Der Debüt-Roman "The Namesake" von Pulitzerpreisträgerin Jhumpa Lahiri, der unter anderem von der New York Times, "USA Today" und "Entertainment Weekly" in die Liste der "Best Books of the Year" gesetzt wurde, mauserte sich zum internationalen Bestseller. Das Buch führt den Leser mitten hinein in das Leben einer indisch-stämmigen Immigrantenfamilie in den USA.
Lahiri, die selber in Rhode Island als Amerikanerin mit indischen Wurzeln aufgewachsen ist, schrieb mithin über ein Thema, das sie aus eigener Anschauung bestens kennt.
Eine ideale Besetzung für den Regiestuhl bei der Verfilmung war Mira Nair, die 1957 in Indien geboren wurde, aber seit vielen Jahren in New York lebt. Sie sagt über den Film: "Ich wollte den schwarzen Haarschopf eines indischen Babys in einem Meer von kahlköpfigen weißen Babys sehen. Ich wollte den Moment auf Film festhalten, in dem wir unerwartet erwachsen werden, und zeigen, wie merkwürdig es ist, wenn man ein Elternteil in dem fremden Land beerdigen muss, das jetzt zur Heimat geworden ist."
Nairs Filme spielen oft in Kulturen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Ihr Spielfilmdebüt "Salaam Bombay!" von 1988 beschäftigt sich mit Straßenkindern, die in den Slums von Bombay zu überleben versuchen.
Für die TV-Produktion "Hysterical Blindness" erhielt sie im Jahr 2002 eine Golden Globe, die interkulturelle Hochzeitszeremonie "Monsoon Wedding" wurde ein Jahr zuvor mit dem Goldenen Löwen in Venedig geehrt.
Durch den Tod eines nahen Verwandten persönlich betroffen, fühlte Nair eine tiefe Verbindung zu Lahiris Roman: "Ich glaube, unter all meinen Filmen ist 'The Nameskae' der persönlichste. Als ich Jhumpas Buch gelesen hatte, kam es mir vor, als hätte ich gerade einen Menschen getroffen, der voll und ganz mich, meine Trauer und alles verstand, was ich gerade durchmachte, und der den Kokon erkannte, in den ich mich verpuppt hatte. Ich wusste, dass ich sofort die Filmrechte kaufen musste."