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Die Könige der Nutzholzgewinnung

Deutschland, 2006
Komödie, 94 Minuten, FSK: 12

Originaltitel
Die Könige der Nutzholzgewinnung

Kino-Start
24.08.2006

Regie
Matthias Keilich

Darsteller
Bjarne Mädel (Krischan), Steven Merting (Bert), Frank Auerbach (Ronnie), Christina Grosse (Ellen), Peter Sodann (Eberwirt), Barbara Philipp (Jeanette), Monika Lennartz (Berts Mutter), Max Reschke (Peter), Thomas Dehler (Wille), Michael Kind (Brockenwirt), Isolde Kühn (Karin), Doreen Kutzke (Tonnia), Adina Pfeil (Bea), Ursula Andermatt (Psychiaterin)
Die Könige der Nutzholzgewinnung - Kinoplakat
Regisseur Matthias Keilich hatte früh schon Bezug zum Thema Wald und Berge: Er stammt aus Calw im Nordschwarzwald. Nach "Nicht Fisch - nicht Fleisch", seinem unter anderem für den Max-Ophüls-Preis nominierten Abschlussfilm an der Deutschen Film- und Fernsehakademie, ist "Die Könige der Nutzholzgewinnung" sein erster kommerzieller Spielfilm.

Einst hatte der großspurige Krischan (Bjarne Ingmar Mädel) das Dörfchen Tanne im Ostharz in Richtung Westen verlassen. Als nach der Wende die Waldarbeiter-Brigade aufgelöst wurde und die Zukunft vor Ort düster erschien, verschwand Krischan mit der Hoffnung auf ein besseres Leben. Nach zwölf Jahren kehrt er schließlich in seinen Heimatort zurück. Doch anstatt in Kanada eine große Karriere als Holzfäller zu machen, tat er dasselbe wie viele seiner Waldarbeiter-Kollegen, die daheim geblieben sind: Stempeln gehn.

Begeisterung löst seine Rückkehr zunächst keine aus: Seine Freunde Bert (Steven Merting) und Ronnie (Frank Auerbach) hatte Krischan seinerzeit nach einer gescheiterten Geschäftsidee mit einem Haufen Schulden zurückgelassen und seine Freundin Ellen (Christina Große) gar mit einem Kind, das sie nach der Geburt allein aufziehen musste. Nachdem sie dem Verdutzten den gemeinsamen Sohn Peter (Max Reschke) präsentiert setzt sie ihn vor die Tür.

Nachdem er die erste Nacht an einer Bushaltestelle verbringen muss, obsiegt bald aber wieder Krischans Charme und seine Überzeugungskraft: Ein Holzfäller-Wettbewerb für Arbeitslose mit attraktivem Preisgeld soll Touristen und Geld ins Dorf bringen. Zunächst sind seine Kumpel zwar noch skeptisch.

Doch der von Frau Jeanette (Barbara Philipp) und den Kindern genervte Ronnie und Muttersöhnchen Bert lassen sich von Krischans nassforscher Art mitreißen und stecken bald auch die anderen Dorfbewohner an. Auch Bürgermeister Eberwirt (Peter Sodann) ist schnell von dem Plan überzeugt, allerdings hat die Sache einen Haken: Der angedachte Austragungsort, das Waldstadion Tanne, ist völlig heruntergekommen und muss erst einmal saniert werden...



Film-Inhalt  


Wieder gute Kumpel: Bert (Steven Merting), Ronnie (Frank Auerbach) und Krischan (Bjarne Ingmar Mädel)
Wieder gute Kumpel: Bert (Steven Merting), Ronnie (Frank Auerbach) und Krischan (Bjarne Ingmar Mädel)


  Film-Kritik


In seinem Element: Eberwirt (Peter Sodann) organisiert
In seinem Element: Eberwirt (Peter Sodann) organisiert

Der sperrige, aber originelle Titel weckt Erwartungen, und wie die Vorbilder zu Matthias Keilichs Film, nämlich britische Sozialkomödien, ist der Stoff hier ähnlich skurril. Das Thema Arbeitslosigkeit wird mit einem allerdings nicht immer originellen Humor angegangen.

Die Stärke des Films liegt daran, dass sämtliche Figuren trotz ihrer Schwächen sympathisch angelegt und weitgehend passend besetzt sind, großteils mit gebürtigen Thüringern oder Sachsen. So füllt Bjarne Mädel als unbeirrbar selbstbewusster Loser Krischan glaubwürdig aus, was er ja schon in der Serie "Stromberg" bewiesen hat.

Allerdings wirken die Charaktere mitunter sehr karikativ, und die Komik gerät an der einen oder anderen Stelle arg klamottig. Ansonsten wird in der Story und auch mit der Kamera viel Lokalkolorit verarbeitet, manche provinzielle Eigenheit herausgestellt, und auch die Sozialkritik kommt nicht zu kurz. Allerdings hat so manche britische Sozialkomödie etwas mehr Biss.



Der Ursprung des Namens "Harz" stammt aus dem althochdeutschen "Harud", was soviel wie "wald" bedeutet. Die im Film erwähnten Dörfer Tanne, Elend und Sorge gibt es tatsächlich. Sie liegen in Sachsen-Anhalt am Dreiländereck zu Thüringen und Niedersachsen und gehören zum Landkreis Wernigerode. Im "Faust" von Goethe, der in Elend geweilt hatte und von der bergigen und waldreiche Gegend begeistert war, ist hier der Schauplatz der Walpurgisnacht.

Neben der Eisen- und Kupferhütten war die Forstwirtschaft und Holzgewinnung über Jahrhunderte die wichtigste Einnahmequelle der Region. So entstanden in Tanne und Elend bereits im späten Mittelalter Sägemühlen.

Zu DDR-Zeiten wurde in Privatbesitz befindlicher Wald enteignet, in Volkseigentum überführt und von Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieben (StFB) in planwirtschaftlicher Weise bewirtschaftet. Nach der Wende fiel dieser Wald in den Zuständigkeitsbereich der Treuhand-Anstalt und wurde danach von der Bodenverwertungs- und Verwaltungsgesellschaft (BVVG) auf dem freien Markt angeboten.



Hintergrund  


Gebremste Wiedersehensfreude: Ellen (Christina Große) mit Krischan
Gebremste Wiedersehensfreude: Ellen (Christina Große) mit Krischan

► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Die Könige der Nutzholzgewinnung" in der Regie von Matthias Keilich liefen am 24.08.2006 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Monster House
Animation, USA, 2006

Miami Vice
Action-Thriller, USA, 2006

Der Freie Wille
Kriminal-Drama, Deutschland, 2006



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