Die Musik der USA - das ist der Jazz. Eine Musikrichtung, die sich dort unter europäischen und afrikanischen Einflüssen entwickelt hatte. Sie entwickelte sich Anfang des 20. Jahrhunderts aus Ragtime und Blues. Nach dem Zweiten Weltkrieg brachten die GIs ihre Musik aus dem Stammland mit nach Europa. Während die Städte noch in Trümmern lagen, wurde Jazz in den Clubs gespielt und begeisterte auch die Einheimischen.
Diese Dokumentation zeigt die Ursprünge dieser Musik in Europa, ihre Wandlung und Verbreitung. Julian Benedikt, der mit "Blue Note - A Story of Modern Jazz" und "Jazz Seen: The Life and Times of William Claxton" bereits zwei Jazz-Dokus gefilmt hatte, begibt sich hier auf eine musikalische Reise durch Europa.
Dabei begegnet er Künstler aus verschiednen Ländern Europas und lässt die Vertreter der verschiedenen Gattungen des Jazz zu Wort kommen. So etwa einen der wichtigsten deutschen Jazz-Musiker, Till Brönner. Der studierte Jazz-Trompeter spielte unter Anderem in der Berliner RIAS-Bigband und hatte Auftritte mit internationalen Jazz-Stars wie Dave Brubeck, Tony Bennett oder auch Klaus Doldinger, der nicht nur Jazz-Musiker, sondern auch als einer der bedeutendsten deutschen Komponisten von Filmmusik gilt - so schrieb er den Score zum weltweiten Blockbuster "Das Boot". In einem seiner letzten Interviews ist Posaunist Albert Mangelsdorff zu sehen, der auf seinem Instrument ein Meister der Improvisation war.
Weitere Vertreter des deutschen Jazz sind Coco Schumann und die Jazzpianisten Wolfgang Dauner Joachim Kühn. Aus dem Vereinten Königreich kommt Posaunist Chris Barber, der insbesondere den Dixieland in Europa vorangebracht hat. In Frankreich wird natürlich ebenfalls Jazz gemacht, wie etwa von der Chanson-Sängerin Juliette Gréco. Auch Dee Dee Bridgewater ist zu sehen und zu hören, die schon vor langer Zeit aus Tennessee an die Seine gezogen ist. Im europäischen Norden wird auch eifrig gejammt, wie an den Norwegern Jan Garbarek und Arve Henriksen sowie den Dänen Palle Mikkelborg und dem inzwischen verstorbenen Niels-Henning Ørsted-Pedersen zu sehen ist.