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Obaba

Deutschland, Spanien, 2006
Drama, 107 Minuten

Originaltitel
Obaba

Kino-Start
21.06.2007

Regie
Montxo Armendáriz

Darsteller
Pilar López de Ayala (Maestra), Juan Diego Botto (Miguel), Bárbara Lennie (Lourdes), Eduard Fernández (Lucas), Peter Lohmeyer (Ingenieur Werfell), Héctor Colomé (Ismael), Pepa López (Merche)
Obaba - Kinoplakat
Eine Eidechse im Ohr, Mädchen, die auf Briefe nie antworten, und Frauen, die auf Briefe warten, aber nie welche bekommen, dies sind die skurrilen Geschichten, die eine Studentin erfährt, als sie in ein fiktives kleines baskisches Bergdorf namens "Obaba" fährt. "Obaba", so auch der Titel des Films, beruht auf einer Kurzgeschichte des baskischen Autoren Bernardo Atxaga und war der offzielle spanische Beitrag zum Oscar 2006.

Die junge und abgeklärte Studentin Lourdes (Barbara Lennie) fährt in das baskische Bergland, um mit ihrer Videokamera einen kleinen Dokumentarfilm über das Leben auf dem Lande zu drehen. Der Film soll ihr als Studienarbeit dienen. Ihr Wahl ist fällt auf den Ort "Obaba", in dem einige entfernte Verwandte ihres Freundes Carlos (Juanma Rodríguez) leben.

Bereits vor ihrem Eintreffen in Obaba bekommt sie einen Eindruck davon, dass sowohl das Dorf als auch seine Bewohner, gelinde gesagt, etwas merkwürdig sind. Und, dass sie alle viele Geschichten zu erzählen haben, von denen manchmal nur schwer festzustellen ist, welche wahr und welche erfunden sind.

So erfährt sie zum Beispiel von einem alten Mann namens Tomas (Texerna Blasco), den sie eigentlich nur nach dem Weg fragen wollte, dass dessen Schwester seit ihrer Kindheit taub sei, weil ihr ein Junge namens Ismael (Hector Colome) einst eine Eidechse ins Ohr gesteckt hätte, die einen Teil ihres Gehirns gefressen habe. So absurd Lourdes auch die Geschichte erscheint: Tatsächlich war ihr im Zug während der Fahrt nach Obaba ein Mann namens Ismael begegnet, der mit einer Eidechse in der Hand herumlief.

Andere Geschichten sind kaum weniger skurril: Da ist zum Beispiel eine Lehrerin (Pilar Lopez de Ayala), die auf die Briefe ihres Liebhabers wartet - seit mehr als zwanzig Jahren.

Verwirrend ist auch die Erzählung von Esteban (Ryan Cameron), dem Sohn eines Ingenieurs, der einem Mädchen in Deutschland Briefe schreibt, die nie beantwortet werden, während die Mutter (Mercedes Sampietro) eines neuen Freundes Miguel (Juan Diego Botto) von Lourdes regelmäßig Blumen auf das Grab von Ingenieur Werfell (Peter Lohmeyer) legt.

Nach und nach bemerkt Lourdes, dass alle diese Geschichten miteinander verwoben, Bestandteil einer großen, umfassenderen Geschichte sind.

Nach und nach bemerkt Lourdes aber auch, dass sie immmer weniger Realität von Erzählung, Dichtung von Wahrheit zu unterscheiden vermag...



Film-Inhalt  


Lourdes (Barbara Lennie) beim Dreh
Lourdes (Barbara Lennie) beim Dreh


  Film-Kritik


Ingenieur Werfell (Peter Lohmeyer)
Ingenieur Werfell (Peter Lohmeyer)

"Obaba" beruht auf der Kurzgeschichte des baskischen Autors Bernardo Atxaga "Obabakoak oder Das Gänsespiel", die in Spanien ein Bestseller ist. Das sprachlich opulente Werk, das die Geschichte von Geschichtenerzählern erzählt, galt als unverfilmbar.

Regisseur Montxo Armendáriz hat sich dennoch an die Verfilmung gewagt und wurde dafür von Kritikern wie auch vom Kinopublikum gleichermaßen umjubelt. Das Hauptproblem, das Armendáriz nach seinen eigenen Worten zu lösen hatte, bestand darin, dass die Buchvorlage eine Sammlung von "im Prinzip voneinander unabhängigen" Geschichten ist, während ein Film "eine Art dramaturgische Einheit, an der sich das Interesse des Betrachters orientiert" erfordert.

Diese erzählerische Einheit konnte erst durch das Einbeziehen der Person der Studentin Lourdes als Erzählerin und Beobachterin erreicht werden, der der Zuschauer bei ihrer Arbeit quasi über die Schulter schaut, und die wiederum ihren eigenen Film als "disturbing movie" beginnt. So ergeben sich mehrere Ebenen, die Armendáriz eine vielschichtige Präsentation seiner Bilder ermöglichen.

"Obaba" zog 470.000 Zuschauer in die spanischen Kinos, was für einen spanischen Film in Spanien nahe am Rekord liegt.

"Obaba" war der offzielle spanische Kandidat für den Oscar des besten ausländischen Films 2006 und wurde in 10 Kategorien für den den spanischen Filmpreis Goya nominiert.

"Obaba" wurde mit dem "El Mundo" 2006 - dem Preis des baskischen Kinos - als Bester Film, für die Beste Regie und das Beste Drehbuch ausgezeichnet und gewann 2006 den Terence-Moix-Preis und den ACE für den Besten Film und die Beste Nebendarstellerin in New York.

"Obaba" lief auf den Filmfestivals in New York, San Francisco, Toronto, Hamburg, Bangkok und Guadalajara.



► Cast, Crew► Filmplakat► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "Obaba" in der Regie von Montxo Armendáriz liefen am 21.06.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Verführung von Engeln - Kurzfilme von Jan Krüger
Kurzfilm-Sammlung, Deutschland, Holland, 2000-2007

Shrek der Dritte
Animation, USA, 2006

Dunkelblaufastschwarz
Drama, Spanien, 2006

Die Fährte des Grauens - Primeval
Horrorthriller, USA, 2007

Ebenfalls im Kino 




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