"Das Schwein lässt sich nicht so abrichten wie ein Hund – das ist gerade das Tolle", sagt Sebastian Koch, der den Familenvater Thomas spielt. "Rudi hat seinen eigenen Willen, und wir müssen ständig improvisieren, uns auf ihn einstellen. Das macht wirklich Spaß."
"Sorgfältigste Vorbereitung ist die Garantie für ein brauchbares Ergebnis", weiß Peter Timm, der jetzt zum dritten Mal in seiner Karriere buchstäblich Schwein hat. "Ein Beispiel: Rudi soll vom Bett herunterspringen und Nickel hinterherrennen. Ist doch einfach, denkt man. Aber die Kamera muss recht nah heran, damit der Trainer das Ferkel von außerhalb des Bildes beeinflussen kann. Die Sprunghöhe muss gering sein (etwa 30 Zentimeter), damit Rudi den Sprung auch wagt (10 Zentimeter unterhalb des Bildrands wartet eine weiche Matratze). Damit der Sprung im Film als solcher wirkt, planen wir einen Schnitt ein: Rudi setzt an und springt aus dem Bild, dann Schnitt und Rudi springt ins Bild und landet. Das ist dann bereits ein zweiter Sprung, wieder – für die Kamera unsichtbar – aus geringer Höhe. In der Bildsequenz wirkt das dann wie ein großer Sprung aus 60 Zentimeter Höhe."
Aber was tut man, wenn Rudi partout nicht begreifen will, was die Filmemacher von ihm erwarten?
"In einer kurzen Szene soll Rudi aus einer Kiste springen und dabei die Windel abstreifen, die man ihm zuvor umgebunden hat", berichtet Heike Wiehle-Timm. "Drei Stunden hat das gesamte Team die Einstellung immer wieder gefilmt, aber Rudi tat nicht, was er sollte. In den Proben, ohne Kamera, hatte er das durchaus gekonnt. Dann gaben wir auf und wandten uns einer anderen Szene zu. Der Schweinetrainer sagte aber: 'Ich probiere mit Rudi weiter.'
Irgendwann rief er uns zu: 'Jetzt macht er es wieder richtig!' Also wieder Kamerawechsel, umleuchten, aufnehmen – doch Rudi brauchte noch eine weitere geschlagene Stunde, bis die Kamera im richtigen Moment lief. Die sekundenkurze Einstellung sieht super aus – aber niemand ahnt natürlich, wie mühsam sie zustandekam."