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ostPUNK! too much future

Deutschland, 2007
Musik-Dokumentation, 93 Minuten

Originaltitel
Too much Future - In Grenzen frei

Kino-Start
23.08.2007

Regie
Carsten Fiebeler

ostPUNK! too much future - Kinoplakat
Regisseur Carsten Fiebeler hatte bereits mit seinen Spielfilmen "Die Datsche" (2003) und "Kleinruppin forever" (2004) unterhaltsam und erfolgreich DDR-Themen einem breiten gesamtdeutschen Publikum nähergebracht. Seine erste Dokumentation "ostPUNK! too much future" berichtet über Menschen, die sich aufgrund ihrer Musik und Lebensweise der Verfolgung durch die Stasi ausgesetzt sahen.

Während der Punk, ausgehend von England und den USA, in der Bundesrepublik der 1980er Jahre ein relativ breites Publikum erfasste, war die Beschäftigung mit der Musik und erst recht mit den Texten und dem dahinterstehenden Gedankengut im anderen Teil Deutschlands eine wahre Mutprobe. So entwickelte sich eine kleine, von den Behörden skeptisch beobachtete Subkultur.

Wenn schon der anarchistische Denkansatz des Punk im Westen die Toleranz der Gesellschaften auf die Probe stellte, so war er mit den dirigistischen Staatsapparat im "Realen Sozialismus" unvereinbar. Das hielt aber doch einen Teil der Jugend nicht davon ab, sich dieser planwirtschaftlichen und zwangsgesellschaftlichen Überregulierung zu verweigern.

Der Staat argwöhnte, dass die lauten und unangepassten jungen Leute die Moral des Arbeiter- und Bauernstaates untergraben könnte, und so wurde die StaSi 1983, im Höhepunkt des Punk in der DDR, auf einen weiteren Opferkreis angesetzt, was die Punkbewegung im Laufe der 1980er Jahre stark beeinträchtigte.

"Ostpunk" ist das Portrait von Vertretern dieser Gegenbewegung, die fast ausschließlich im Untergrund stattfand, und von der naturgemäß kaum etwas nach außen, geschweige in den Westen gedrungen ist. So sind in dieser Dokumentation viele Super-8-Aufnahmen solcher Underground-Konzerte zu sehen, aber auch neueres Material, denn einige der Band haben Honecker & Co überlebt und musizieren teils noch während der Dreharbeiten zu "Ostpunk".

Zu sehen ist unter anderem Material von Schleimkeim aus Erfurt, L’Attentat (vormals "Wutanfall") und Betonromantik. Im Beat der Musik werden die Bilder als Collagen zusammengefügt und Bühnenauftritte um Ausschnitte aus Propagandafilmen der DDR und und animierte Clips ergänzt.



Film-Inhalt  


Too much future
Too much future


  Hintergrund


Singen statt Sozialismus
Singen statt Sozialismus

"ostPUNK! too much future" ist nicht nur eine Dokumentation über eine bemerkenswerte musikalische und politische Bewegung in einer Diktatur, sondern auch ein Portrait über sechs Menschen, die vom Staatsapparat in einen ungleichen Kampf hineingezwungen wurden.

So war Cornelia Schleime zunächst als Malerin tätig, deren Werke allerdings den formalistischen Vorstellungen des Kunstbetriebs in der DDR widersprachen und daher mit einem Ausstellungsverbot belegt wurden. Als Mitgründerin der Punkrock-Band "Zwitschermaschine" gingen die Repressalien weiter, sie konnte jedoch 1984 die DDR verlassen und hat sich mit ihrer Malerei zu einer inzwischen auf international beachteten Künstlerin entwickelt.

Colonel, der durch sein Engagement in der Ostberliner Punkszene bereits als Jugendlicher zum ersten mal in Haft kam, wurde nach weiteren Inhaftierungen schließlich von der Bundesrepublik freigekauft. Auch Bernd Stracke, Sänger der Leipziger Punkband Wutanfall, saß zwei mal im Knast und verließ später die DDR. Er setzt sich mittlerweile politisch gegen Neonazis ein. Auch Daniel Kaiser, Bassist der Ostberliner Punkband Planlos, verließ die DDR, zunächst in Richtung Italien, und verlagerte seine Tätigkeit ans Theater.

Nicht vergraulen konnte der sozialistische Staat hingegen Mike Göde, der bis zum Zusammenbruch des Regimes in verschiedenen Punkbands spielte und auch heute noch, neben seinem Hauptberuf in der Baubranche, in seiner Freizeit als Punksänger aktiv ist. Unter den Folgen der Verfolgung hat hingegen Mita Schamal immer noch zu leiden. Sie eine der Musiker der Punkband Namenlos, die 1983 ins Gefängnis kamen, und versucht sich mit ihrer Tochter nun in einer neuen Gesellschaft zu integrieren.



► Cast, Crew► Filmplakat► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "ostPUNK! too much future" in der Regie von Carsten Fiebeler liefen am 23.08.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Tuyas Hochzeit
Liebesdrama, China, 2006

Sind wir endlich fertig?
Komödie, USA, 2007

Gucha
Liebeskomödie, Serbien, Österreich, Bulgarien, Deutschland, 2006

Beim ersten Mal
Liebeskomödie, USA, 2006

Ebenfalls im Kino 




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