Angela Schanelec, geboren in Aalen am 14. Februar 1962, studierte zwischen 1982 und 1984 in Frankfurt / Main Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst. Danach folgten Engangements am Schauspielhaus Köln, am Thalia-Theater in Hamburg, an der Berliner Schaubühne und am Schauspielhaus Bochum. Nebenbei stand sie bei einigen Filmen vor der Kamera, so an der Seite von Dietmar Schönherr in "Der Tod des weißen Pferdes" (1984).
1990 entschloss sich Schanelec, die Seiten zu wechseln und studierte an der dffb (Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin) das Fach Regie. Erste Kurzfilme waren "Schöne Gelbe Farbe" (5 min., 1991) und "Prag, März 1992" (14 min., 1992), 1994 folgte "Ich bin den Sommer über in Berlin geblieben". Bereits ihr erster Langspielfilm "Das Glück meiner Schwester" (1995) wurde auf der Berlinale gezeigt, in der Sektion Neue Deutsche Filme.
"Plätze in Städten" von 1998 erhielt beim Filmfestival in Cannes eine besondere Erwähnung, und ihr Drama "Mein langsames Leben" (2001) lief im Forum der Berlinale. Auch "Marseille" von 2004 erhielt eine besondere Erwähnung in Cannes und wurde mit dem Preis der Deutschen Filmkritik für das beste Drehbuch ausgezeichnet.
Schanelec wird als frühe Vertreterin der "Berliner Schule" gesehen, die sich durch betonten Realismus, einen reduzierten Stil und statische Erzählweise auszeichnet, ebenso wie Thomas Arslan und Christian Petzold, die zur selben Zeit mit ihr an der dffb studiert haben.