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Ode an die Freude

Japan, 2006
Kriegsfilm, 135 Minuten

Originaltitel
Baruto no gakuen

Kino-Start
12.07.2007

Regie
Masanobu Deme

Darsteller
Ken Matsudaira (Matsue), Bruno Ganz (Kurt Heinrich), Hiroshi Abe (Iko), Jun Kunimura (Takagi), Oliver Bootz (Carl Baum), Kostja Ullmann (Hermann Lake), Suzuka Ohgo (Shio), Shinobu Nakayama (Matsu), Etsuko Ichihara (Sue), Shiro Mifune (Matsues Vater), Hiroshi Katsuno (Shimada), Ren Osugi (Kuroda), Eiji Bando (Nango), Shigeru Izumiya (Tada), Mitsuru Hirata (Umatsu), Reiko Takashima (Utako), Isolde Barth (Marlene)
Ode an die Freude - Kinoplakat
Ein sowohl historisch wie auch und besonders kulturell bedeutendes Ereignis ist die wahre Vorlage für den deutsch-japanischen Film "Ode an die Freude" von Regisseur Masanobu Deme. Weltpremiere hatte das Werk am 16. Mai 2007 in Hamburg, wo es das achte Japanische Filmfestival von Nihon Media eröffnete.

China im Jahr 1914, kurz nach Beginn des Ersten Weltkriegs: Nach kurzer Gegenwehr der Deutschen wird das deutsche Pachtgebiet Tsingtau von Truppen der Japaner eingenommen, und rund 4700 Deutsche begebein sich nach der Kapitulation in japanische Kriegsgefangenschaft. Nachdem sich abzeichnet, dass der Krieg länger andauert als ursprünglich angenommen, werden die Gefangenen in dem neuerrichteten Lager Bando bei Naruto in Japan kaserniert.

Der Lagerkommandant Major Toyohisa Matsue (Ken Matsudaira) wird bald wegen seiner Aufrichtigkeit und seines Mitgefühls von den Insassen geschätzt. Er erlaubt den Gefangenen vielfältige, für ihren Status durchaus nicht übliche Aktivitäten und ermöglicht es ihnen, ein Leben nahe der Normalität zu führen. Die Leute dürfen Sport und Handel treiben, Musik machen und Theater spielen, sogar eine eigene Zeitung und Bücher werden herausgeben.

Auch Besuch von der einheimischen Bevölkerung wird den Kriegsgefangenen erlaubt, und so entwickelt sich ein reger Austausch zwischen Deutschen und Japanern. Die Idylle und der einvernehmliche Umgang miteinander dauern allerdings nur so lange, bis eine bittere Nachricht die deutschen Insassen erreicht.

Generalmajor Kurt Heinrich (Bruno Ganz), ranghöchster deutscher Offizier unter den Kriegsgefangenen, glaubt, dass er nur durch Selbstmord diese Schmach für sich wettmachen kann. Doch Matsue apelliert an sein Verantwortungsgefühl für seine Leute, die ihm vertrauen, dass sie sicher wieder zurück nach Deutschland gelangen.

So intoniert die Lagerkapelle für ihre japanischen "Gastgeber" zum Dank für die menschliche Aufnahme ein Konzert, das ihnen noch lange in Erinnerung bleiben soll: Sie spielen die neunte Symphonie von Ludwig van Beethoven und singen "Freude schöner Götterfunken", als Uraufführung in Japan...



Film-Inhalt  


Generalmajor Kurt Heinrich (Bruno Ganz) und Major Toyohisa Matsue (Ken Matsudaira)
Generalmajor Kurt Heinrich (Bruno Ganz) und Major Toyohisa Matsue (Ken Matsudaira)


  Hintergrund


Idyllisches Lagerleben
Idyllisches Lagerleben

Viele der deutschen Gefangenen in "Ode an die Freude" wurden von Studenten an den Universitäten von Osaka und Kyoto gespielt, die aus den USA, Russland, England, Kanada und anderen Ländern stammen. Diese Statisten hatten allerdings keine Textrollen; diese blieben den deutschen Schauspielern vorbehalten.

Der Film wurde, neben Studioaufnahmen in Kyoto, teils an Originalschauplätzen in Naruto gedreht, weitere Teile in Lüneburg. Zwischen Naruto und Lüneburg besteht seit 1974 eine Städtepartnerstadt, da einige der Kriegsgefangenen im Lager Bando aus Lüneburg stammten.

Zum Gedenken an das Lager Bando und den Einfluss, den es auf die deutsch-japanischen Beziehungen hatte, wurde 1972 in Naruto das "Deutsche Haus" errichtet, ein Museum, in dem viele Dokumente und Gegenstände aus der damaligen Zeit ausgestellt werden, so etwa Handwerkszeug, Bücher, Gemälde und Musikinstrumente.

Die Uraufführung der 9. Symphonie von Beethoven hatte auf die Japaner einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Sie erklingt dort erneut jedes Jahr zu den Neujahrsfeierlichkeiten.



Das Lager Bandô ist eines von zwölf Kriegsgefangenenlagern, die während des Ersten Weltkrieges in der Nähe von japanischen Städten errichtet wurden. Es wurde bei Naruto auf einer der vier der japanischen Hauptinseln Shikoku gebaut, bestand von April 1917 bis Dezember 1919 und bot Unterkunft für etwa tausend meiste deutsche, teilweise auch Soldaten aus dem deutsch-ungarischen Kaiserreich auf.

Der Lagerkommandant Matsue Toyohisa war vorher bereits Leiter eines Lagers bei Tokushima, das aufgelöst wurde, und dessen Insassen nach Bando verlegt wurden. Entgegen der in Japan weitverbreiteten Ansicht, dass eine Kapitulation unehrenhaft sei, bot Toyohisa gegenüber seinen Schutzbefohlenen Respekt und menschliche Achtung auf.

Da seine Gefangenen zu überwiegenden Teil aus Reservisten bestand, die im Zivilleben allen möglichen Berufen nachgingen, ließ er in dem Lager eine regelrechte Wirtschaft entwickeln, in der unter anderem Handwerkszeug hergestellt und an einheimische Besucher verkauft wurde. Die Aufführung der 9. Symphonie war der Höhepunkt eines reichhaltigen Kulturlebens im Lager, wo nicht nur Insassen musizierten, sondern auch Orchester und Kapellen von außerhalb.



Das Lager Bando  


Hermann Lake (Kostja Ullmann) beim Basteln
Hermann Lake (Kostja Ullmann) beim Basteln
► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Ode an die Freude" in der Regie von Masanobu Deme liefen am 12.07.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Il Caimano - Der Italiener
Tragikomödie, Italien, Frankreich, 2006

Henri Cartier-Bresson - Biographie eines Blicks
Dokumentation, Schweiz, Frankreich, 2003

Harry Potter und der Orden des Phönix
Fantasy-Abenteuer, USA, 2007

Clerks 2 - Die Abhänger
Komödie, USA, 2006



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