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Machtlos

USA, Südafrika, 2007
Thriller, 120 Minuten

Originaltitel
Rendition

Kino-Start
22.11.2007

Regie
Gavin Hood

Darsteller
Omar Metwally (Anwar El-Ibrahimi), Reese Witherspoon (Isabella Fields El-Ibrahimi), Aramis Knight (Jeremy El-Ibrahimi), Rosie Malek-Yonan (Nuru El-Ibrahimi), Jake Gyllenhaal (Douglas Freeman)
Machtlos - Kinoplakat
Spätestens seit den Anschlägen vom 11. September 2001 gehen die USA im Kampf gegen den Terrorismus wenig zimperlich vor. Mittlerweile ist es ein offenes Geheimnis, dass dazu auch Verschleppung von Terrorverdächtigen über Grenzen hinweg in Staaten gehören, die es mit den Menschenrechten nicht so genau nehmen. In dem Polit-Thriller "Machtlos" hat sich Regisseur Gavin Hood einen solchen Fall fiktiv vorgenommen.

Anwar El-Ibrahimi (Omar Metwally) ist zwar in Ägypten geboren, er lebt jedoch seit seiner Kindheit in den USA. Er ist verheiratet und, seine Frau Isabella (Reese Witherspoon) erwartet in Kürze ein Kind. Beruflich Anwar er als Ingenieur tätig, und im Auftrag seines Arbeitgebers gehören Reisen um den halben Erdball zu seinem Alltag.

Als der gebürtige Araber eines Tages von einem Aufenthalt in Südafrika in seine amerikanische Heimat zurückkehrt, wird der Arglose noch im Flughafengebäude von Washington von Angehörigen der CIA überwältigt. Doch ihn erwartet kein Verfahren im Lande, stattdessen wird er entführt, nach Ägypten verschleppt und dort in ein geheimes Gefängis gesperrt.

Anwars Frau Isabella (Reese Witherspoon) erfährt von den ungeheuerlichen Vorgängen nichts. Ihr wird von den Behörden dreist erzählt, ihr Mann hätte nie das Flugzeug bestiegen, müsse demzufolge irgendwo in Südafrika verschwunden sein - eine recht plumpe Lüge, denn seine Kreditkartenabrechnung belegt das Gegenteil.

In ihrer Verzweiflung wendet sich Isabella an ihren alten Studienfreund Alan Smith (Peter Sarsgaard), der für den US-Senator Hawkins (Alan Arkin) arbeitet. Über ihn findet sie schließlich heraus, dass ihr Ehemann auf Befehl von Corrine Whitman (Meryl Streep), Chefin der CIA-Anti-Terror-Einheit, verschleppt wurde.

Während Isabella in den USA alle Hebel zur Freilassung ihres Mannes in Bewegung setzt, wird dieser inzwischen unter Aufsicht des jungen CIA-Agenten Douglas Freeman (Jake Gyllenhaal) von dem Gefängnisdirektor Abasi Fawal (Igal Naor) in einer Art und Weise "befragt", die selbst Freeman an seinem Land und seiner Aufgabe zweifeln lässt...



Film-Inhalt  


Reese Witherspoon als Isabella
Reese Witherspoon als Isabella


  Extraordinary rendition


Kann der Freund aus alten Tagen helfen?
Kann der Freund aus alten Tagen helfen?

Unter "extraordinary rendition" - etwa "außerordentliche Auslieferung" - versteht man die gewaltsame Verschleppung von Personen - zumeist Terrorverdächtige - über Staatsgrenzen hinweg, um sie letztendlich in Staaten verhören zu können, die bereit sind, selbst Folter anzuwenden oder Folter als Verhörmethode zumindest stillschweigend dulden.

Die US-amerikanischen Geheimdienste wenden "extraordinary renditions" spätestens seit 1993 an. Im Jahre 1995 hat der damalige amerikanische Präsident Bill Clinton diese Vorgehensweise in einer präsidentiellen Direktive gebilligt, es blieb jedoch bei einigen wenigen Anwendungen.

Nach den Anschlägen vom 11. Sepetember 2001 wurden "extraordinary renditions" gewissermaßen zum Standard in der Vorgehensweise gegen Terrorverdächtige. Im Jahre 2006 räumte Präsident Georg W. Bush in einem Interview auch das Vorhandensein von der CIA kontrollierter Gefängnisse - sog. "black sites" - außerhalb der USA ein.

In Europa standen Polen und Rumänien sowie einige Balkanstaaten in Verdacht, derartige Einrichtungen auf ihrem Territorium zu dulden. Eine Untersuchung durch das Europäische Parlament konnte den Verdacht jedoch weder bestätigen, noch konnten die Länder ihn glaubwürdig entkräften.



Strafrechtliche Entscheidungen zu diesem Thema liegen in Deutschland nicht vor und sind auch kaum zu erwarten. Eine Zuständigkeit deutscher Behörden würde sich nur ergeben, wenn Täter oder Opfer Deutsche wären oder die Tat in Deutschland begangen wurde.

Formalrechtlich wären Verschleppungen ins Ausland zum Zwecke von Verhören auch und gerade unter Einsatz von Folter wohl als "Freiheitsberaubung in Tateinheit mit gefährlicher Köperverletzung in mittelbarer Täterschaft" zu werten, was nicht nur im umgangssprachlichen, sondern im juristischen Sinne ein Verbrechen wäre. Bei wiederholter und fortgesetzter Handlung wäre ein Strafmaß von 10 Jahren durchaus realistisch. Selbst bei Annahme eines "minderschweren Falles" (z.B. bei Handlungen auf Anordnung) wären noch Freiheitsstrafen von etwa fünf bis sieben Jahren zu erwarten.

Soweit die CIA für deratige Unternehmungen Flugplätze des US-Militärs in Deutschland nutzt oder zumindest genutzt hat, wäre eine deutsche Zuständigkeit zwar wieder gegeben, jedoch ist faktisch nicht beweisbar, wen oder was die CIA in ihren Flugzeugen transportiert hat. Hinzu käme, dass nach verschiedenen internationalen Abkommen Straftaten, die US-Militärangehörige in Deutschland begehen, nicht von der deutschen, sondern von der amerikanischen Justiz zu ahnden sind. Es dürfte sicher anzunehmen sein, dass "im Notfall" in Verschleppungen verwickelte CIA-Angehörige einen (mindestens formalen) Militärrang nachweisen könnten, sodass Deutschland sie nur der US-Militärjustiz überstellen könnte, die wiederum aufgrund der durch den US-Präsidenten vorgenommenen Legalisierung keine rechtliche Handhabe gegen die Täter hätte.



Rechtslage in Deutschland  


Beim CIA
Beim CIA
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  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Machtlos" in der Regie von Gavin Hood liefen am 22.11.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Tell - Jeder Schuss ein Treffer
Komödie, Deutschland, Schweiz, 2007

Seed
Horror, Kanada, 2007

Persepolis
Animation, Frankreich, USA, 2007

Meine schöne Bescherung
Komödie, Deutschland, 2007

Es war k´einmal im Märchenland
Animation, Deutschland, USA, 2007

Across the Universe
Musical, USA, 2007

4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage
Drama, Rumänien, 2007



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