Soundtrack, unter anderem mit Musik von Mychael Danna und der Indie-Rockgruppe DeVotchKa.



Die Entstehung von "Little Miss Sunshine" sollte rund fünf Jahre dauern. Der wesentliche Grund für die Verzögerung lag in der Finanzierung und die Rechte um das Drehbuch beründet. Nachdem die Produzenten um Marc Turtletaub für eine viertel Million Dollar das Drehbuch gekauft und zur Verfügung gestellt hatten, stieg mit Focus Features eines der Studios aus, und Turtletaub kaufte die Rechte zurück, um den fehlenden Etat selbst aufzubringen.

Um die Rolle des schwulen Onkels gab es zwischen den Produzenten und dem Studio Differenzen; erstere wollten Bill Murray, während letztere sich für Robin Williams einsetzten. Auch Steve Carell, auf den man sich schließlich einigte, wurde vom Studio skeptisch gesehen, bemängelte man dort seine zu geringe Popularität und Schauspielerfahrung. Doch seit Drehstart zu "Little Miss Sunshine" sollte sich dies schlagartig ändern:

Als Titeldarsteller und Co-Autor von "Jungfrau (40), männlich, sucht..." (40 Year-Old Virgin) erntete er einen MTV Movie Award und einen Preis der Writers Guild of America, und für seine Rolle des "Michael Scott" in der Kultserie "The Office" bekam er unter anderem einen Golden Globe. Damit waren die Bedenken nicht nur zerstreut, Carell ist neben Greg Kinnear nun auch das Zugpferd für die Vermarktung von "Little Miss Sunshine".



Hintergrund  


Opa Edwin (Alan Arkin) ist kein bisschen weise
Opa Edwin (Alan Arkin) ist kein bisschen weise

  Hauptdarsteller VW-Bus


Auf der Fahrt nach Kalifornien
Auf der Fahrt nach Kalifornien

Einer der im Casting unerwähnten Hauptdarsteller von "Little Miss Sunshine" ist ein VW-Bus vom Typ 2 T2, von dem bei den Dreharbeiten zum Film fünf Exemplare zum Einsatz kamen. Der Urvater des modernen Van wurde 1950 auf der Basis des Käfers, ebenfalls mit luftgekühltem Boxermotor im Heck, erstmals produziert.

Der Volkswagen Transporter, auch als "Bully" bezeichnet, bekam in den USA eine hohe Popularität und fand eine treue Anhängerschaft in der Flower-Power-Bewegung der Hippies, die ihre oft bunt angemalten Gefährten anstelle des VW-Logos mit einem entsprechend großen Peace-Abzeichen versahen.

Das Studio Fox Searchlight Pictures veranstaltete für Mitglieder eines VW-Bus-Clubs in Los Angeles eigens ein Screening zu "Little Miss Sunshine" in einem Autokino, zu dem sich die stolzen Besitzer von 65 Bullies samt ihren Fahrzeugen einfanden.



► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "Little Miss Sunshine" in der Regie von Jonathan Dayton, Valerie Faris liefen am 30.11.2006 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Severance - Ein blutiger Betriebsausflug
Horrorkomödie, England, Ungarn, 2006

Pulse - Du bist tot bevor Du stirbst
Mystery-Thriller, USA, 2005

Jackass: Nummer 2
Komödie, USA, 2006

Happy Feet
Animation, Australien, USA, 2006

Bye Bye Blackbird
Drama, Österreich, Luxemburg, Deutschland, England, 2005

Als das Meer verschwand
Mystery-Thriller, Neuseeland, England, 2004

Ebenfalls im Kino 




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