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Play your own Thing - Eine Geschichte des Jazz in Europa

Deutschland, Frankreich, 2006
Musik-Doku, 89 Minuten, FSK: 0

Originaltitel
Play Your Own Thing: A Story of Jazz in Europe

Kino-Start
02.11.2006

Regie
Julian Benedikt

Play your own Thing - Eine Geschichte des Jazz in Europa
 - Kinoplakat
Jazz - das ist eigentlich die Klassische Musik Amerikas. Doch sie hat ihren Weg auch nach Europa gefunden, wo sie eine ganz eigene und eigenständige Entwicklung genommen hat. Regisseur Julian Benedikt aus Bayern hat diese Entwicklung nachgezeichnet und präsentiert das Bild einer Musikrichtung, von der der italienische Jazzmusiker Gianluigi Trovesi sagte, sie sei wie Pizza.

Die Musik der USA - das ist der Jazz. Eine Musikrichtung, die sich dort unter europäischen und afrikanischen Einflüssen entwickelt hatte. Sie entwickelte sich Anfang des 20. Jahrhunderts aus Ragtime und Blues. Nach dem Zweiten Weltkrieg brachten die GIs ihre Musik aus dem Stammland mit nach Europa. Während die Städte noch in Trümmern lagen, wurde Jazz in den Clubs gespielt und begeisterte auch die Einheimischen.

Diese Dokumentation zeigt die Ursprünge dieser Musik in Europa, ihre Wandlung und Verbreitung. Julian Benedikt, der mit "Blue Note - A Story of Modern Jazz" und "Jazz Seen: The Life and Times of William Claxton" bereits zwei Jazz-Dokus gefilmt hatte, begibt sich hier auf eine musikalische Reise durch Europa.

Dabei begegnet er Künstler aus verschiednen Ländern Europas und lässt die Vertreter der verschiedenen Gattungen des Jazz zu Wort kommen. So etwa einen der wichtigsten deutschen Jazz-Musiker, Till Brönner. Der studierte Jazz-Trompeter spielte unter Anderem in der Berliner RIAS-Bigband und hatte Auftritte mit internationalen Jazz-Stars wie Dave Brubeck, Tony Bennett oder auch Klaus Doldinger, der nicht nur Jazz-Musiker, sondern auch als einer der bedeutendsten deutschen Komponisten von Filmmusik gilt - so schrieb er den Score zum weltweiten Blockbuster "Das Boot". In einem seiner letzten Interviews ist Posaunist Albert Mangelsdorff zu sehen, der auf seinem Instrument ein Meister der Improvisation war.

Weitere Vertreter des deutschen Jazz sind Coco Schumann und die Jazzpianisten Wolfgang Dauner Joachim Kühn. Aus dem Vereinten Königreich kommt Posaunist Chris Barber, der insbesondere den Dixieland in Europa vorangebracht hat. In Frankreich wird natürlich ebenfalls Jazz gemacht, wie etwa von der Chanson-Sängerin Juliette Gréco. Auch Dee Dee Bridgewater ist zu sehen und zu hören, die schon vor langer Zeit aus Tennessee an die Seine gezogen ist. Im europäischen Norden wird auch eifrig gejammt, wie an den Norwegern Jan Garbarek und Arve Henriksen sowie den Dänen Palle Mikkelborg und dem inzwischen verstorbenen Niels-Henning Ørsted-Pedersen zu sehen ist.



Film-Inhalt  


Die Grande Dame des Chanson: Juliette Greco
Die Grande Dame des Chanson: Juliette Greco


  Hintergrund


Deutscher Meister am Blech: Till Brönner
Deutscher Meister am Blech: Till Brönner

Bei seinen Recherchen zu einem Dokumentarfilm über den äußerst vielseitigen französischen Künstler Boris Vian wurde Julian Benedikt dazu angeregt, die Geschichte des Jazz in Europa filmisch zu verarbeiten. Dabei kam er auf das Motto, das die Seele des Jazz ausmacht: "Drücke aus, was du selber zu sagen hast - play your own thing".

Zwei Jahre dauerten die Vorbereitungen, die zum Startpunkt dieser musikalischen Geschichte führten: In den Cafés und Bistros von Saint-Germain-des-Prés, einem Stadtteil des vom Krieg gezeichneten Paris, fasste der Jazz in Europa Fuß. Die Botschaft, die diese Musik vermittelt, begleitete den Wiederaufbau der zerstörten Gesellschaft: Freiheit, Vielfalt und Individualität. Von dem Existenzalismus im Frankreich der 1950er Jahre über den Undergroundjazz in der DDR bis hin zum eigenwilligen Stil des Jazz in Skandinavien hat sich diese Musik allmählich vom Mutterland emanzipiert.

Der Film beschreibt, wie sich der Jazz in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Europa entwickelt hat, stilistisch verfeinert wurde und zahlreiche Ausprägungen erfahren hat. Benedikt portraitiert die Musik und deren Schöpfer, lässt ihre Instrumente sprechen und befragt sie in Interviews.

Dabei kommen amüsante Anekdoten zutage, ebenso wie aufschlussreiche Bekenntnisse und bewegende Geschichten. Illustriert werden diese mit Fotos und Tondokumenten ebenso wie mit seltenen Filmsequenzen. Der Bezug zur Gegenwart des europäischen Jazz wird mit exklusiven Konzertmitschnitten hergestellt, wie etwa aus dem Jazzclub Birdland in Neuburg an der Donau.



Julian Benedikt ist in einer Künstlerfamilie im bayrischen Neubeuern am Inn aufgewachsen. Nach einem Grundstudium der Musik in Detmold und Frankfurt am Main schloss er sich der italienischen Rockband "Les Fleurs Du Mal" an, in der er Tenorsaxophon spielte, mit denen zusammen er zwei Alben aufnahm. Er studierte weiter in New York mit Spezialisierung auf Jazz, unter anderem beim legendären Jazz-Drummer Chico Hamilton, von dessen Song "Conquistadores" er bereits bei einem Discobesuch in München beeindruckt war.

Er kaufte dessen Album, lernte ihn Monate später kennen und freundete sich mit ihm an. Seinen Studienabschluss macht Benedikt 1992 an der Sorbonne in Paris mit der "Licence Franco-Allemande". Nebenbei engagierte er sich auch als Schauspieler in Rudolf Thomes "Liebe auf den ersten Blick", bei dem er auch zum Soundtrack von Chico Hamilton beigetragen hatte.

Für seine Rolle erhielt er beim "Festival des jeunes acteurs" in Béziers den Preis als bester Schauspieler. Seinen ersten Film als Regisseur und Produzent drehte Julian Benedikt über sein musikalisches Vorbild: Fasziniert von dessen Persönlichkeit und künstlerischer Güte entstand "Chico Hamilton - Dancing To A Different Drummer". Es folgte "Blue Note - A Story of Modern Jazz", der 1998 für den Grammy nominiert wurde. Außerdem drehte er diverse Musikvideos für verschiedene amerikanische Label.

Darüber hinaus betätigt sich Benedikt auch als Maler, dessen Werke schon auf einigen Ausstellungen zu sehen waren. Auch sein Interesse an bildender Kunst wirkt sich im filmischen Schaffen aus: Er dokumentierte mit "Helmut Newton's SUMO - The Making Of The Most Expensive Book" das teuerste Buch der Welt. In dem rund 30 Kilogramm schweren Werk sind Bilder des Meisters der erotischen Photographie abgedruckt.



Kurzbiografie Julian Benedikt  


Musiker und Regisseur: Julian Benedikt
Musiker und Regisseur: Julian Benedikt
► Cast, Crew► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Play your own Thing - Eine Geschichte des Jazz in Europa " in der Regie von Julian Benedikt liefen am 02.11.2006 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Wicker Man - Ritual des Bösen
Mystery-Thriller, Deutschland, USA, 2006

Warum halb vier?
Dokumentation, Deutschland, 2006

Snow Cake
Drama, Kanada, England, 2006

Schwarzes Gold
Dokumentation, England, 2006

Santa Clause 3 - Eine frostige Bescherung
Fantasy-Komödie, USA, 2006

Offset
Drama, Deutschland, Rumänien, 2006

Marie Antoinette
Drama, USA, 2006

Irgendwo dazwischen
Dokumentation, Deutschland, 2006

Herb, mein Herbst?
Dokumentation, Schweiz, 2004

China Blue
Dokumentation, USA, 2005

Can Baz
Musik-Dokumentation, Deutschland, Türkei, 2004

Borat
Komödie, USA, 2006



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