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Als das Meer verschwand

Neuseeland, England, 2004
Mystery-Thriller, 128 Minuten, FSK: 12

Originaltitel
In My Father´s Den

Kino-Start
29.11.2006

Regie
Brad McGann

Darsteller
Matthew Macfadyen (Paul Prior), Miranda Otto (Penny), Emily Barclay (Celia Steimer), Colin Moy (Andrew), Jimmy Keen (Jonathon), Jodie Rimmer (Jackie), Toby Alexander (Paul als Teenager), Asher Emanuel (Paul als Kind), Nicholas Hayward (Andrew als Teenager), Liam Herbert (Andrew als Kind)
Als das Meer verschwand - Kinoplakat
Die psychischen Tiefen eines Kriegsfotografen und verschüttete Familiengeheimnisse bilden den Stoff, aus dem Kiwis hier wieder einmal ein bemerkenswertes Stück Filmkunst geschaffen haben. Vor der geheimnisvollen Kulisse des südlichen Neuseeland erzählt Regisseur Brad McGann eine Geschichte, die weit entfernt vom glatten Mainstream Hollywoods entfernt ist, cineastisch aber keinen Vergleich zu scheuen braucht.

Der Kriegsberichterstatter Paul Prior (Matthew Macfadyen) hat schon so einiges erlebt und ist seines Berufes zeitweise überdrüssig geworden. Nach siebzehn Jahren kehrt er in sein früheres Heimatdorf in Neuseeland zurück, um der Beerdigung seines Vaters beizuwohnen. Zu der Zeremonie verspätet er sich allerdings, was wieder einmal zu einem Streit mit seinem Bruder Andrew (Colin Moy) führt.

Und wieder ist der Tod eines Elternteils Anlass, hatte doch Paul seinerzeit seine Familie verlassen, als die Mutter gestorben war. Auch seine damalige Freundin Jackie (Jodie Rimmer) hat ihm sein plötzliches Verschwinden noch nicht verziehen. Mit deren 16-jähriger Tochter Celia (Emily Barclay) hingegen versteht er sich im Lauf der Zeit prächtig. In der von seinem Vater gebauten, verborgenen Hütte bemerkt er sie das erste Mal, wo sie sich von ihrer Umwelt zurückzieht, um in Ruhe zu schreiben und sich auf die Erfüllung ihres Traums vorzubereiten, um Schriftstellerin zu werden.

Die beiden treffen sich regelmäßig in dem geheimen Unterschlupf, wo Celia fasziniert den Erzählungen des weitgereisten Paul lauscht. Allmählich dämmert ihm, dass die junge Dame seine Tochter sein könnte. Bei einem Treffen mit Jackie reagiert sie auf diesbezügliche Fragen allerdings ausweichend. Zudem muss Paul feststellen, dass das Mädchen von ihrem Stiefvater misshandelt wird, und wird von diesem niedergeschlagen, als er ihn zur Rede stellen will. Jackie verbietet ihm fortan den Kontakt zu ihrer Tochter, was die beiden aber nicht auseinanderbringen kann.

Die häufigen Treffen und das innige Verhältnis zwischen Paul und Celia stoßen jedoch im Dorf zunehmend auf Missfallen, und als das Mädchen verschwindet, wird Paul dafür verantwortlich gemacht - sogar die Polizei ermittelt gegen ihn. Nun muss er sich einem schrecklichen Geheimnis stellen, das in seiner Vergangenheit begründet liegt...



Film-Inhalt  


Sind sich nicht grün: Paul Prior (Matthew Macfadyen) und sein Bruder Andrew (Colin Moy)
Sind sich nicht grün: Paul Prior (Matthew Macfadyen) und sein Bruder Andrew (Colin Moy)


  Film-Kritik


Kommen sich näher: Paul und Celia (Emily Barclay)
Kommen sich näher: Paul und Celia (Emily Barclay)

Nach einer sorgfältigen Vorstellung und Einführung der Charaktere entwickelt sich die komplexe Geschichte mit gemächlichem Tempo wie ein Mosaik, in dem Bruchstücke aus Handlung und Erinnerungen sich in diversen Handlungssträngen und mit eingestreuten Rückblicken nach und nach zu einem klareren Bild fügen, das in der schrecklichen Offenbarung zum Finale gipfelt.

Die nichtlineare Erzählungsweise erfordert dabei Konzentration, belohnt aber mit zunehmendem Spannungsbogen und vermag auch solidere Naturen zu fesseln. Die Figuren und ihre Beziehungen zueinander sind vielschichtig angelegt und werden von einer blendenden Besetzung verkörpert.

Neben der Dramaturgie kann auch die Kamera mit emotionalen und atmosphärisch prägnanten Bildern überzeugen. Insgesamt trotz sehr ruhiger Erzählweise ein anspruchsvolles, kraftvolles Stück Filmkunst, beeindruckend und bewegend.

Von Kritik und Publikum auf vielen Festivals rund um den Planeten gefeiert, von San Sebastián (Youth Jury Award) bis Shanghai (Beste Kamera) und von Seattle, wo es den Spezialpreis der Jury für den Regisseur gab, bis Toronto (Internationaler Kritikerpreis).



► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "Als das Meer verschwand" in der Regie von Brad McGann liefen am 29.11.2006 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Severance - Ein blutiger Betriebsausflug
Horrorkomödie, England, Ungarn, 2006

Pulse - Du bist tot bevor Du stirbst
Mystery-Thriller, USA, 2005

Little Miss Sunshine
Tragikomödie, USA, 2006

Jackass: Nummer 2
Komödie, USA, 2006

Happy Feet
Animation, Australien, USA, 2006

Bye Bye Blackbird
Drama, Österreich, Luxemburg, Deutschland, England, 2005

Ebenfalls im Kino 




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