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Mondscheinkinder

Deutschland, 2006
Drama, 86 Minuten

Originaltitel
Mondscheinkinder

Kino-Start
14.12.2006

Regie
Manuela Stacke

Darsteller
Leonie Krahl (Lisa), Lucas Calmus (Paul), Lucas Hardt (Simon), Renate Krößner (Mutter Irmi), Walter Kreye (Dr. Maurer)
Mondscheinkinder - Kinoplakat
Insgesamt sechs Studenten der Hochschule für Film und Fernsehen HFF "Konrad Wolf" in Potsdam-Babelsberg haben mit "Mondscheinkinder" ihren Diplomfilm abgeliefert. Sowohl Regisseurin Manuela Stacke wie auch Autorin Katrin Milhahn, Kameramann Alexander Sass, Cutter Dirk Schreier, Sounddesigner Andi Drost haben damit ihr Studium abgeschlossen.

Paul (Lucas Calmus) ist gerade sechs Jahre alt und hat ein hartes Los gezogen: Er leidet unter der Mondscheinkrankheit, einer seltenen Hauterkrankung, bei der die Haut, die der Sonnenstrahlung ausgesetzt ist, stark geschädigt wird. Während seine Altersgenossen im Freien herumtollen, muss Paul den Tag über in der Wohnung verbringen, um das direkte Tageslicht zu vermeiden. Am Abend, Wenn es draußen dunkel ist, kann Paul aus dem Haus, doch dann ist niemand mehr zum Spielen da.

Während die alleinerziehenden Mutter (Renate Krößner) Geld verdienen muss und deswegen selten zu Hause ist, kümmert sich seine 12-jährige Schwester Lisa (Leonie Krahl) liebevoll um Paul. Lisa tut ihren Teil, um das Leben ihres Bruders ein wenig aufzuheitern. Sie erfindet Geschichten, in denen Pauls alter ego einen Astronaut spielt, der von weither aus dem All kommt, auf der Erde landet, und für den die Sonne ein gefährlicher Himmelskörper ist.

In ihrer Schule wird Paul als Vampir angesehen, weil er die Sonne scheut, und auch Lisa wird von ihren Mitschülern gemieden. Doch dann verliebt sich Lisa in ihren Mitschüler Simon (Lucas Hardt). Der fährt BMX-Rad und ist begeistert von Astronomie und Raumfahrt, weniger jedoch davon, dass Lisa nicht ihm ihre ganze Aufmerksamkeit widmet, sondern sich so oft mit Paul beschäftigt. Und der wiederum ist eifersüchtig auf Lisas neuen Freund. Doch dann stellt Dr. Maurer (Walter Kreye) fest, dass sich Pauls Zustand verschlechtert hat, und er muss ins Krankenhaus...



Film-Inhalt  


Paul (Lucas Calmus) wartet auf den Sonnenuntergang
Paul (Lucas Calmus) wartet auf den Sonnenuntergang


  Film-Kritik


Lisa (Leonie Krahl) hat sich in Simon (Lucas Hardt) verliebt
Lisa (Leonie Krahl) hat sich in Simon (Lucas Hardt) verliebt

Obwohl es sich bei "Mondscheinkinder" um einen tragischen Film mit ernsten Themen wie eine unheilbare Krankheit und früher Tod handelt, ist der Umgang damit erfreulich locker geraten. Manuela Stacke gelingt es, eine Stimmung zu erzeugen, in der Rührung ebenso Platz findet wie Humor und Poesie.

Dabei wird die Phantasie zum entscheidenden Faktor, sich mit dem Schicksal auseinanderzusetzen. Sie wird durch eingestreute Animationssequenzen verdeutlicht, in denen die Geschichten stattfinden, die Lisa für Paul zurechtspinnt. Neben der ruhigen und bestimmten Inszenierung und der abwechslungsreichen und visuell ansprechenden Kameraführung sind es vor allem die jungen Schauspieler, die überzeugen.

So kann Debütantin Leonie Krahl ihre Rolle als Mädchen zwischen dem todgeweihten Bruder und ihrer ersten Liebe voll überzeugen, ebenso wie Lucas Calmus in seiner natürlichen Art. Somit ist dieses Werk sowohl kindgerecht wie auch voll erwachsenentauglich. Das beweist auch der Publikumspreis beim Max Ophüls Festival in Saarbrücken, ebenso wie der GFP Förderpreis beim Filmfest Emden 2006.



XP - das ist die Kurzform von "Xeroderma pigmentosum". Es handelt sich um eine erblich bedingte Hautkrankheit, bei der ein DNS-Defekt dafür verantwortlich ist, dass der Patient extrem lichtempfindlich ist. Bei normaler Haut werden die bei jedem Einfall von UV-Strahlen, die Bestandteil der natürlichen Sonnenstrahlen sind, auftretenden Schädigungen am Erbgut der Hautzellen repariert.

Dieser Mechanismus, Nukleotid-Exzisions-Reparatur (NER) genannt, ist bei XP blockiert. Dadurch treten schon nach sehr kurzer Einwirkdauer Sonnenbrand und weitergehende Hautschäden auf. Das Risiko der Entstehung von verschiedenen, teils bösartigen Tumoren ist extrem erhöht. Die im Volksmund "Mondscheinkrankheit" genannte Erkrankung ist extrem selten, da das entsprechende Chromosom nur von beiden Elternteilen gemeinsam weitergegeben werden kann. In Deutschland gibt es schätzungsweise 100 Patienten, weltweit sind es 2.000 Erkrankte.

Eine Heilung ist nach dem Stand der Medizin nicht möglich. So bleibt nur die konsequente Vermeidung von Tageslicht, die Fenster der Wohnung kann mit UV-Schutzfolie beschichtet werden. Die Europäische Weltraumbehörde ESA hat einen Schutzanzug entwickelt, der den Patienten Hoffnung gibt, sich auch tagsüber im Freien aufhalten zu können.



Hintergrund  


Paul begleitet seine Mutter (Renate Krößner) im Bus
Paul begleitet seine Mutter (Renate Krößner) im Bus

► Cast, Crew► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Mondscheinkinder" in der Regie von Manuela Stacke liefen am 14.12.2006 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Shinobi - Heart under Blade
Action, Japan, 2005

Peer Gynt
Drama, Deutschland, 2006

Oh je, Du Fröhliche!
Tragikomödie, USA, 2006

Liebe braucht keine Ferien
Liebeskomödie, USA, 2006

Eragon - Das Vermächtnis der Drachenreiter
Fantasy-Abenteuer, USA, 2006

Enzo Ferrari - Die Geschichte einer Legende
Drama, Italien, 2003

Congo River
Dokumentation, Belgien, Frankreich, Finnland, 2005

Apocalypto
Thriller-Drama, USA, 2006

American Hardcore
Musik-Dokumentation, USA, 2006



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