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Persepolis

Frankreich, USA, 2007
Animation, 95 Minuten

Originaltitel
Persepolis

Kino-Start
22.11.2007

Regie
Vincent Paronnaud, Marjane Satrapi

Persepolis - Kinoplakat
Auf den 60. Internationalen Filmfestspielen von Cannes wurde ein Film vom Publikum mit stehenden Ovationen gefeiert und mit dem Preis der Jury versehen, der auf einem schlichten Comic in schwarzweiß basiert. In "Persepolis" erzählt die iranische Autorin Marjane Satrapi die autobiografische Geschichte eines Mädchens, deren Kindheit und Jugend von der Islamischen Revolution im Iran geprägt wurde.

Teheran, Ende der 1970er Jahre: Die Amtszeit des Schahs Mohammad Reza Pahlavi neigt sich dem Ende zu, überall im Lande begehren die Bürger gegen den Monarchen auf, der die Säkularisierung fortgetrieben hat. Auch das Ehepaar Ebi (Marcus Off) und Taji (Eva Kryll) schließt sich den Protesten an.

Doch als schließlich die Mullahs unter dem aus dem Pariser Exil zurückgekehrten Ajatollah Khomeini das Regime übernehmen, erfahren die eigentlich liberalen Menschen, was es bedeutet, in einem "Gottesstaat" leben zu müssen. Ihre achtjährige Tochter Marjane (Jasmin Tabatabai) trotzt allerdings den zweifelhaften Segnungen der "Islamischen Revolution" im Iran.

Sie lässt sich nicht davon abhalten, westliche Punk-Musik und Gruppen wie Abba oder Iron Maiden zu hören, Filmstars wie Bruce Lee anzuhimmeln, Turnschuhe zu tragen und Fritten mit Ketchup zu essen. Doch ihre Welt gerät zusehends ins Wanken, als die Bomben im Krieg des Irak gegen den Iran ihre Stadt erreichen, und die Hinrichtung ihres geliebten Onkels Anouche (Hanns Zischler) erzürnt das heranwachsende Mädchen, die sich mit ihren Lehrerinnen und den Ordnungshütern ob der Ungerechtigkeiten im Lande in die Wolle kriegt.

Marjanes Eltern beschließen, dass der Teenager außer Landes sicherer aufgehoben wäre und schicken die mittlerweile 14-jährige nach Österreich. In Wien lernt sie zwar eine neue Freiheit kennen, doch fern ihrer Familie muss sie sich auch mit Einsamkeit und Anwürfen wegen des Regimes in ihrem Heimatland auseinandersetzen.

In Marjane kommt bald Heimweh auf, zudem leidet sie unter dem ersten Liebeskummer. Schließlich kehrt die junge Frau in den Iran zurück und arrangiert sich notgedrungen mit den strikten Vorschriften des Revolutionsrates. Sie studiert an der Kunsthochschule und geht sogar eine Ehe ein, die allerdings an ihrer rebellischen Art scheitert. Marjan entschließt sich, das Land endgültig zu verlassen und geht nach Frankreich, wo sie sich eine besser Zukunft erhofft...



Film-Inhalt  


Pop gegen Schleier: Abba wird auch in Teheran gehört
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  Hintergrund


Großmutter und Eltern machen sich über Marjans rebellische Art Sorgen
Großmutter und Eltern machen sich über Marjans rebellische Art Sorgen

Auf der Frankfurter Buchmesse wurde im Jahr 2004 die Auszeichnung "Comic des Jahres" an "Persepolis" vergeben. Dieses Schwarz-Weiß-Comic stammt von der im Iran geborenen Autorin Marjane Satrapi, die damit ihre eigenen Erlebnisse während der Umwälzungen zwischen dem Persien des Schah und der Islamischen Revolution verarbeitet hat.

Der vielschichtige Inhalt und der minimalistische Stil haben dem Buch ein breites Publikum beschert. Insgesamt sind in Frankreich vier Bände erschienen, die vom deutschen Verlag Edition Moderne in zwei Büchern zusammengefasst wurden. Das Comic wurde in 25 Sprachen übersetzt und weltweit mittlerweile weit über eine Million Mal verkauft - selbst im Iran soll es auf dem Schwarzmarkt kursieren.



Bei der Drehbuchadaption und der filmischen Realisation hatte Marjane Satrapi einen vertrauten Partner. Seit der Veröffentlichung ihres ersten Comic-Bandes von "Persepolis" teilte sie sich das Atelier mit einem in Frankreich populären Kollegen: Comiczeichner Winshluss aka Vincent Paronnaud hatte bereits Erfahrung mit dem drehen animierter Kurzfilme.

"Weil ich das Buch und Marjane wirklich liebe, konnte ich nicht ablehnen", meint der Künstler zu der Zusammenarbeit. "Es war eine wunderbare Gelegenheit für mich, etwas zu tun, wie ich es noch nie gemacht habe: an einem künstlerisch so herausfordernden Werk zu arbeiten."

Entgegen der Zeitströmung vom komplett im Hochleistungs-Computer gerenderten 3D-Animationsfilm war die Ausgangsbasis für "Persepolis" das Material, dessen sich auch der klassische Comiczeichner bedient: Bleistift und Papier. Drei Monate dauerte die Arbeit, wobei die beiden von Künstlern aus den Animationsstudios "Je Suis Bien Content" und "Pumkin 3D" unterstützt wurden.

Zwanzig Animationsspezialisten erarbeiteten rund sechshundert Charaktere, und für 130.000 Bilder wurden 80.000 Skizzen gezeichnet. Für ihre eigene Figur bestand Satrapi darauf, den Herstellungsprozess sorgfältig zu überwachen und spielte entscheidende Szenen selbst vor.



Die Umsetzung  


In Reih und Glied: Finstere Zeiten im Iran
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  Die Autorin


Auf Kriegsfuß mit englischer Sprache und islamischen Sitten
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Marjane Satrapi ist am 22. November 1969 im nordiranischen Rasht geboren und wuchs in Teheran auf, wo sie das Lycée Français besuchte. 1983 schicken ihre Eltern sie nach Wien, dort geht sie ebenfalls ans Lycée Français. In Teheran studiert sie an der Kunsthochschule und verlässt 1994 den Iran, um in Straßburg an der ESAD (École supérieure des arts décoratifs) ihr Studium fortzusetzen.

Durch den französischen Comiczeichner David B. wird Satrapis Leidenschaft für Comics geweckt. Er führt sie in das Atelier des Vosges ein, ein Künstler-Kollektiv, das seinen Sitz am Place des Vosges im Pariser Stadtteil Marais hat. Der erste Band ihres Comics "Persepolis" wird 2000 veröffentlicht.

Weitere auf Deutsch erschienene Werke:
Sticheleien (Broderies, 2005)
Huhn mit Pflaumen (Poulet aux prunes, 2006)
Marie und die Nachtmonster (Les Monstres n'aiment pas la lune, 2007)



► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "Persepolis" in der Regie von Vincent Paronnaud, Marjane Satrapi liefen am 22.11.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Tell - Jeder Schuss ein Treffer
Komödie, Deutschland, Schweiz, 2007

Seed
Horror, Kanada, 2007

Meine schöne Bescherung
Komödie, Deutschland, 2007

Machtlos
Thriller, USA, Südafrika, 2007

Es war k´einmal im Märchenland
Animation, Deutschland, USA, 2007

Across the Universe
Musical, USA, 2007

4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage
Drama, Rumänien, 2007

Ebenfalls im Kino 




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