Während der Punk, ausgehend von England und den USA, in der Bundesrepublik der 1980er Jahre ein relativ breites Publikum erfasste, war die Beschäftigung mit der Musik und erst recht mit den Texten und dem dahinterstehenden Gedankengut im anderen Teil Deutschlands eine wahre Mutprobe. So entwickelte sich eine kleine, von den Behörden skeptisch beobachtete Subkultur.
Wenn schon der anarchistische Denkansatz des Punk im Westen die Toleranz der Gesellschaften auf die Probe stellte, so war er mit den dirigistischen Staatsapparat im "Realen Sozialismus" unvereinbar. Das hielt aber doch einen Teil der Jugend nicht davon ab, sich dieser planwirtschaftlichen und zwangsgesellschaftlichen Überregulierung zu verweigern.
Der Staat argwöhnte, dass die lauten und unangepassten jungen Leute die Moral des Arbeiter- und Bauernstaates untergraben könnte, und so wurde die StaSi 1983, im Höhepunkt des Punk in der DDR, auf einen weiteren Opferkreis angesetzt, was die Punkbewegung im Laufe der 1980er Jahre stark beeinträchtigte.
"Ostpunk" ist das Portrait von Vertretern dieser Gegenbewegung, die fast ausschließlich im Untergrund stattfand, und von der naturgemäß kaum etwas nach außen, geschweige in den Westen gedrungen ist. So sind in dieser Dokumentation viele Super-8-Aufnahmen solcher Underground-Konzerte zu sehen, aber auch neueres Material, denn einige der Band haben Honecker & Co überlebt und musizieren teils noch während der Dreharbeiten zu "Ostpunk".
Zu sehen ist unter anderem Material von Schleimkeim aus Erfurt, L’Attentat (vormals "Wutanfall") und Betonromantik. Im Beat der Musik werden die Bilder als Collagen zusammengefügt und Bühnenauftritte um Ausschnitte aus Propagandafilmen der DDR und und animierte Clips ergänzt.