KINO

morgen

Film-Suche:

HomeKINO
vorschau
KINO
podcast
Kino 2006 I Kino 2006 II Kino 2006 III Kino 2006 IV Kino 2007 I Kino 2007 II Kino 2007 III Kino 2007 IV


The Pianotuner of Earthquakes

Deutschland, England, Frankreich, 2005
Drama, 99 Minuten

Originaltitel
The Piano Tuner of Earthquakes

Kino-Start
17.08.2006

Regie
Stephen Quay, Timothy Quay

Darsteller
Amira Casar (Malvina van Stille), Gottfried John (Dr. Emmanuel Droz), Assumpta Serna (Assumpta), César Saracho (Adolfo Blin / Don Felisberto Fernandez)
The Pianotuner of Earthquakes - Kinoplakat
Der Wettbewerbs-Beitrag der Brüder Quay auf dem Filmfestival in Locarno "The Piano Tuner of Earthquakes" war dort für den Goldenen Leoparden nominiert und erhielt eine Besondere Erwähnung für die Phantastische Atmosphäre im Film. Ausführender Produzent ist Terry Gilliam, einer der Gründungsmitglieder der legendären Comedy-Truppe Monty Python.

Dr. Emmanuel Droz (Gottfried John), ein genial-wahnsinniger Wissenschaftler, Mediziner, Erfinder und Komponist, hat sich sein eigenes phantastisches Reich mit Hilfe von menschlichen Automaten geschaffen. Eine Kolonne Golem-artiger Gärtner pflegt das Anwesen. Emmanuel ist glühender, ja fanatischer Verehrer der Operndiva Malvina (Amira Casar). Als diese sich auf ihre Hochzeit mit ihrem Verlobten Adolfo (Cesar Sarachu) vorbereitet, tötet Droz seine Angebetete vor dessen Augen und entführt sie in sein Anwesen, die Villa Azucena.

Dort belebt Droz sie mit seinen medizinischen Künsten wieder in einer Art Wachkoma. Wie eine Nachtigall will er die Sängerin in seinem Käfig einsperren. Der Doktor baut einen Musikautomaten, in dem ihre Stimme konserviert werden soll. Er will eine von ihm selbst komponierte Oper aufführen und sich im Finale mit ihr vereinen. Dazu bestellt er den Klavierstimmer Felisberto Fernandez (ebenfalls Cesar Sarachu) zu sich, der die Musikautomaten warten soll.

Diese werden von den Gezeiten angetrieben und beeinflussen den Lebenslauf in der Villa. Felisberto verliebt sich in die Gefangene und erkennt den schrecklichnen Plan seines Auftraggebers. Er versucht Malvina zu retten und wird von Droz´ Haushälterin und Gespielin, Assumpta (Assumpta Serna), gewarnt, die in Zwiespalt zwischen der Liebe für ihren Herrn und Eifersucht auf ihre Nebenbuhlerin zerrissen ist...



Film-Inhalt  


Die bezaubernde Operndiva Malvina (Amira Casar)
Die bezaubernde Operndiva Malvina (Amira Casar)


  Film-Kritik


Das traumhafte Reich des Dr. Droz (Gottfried John)
Das traumhafte Reich des Dr. Droz (Gottfried John)

Eine bizarre, düstere Traumwelt voller skrurriler Bilder und Klänge erwartet den Zuschauer. Die Brüder Quay haben hier ein künstlich kunstvoll gestaltetes Werk geschaffen, das schwer in eine Kategorie einzuordnen ist. Reines Kunstkino, mit höchster Priorität auf visuelle und akustische Wirkung.

Dass die Macher aus der Welt der Kurzfilme, der Animationen und des Puppentheaters kommen, ist hier Fluch und Segen zugleich. So wurde die Phantasie bei der Gestaltung der Figuren und Kulissen hemmungslos ausgelebt, andererseits werden die menschlichen Rollen auch zu wenig lebhaften Charakteren gestaltet. Die Darsteller dienen hier eher als schmückendes Beiwerk. Wer eine logisch strukturierte Story erwartet, ist hier ohnehin im falschen Film.

Die Handlung erschließt sich vielmehr eher symbolhaft und durch die intensive, poetische Bildsprache, zudem wechselt sie, für den Zuschauer nur mühsam nachvollziehbar, zwischen einer realen und einer Traumebene. Wer sich schon länger nicht mehr an die eigenen Träume erinnert, ist hingegen goldrichtig.



Stephen und Timothy Quay, die Regisseure und Autoren von "The Pianotuner of Earthquakes", wurden als eineiige Zwillinge in Norristown, Pennsylvania geboren. Nach dem Beginn des Studiums über Film und Illustration am College of Art in Philadelphia zogen sie nach London und schlossen dort mit dem Master am Royal College of Art ab. Bereits in der Studienzeit drehten sie drei Animations-Kurzfilme.

Nach ihrer Rückkehr in die USA versuchten sich die Quays zunächst als Illustratoren, mangels Erfolg und künstlerischer Befriedigung wandten sie sich aber bald wieder dem bewegten Bild zu. Das ermöglichte ihnen ein Stipendiumg des NEA (National Endowment for the Arts), einer Förderstiftung für Künstler, mit dem sie, wieder zurück in Europa, im Bereich Puppenspiel und der zugehörigen Technik Stop Motion experimentierten.

Produzent Keith Griffiths, Ein Kommilitone aus ihrer Londoner Zeit brachte sie mit dem BFI (British Film Institute) in Kontakt, das ihren nächste Film förderte, und Griffiths produzierte fortan einen Großteil ihrer Filme, bald mit einer gemeinsamen Firma namens "Koninck".

Eine Vielzahl der Produktionen waren künstlerisch engagierte Kurzfilme, und zu deren Finanzierung wurden auch zahlreiche Werbespots und Musik-Videoclips produziert, darunter der für "Sledgehammer" von Peter Gabriel. Daneben erstellten die Brüder auch Bühnenbilder für Film, Theater und Oper. Nach "Institut Benjamenta" (Dieser Traum, den man menschliches Leben nennt) aus 1995 ist "The Pianotuner of Earthquakes" der zweite Spielfilm der Gebrüder Quay.



Biographie: Die Brüder Quay  


Hält sich nicht immer im Hintergrund: Dr. Droz, Malvina
Hält sich nicht immer im Hintergrund: Dr. Droz, Malvina
► Cast, Crew► Trailer► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "The Pianotuner of Earthquakes" in der Regie von Stephen Quay, Timothy Quay liefen am 17.08.2006 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Zum Glück geküsst
Liebeskomödie, USA, 2006

Wer früher stirbt ist länger tot
Komödie, Deutschland, 2006

TRIP - Remix your Experience
Musik, Deutschland, 2005

Superman Returns
Science Fiction, Australien, USA, 2006

Neil Young: Heart of Gold
Musikdokumentation, USA, 2005

Emmas Glück
Tragikomödie, Deutschland, 2006

Die Quereinsteigerinnen
Tragikomödie, Deutschland, 2005

Der Hals der Giraffe
Drama, Frankreich, Belgien, 2004



KINO

morgen