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Sakuran - Wilde Kirschblüte

Japan, 2006
Drama, 111 Minuten, FSK: 12

Originaltitel
Sakuran

Kino-Start
30.08.2007

Regie
Mika Ninagawa

Darsteller
Anna Tsuchiya (Kiyoha), Kippei Shiina (Samurai Kuranosuke), Yoshino Kimura (Takao), Hiroki Narimiya (Sojiro), Miho Kanno (Shohi), Masatoshi Nagase (Mitsunobu), Masanobu Ando (Seiji), Kenichi Endo (Sakaguchi), Sadanji Ichikawa (Konoya), Renji Ishibashi (Wirt), Mari Natsuki (Wirtin)
Sakuran - Wilde Kirschblüte - Kinoplakat
Nachdem "Memoirs of a Geisha" im Jahr 2006 drei von sechs nominierten Oscars abgeräumt hatte, schickt sich Mika Ninagawa an, in ihrem Regiedebüt "Sakuran - Wilde Kirschblüte" mit einer ähnlichen Thematik das Publikum zu begeistern. Sie erzählt nach der Vorlage des Manga von Moyoco Anno den Aufstieg eines Mädchen zur Edelhure, die ihren eigenen Weg in die Freiheit sucht.

Japan, zu Beginn des 18. Jahrhunderts: Mit ganzen acht Jahren wurde Kiyoha (Anna Tsuchiya) von ihren Eltern an ein traditionsreiches Bordell in Yoshiwara, dem Rotlichtviertel des damals noch "Edo" genannten Tokio, verkauft. Sie wird hier im Tamagikuya aufgezogen, und sie erfährt die umfangreiche Ausbildung zu einer Prostituierten.

Doch Kiyoha fügt sich nicht willenlos in diese strenge Gemeinschaft ein und tut ihr Missfallen bei jeder Gelegenheit kund. Sie versucht den Mauern des Gebäudes zu entfliehen, wird jedoch jedesmal von Seiji (Masanobu Ando), dem für die Sicherheit zuständigen Angestellten des Hauses, zurückgebracht, der zwar durchaus Sympathie und Verständnis für das Mädchen aufbringt, jedoch gewissenhaft seinen Dienst versieht.

Shohi (Kanno Miho) ist eine erfahrene Kurtisane, die die höchste Stufe in diesem Besuch erreicht hat und als "Oiran" gilt. Sie unterweist die Mädchen in den umfangreichen Regeln dieser Kunst, und obwohl Kiyoha oft genug den Gehorsam verweigert und von Shohi herablassend behandelt wird, entscheidet sie sich schließlich den einzigen Weg zu gehen, um ihrer Gefangenschaft entkommen zu können: Als ausgebildete Oiran hofft sie einen reichen und einflussreichen Mann bewegen zu können, sie aus ihrer Lage zu befreien.

Mit siebzehn Jahren empfängt Kiyoha ihren ersten Freier, den freundlichen älteren Herrn Konoya (Sadanji Ichikawa), bislang Stammkunde bei der arroganten Takao (Yoshino Kimura), die darauf alles andere als erfreut reagiert. Dann verliebt sich Kiyoha in den jungen Sojiro (Hiroki Narimiya), der hinter der jungen Frau mehr als nur eine dienstreiche Kurtisane erkennt. Doch auch der Maler Mitsunobu (Masatoshi Nagase), der ebenfalls vormals die Dienste von Takao in Anspruch genommen hatte, findet Interesse an der Nachwuchsdirne und entfacht die Eifersucht der erfahrenen Edelhure umso mehr.

Kiyoha beherrscht ihr Handwerk bald so perfekt, dass sie in Yoshiwara zur begehrten Oiran mit dem Künstlernamen "Higurashi" wird. Dann erscheint der reiche, attraktive Samurai Kuranosuke (Kippei Shiina), und mit ihm schöpft Kiyoha Hoffnung, dass ihre Träume in Erfüllung gehen und er ihr die ersehnte Freiheit bringen könne...



Film-Inhalt  


Kiyoha fügt sich zunächst nur widerwillig ihrem Schicksal
Kiyoha fügt sich zunächst nur widerwillig ihrem Schicksal


  Hintergrund


Kiyoha (Anna Tsuchiya) mit ihrem ersten Kunden Konoya (Sadanji Ichikawa)
Kiyoha (Anna Tsuchiya) mit ihrem ersten Kunden Konoya (Sadanji Ichikawa)

Mika Ninagawa ist die Tochter des Theaterregisseurs Yukio Ninagawa, der sich mit seinen japanischen Aufführungen von griechischen Tragödien und Shakespeare-Werken einen Namen gemacht hat. Die Fotografin wurde am 8. Oktober 1972 in Tokio geboren und ist eine der berühmtesten Künstlerinnen Japans.

Mit ihrer Arbeit im Bereich der Fotografie hat sie zahlreiche Preise erringen können, darunter den Hitosubo Exhibition Grand Prix, den Canon New Cosmos of Photography Award for Excellence und den Kunstpreis des Ohara-Museums.

Ihre Arbeiten umfassen auch die Bereiche Moderne Kunst, Mode und Werbung und sind in mittlerweile über 30 Bildbänden zu sehen. Einer davon heißt "Pink Rose Suite" und wurde 2001 mit dem begehrten Kimura-Ihei-Preis ausgezeichnet.

Ninagawa hat 2003 einen Kurzfilm mit dem Titel "Cheap Trip" gedreht; "Sakuran - Wilde Kirschblüte" ist die erste Regiearbeit von Mika Ninagawa in einem Langspielfilm. Er wurde bei der 57. Berlinale 2007 in der Sektion "Special" aufgeführt.



Während er Edo-Zeit, in der sich die jetzige Hauptstadt Tokio zur Blüte entwickelte, gab es auch eine große Nachfrage nach Prostitution. Um dieses Geschäft zu kanalisieren, wurde vom Shogunat Yoshiwara als Stadtviertel ausgewiesen, in dem die Zunft offiziell ihrem Gewerbe nachgehen durfte. Dabei ging es nicht in erster Linie um käuflichen Sex, sondern es war auch ein Ort allgemeiner Entspannung und kultureller Erbauung.

Die Dienste der "Oiran", die höchste Stufe der Kurtisanen, nahmen vorwiegend Männer aus der obere Schicht in Anspruch. Um Oiran werden zu können, mussten die Frauen eine strenge Ausbildung durchlaufen, die sie zu einer perfekten Unterhalterin machte. Dazu gehörte die fachgerechte Zubereitung und das Servieren von Tee ebenso wie das Beherrschen von Brettspielen und die Vorführung von Musik und Tanz.

Das Wort "Oiran" leitet sich vermutlich aus "oira no nesama“ her, zu deutsch: "unsere ältere Schwester", wie sie von ihren Bediensteten genannt wurde. Dieser höchst elitäre Beruf ist mittlerweile ausgestorben; die eher bekannte "Geisha" hingegen hat weitgehend ausschließlich die Funktion als Unterhalterin und Gesellschafterin und wird nicht als Prostituierte bzw. Kurtisane angesehen.



Die Reeperbahn Tokios  


Verführung ist eine Kunst
Verführung ist eine Kunst

  Die Manga-Vorlage


Kiyoha hegt Gefühle für Sojiro (Hiroki Narimiya)
Kiyoha hegt Gefühle für Sojiro (Hiroki Narimiya)

Moyoco Anno erblickte 26. März 1971 in Tokio das Licht der Welt. Ihre ersten Schritte als Manga-Zeichnerin machte sie als Assistentin von Kyoko Okazaki. 1989 veröffentlichte sie ihr erstes Manga "Mattaku Ikashita Yatsuradaze", das im populären Manga-Magazin "Betsufure" veröffentlicht wurde.

Ihr erster Hit war 1995 die Manga-Serie "Happy Mania", die sechs Jahre lang gedruckt wurde. Dieses Comic wurde in mehrere Sprachen übersetzt und wurde für eine Anime-Serie adaptiert.

Die Erlebnisse in ihrer Ehe mit Regisseur Hideaki Anno, der mit der Anime-Serie "Neon Genesis Evangelion" populär wurde, verarbeitete sie in dem Manga "Kantoku fugyo todoke".

Auch als Schauspielerin hat sie sich schon ihre Meriten Verdient, etwa in dem Science-Fiction-Drama "Sinking of Japan" ("Nihon chinbotsu", 2006) an der Seite ihres Ehemannes. "Sakuran - Wilde Kirschblüte" ist der erste Manga von Moyoco Anno, der als Vorlage für einen Kinofilm diente.



► Cast, Crew► Filmplakat► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "Sakuran - Wilde Kirschblüte" in der Regie von Mika Ninagawa liefen am 30.08.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Thomas Harlan - Wandersplitter
Dokumentation, Deutschland, 2007

Schwarze Schafe
Komödie, Deutschland, 2006

Lizenz zum Heiraten
Liebeskomödie, USA, 2007

Kein Bund fürs Leben - Sie kommen Deutschland zu retten!
Komödie, Deutschland, 2007

Hippie Masala - Für immer in Indien
Dokumentation, Schweiz, 2006

Hallam Foe - This is my Story
Liebesdrama, Schottland, 2007

Die Letzte Legion
Action, USA, England, Frankreich, 2007

28 Weeks Later
Scifi-Thriller, England, 2007

Ebenfalls im Kino 




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