"Monster House wurde für die Motion-Capture-Technik entwickelt, weil die uns in die Lage versetzte, eine Geschichte aus einem Paralleluniversum zu erzählen", sagt der ausführende Produzent Jason Clark. "Die Zuschauer werden erkennen, dass sie in traditionellen Vorstadtstraßen in einer ganz normalen Nachbarschaft spielt, aber sie werden sie hoffentlich gleichzeitig so unwirklich finden, dass sie uns den dritten Akt abnehmen – wenn nämlich das Haus durch die Gegend wütet und die Kinder verfolgt."
Das Prinzip der Motion-Capture-Technik beruht darauf, dass menschliche Darsteller in einen Spezialanzug gesteckt werden, der diverse Markierungsmarken, wie z.B. weiße Bälle oder Leuchtdioden trägt. Die Bewegungen der Person - und damit der Markierungspunkte - werden von mehreren Kameras aufgezeichnet und sodann per Computer auf ein dreidimensionales Gittermodell - z.B. eine gezeichnete oder modellierte Figur übertragen. Die virtuelle Zeichentrickfigur bewegt sich also computergestützt in der gleichen Art und Weise wie ihr Darsteller in dem Spezialanzug. Dadurch wirken Bewegungen in Animationsfilmen ausgesprochen realtisch, und das Zeichnen von hunderten von Einzelbildern für einen einzigen Bewegungsablauf kann entfallen.
Dank dieser Technik konnte "Monster House" in nur 42 Tagen abgedreht werden, was nicht nur im Vergleich zu klassisch produzierten Animationsfilmen extrem schnell ist, sondern auch im Vergleich zu Live-Action-Filmen, die typische Produktionszeiten von um die 100 Drehtage haben.
Weil die ganze Schauspielerei innerhalb eines speziell für die Motion-Capture-Technik hergerichteten Studios stattfand, mussten die Requisiten, die auf der Leinwand auftauchen sollten, sehr sorgfältig geplant werden. "Wir haben die Sets und Requisiten zusammen mit dem Design-Team mit Software-Programmen wie Maya und Rhino so
realistisch wie möglich gestaltet, als ob sie real für das Studio gebaut wurden", sagt der Produktionsdesigner Ed Verreaux.
"Wir fertigten Konstruktionszeichnungen an, um die
Drahtgittermodelle zu errichten, mit denen die Schauspieler interagieren konnten. Wenn die Schauspieler zum Beispiel an einem Tisch sitzen sollten, brauchten sie etwas, auf das sie ihre
Ellenbogen stützen und auf dem sie sitzen können – nur konnte es nicht massiv sein. Ein echter Tisch hätte die digitalen Kameras daran gehindert, alle Referenzpunkte auf den Körpern der
Schauspieler zu erfassen. Also mussten Drahtgittermodelle her. Sie lebten buchstäblich in einer Welt aus Draht, und die wurde dann in die Geometrie des Rechners übertragen, die im Computer während der Post-Production dann massiv wurde."