"Der Photograph" ist das aus achtzehn Sequenzen bestehende filmische Portrait eines Künstlers, der wiederum andere Künstler fotografisch Portraitiert. So begleitet der Filmemacher Jürgen Heiter den Bildermacher Benjamin Katz beim Fotografieren von Zeitgenossen. Im Vordergrund stehen im Film die Objekte des Photographen. Dazu gehört etwa der Maler und Bildhauer Georg Baselitz, ein langjähriger Freund des Galeristen Katz, die beide gemeinsam in Italien mit einer Ausstellung geehrt werden.
Ein weiterer Protagonist ist der Performancekünstler Jonathan Meese, der Texte über deutsche Mythologie vorträgt und dabei von Katz abgelichtet wird. In Brüssel besuchen Heiter und Katz das Wohnhaus des belgischen Dichters Marcel Broodthaers. Dessen Portraits hatte der Photograph in den 1960ern in seiner Berliner Galerie ausgestellt. Bei dieser Gelegenheit berichtet Benjamin, wie seine Familie vor den Nazis hierher geflohen waren und die Hilfe der Bewohner erfahren hatten.
Zu Wort kommt der Maler und Bildhauer Markus Lüpertz, der in seinem Atelier über seine Erlebnisse mit Katz erzählt. Dabei wird deutlich, dass der Photograph auch immer versuchte, die Distanz zwischen Objekt und Objektiv zu redzuieren. Emotionale und Humorvolle Elemente sollten dabei aus der Situation heraus auf Zelluloid gebannt werden, wie bei dem Versuch von Katz, zusammen mit Rosemarie Trockel durch Masken, die letztere gestaltet hat, Rotwein zu trinken.
Einer von dessen Kollegen, der Galerist Rudolf Springer, berichtet über gemeinsame Erfahrungen auf ihren Ausstellungen in Berlin; die Objektkünstlerin Cony Theis philosophiert mit Baselitz und Katz über Kunst, und Regisseur Werner Nekes erklärt die Funktionen der antiken Lochkamera.