Klar, SAW wäre nicht SAW, wenn es nicht wieder eine Reihe perfider Fallen gäbe. Die Fans der Reihe lieben es, im Internet über Lieblingsfolterinstrumente zu diskutieren. Der Kiefernschraubstock und der Nadelschacht sind unter Horrorfans längst Kult. Und dieses Hölleninstrumentarium galt es nun zu übertreffen. Bousman arbeitet dabei lieber mit Prothesen und Applikationen statt mit digitalen Effekten. "Ich blende eben nicht so gerne aus, wenn es um den ganz harten Stoff geht", sagt er. "Ich liebe es, dem Zuschauer zu zeigen, was er sehen will."
Bei jedem Entwicklungsschritt habe er den Kenner der Reihe im Sinn gehabt. Deshalb gibt es nun noch mehr Blut, noch fiesere Fallen, noch mehr wahnsinnige Wendungen: "Das ist ein Film für die Fans." Die Produzenten ließen Bousman deshalb einen großen Handlungsspielraum. "Besser als jeder andere weiß er, was das Publikum will", bestätigt Burg. "Unglaublich, aber er ist allen anderen immer drei Schritte voraus."
Doch neben der Steigerung der Schockeffekte ging es den Filmemachern auch darum, sich tiefer in die Psyche von Jigsaw und seine bizarre Beziehung zu Amanda hineinzugraben. Tobin Bell, der dem Psychopathen mit dem ersten Teil ein imposantes Antlitz gegeben hat, freute sich, seine Rolle weiterentwickeln zu können. "Er ist eine Art Philosoph", ist sich Bell sicher, "halb Wissenschaftler, halb Künstler. Außerdem sieht er sich selbst als eine Art Therapeuten, schließlich sagt er seinen Opfern immer wieder, dass sie ihm eines Tages für alles danken werden."
Für Bell war es ein Teil der Vorbereitung, sich in die Vorgeschichte seiner Figur hineinzuversetzen. Er füllte ganze Notizbücher mit seinen Gedanken und Fragen: Was isst Jigsaw zum Frühstück? Welcher Konfession gehört er an? Welchen College-Abschluss hat er? In seiner Garderobe hingen überall Zettelchen und Diagramme, die sich auf das imaginierte Leben seiner Figur bezogen. "Hat man sich eine Frage beantwortet, die eine bestimmte Szene hervorgerufen hat, stellen sich gleich zwei weitere", sagt Bell, "und die rufen dann wieder weitere hervor. Das ist ein Fass ohne Boden."