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Schwarze Schafe

Deutschland, 2006
Komödie, 95 Minuten, FSK: 18

Originaltitel
Schwarze Schafe

Kino-Start
30.08.2007

Regie
Oliver Rihs

Darsteller
Jule Böwe (Charlotte Heinze), Milan Peschel (Peter Harminsky), Jenny Deimling (Daniela Köhler), Robert Lohr (Stefan Köhler), Michael Kinkel (Volker Dietl), Marc Hosemann (Boris Wecker), Barbara Kowa (Nadja), Bruno Cathomas (Roger), Marie-Helene Echard (Edna), Anna Victor Wemakor (Lilith), Robert Stadlober (Breslin), Tom Schilling (Julian), René Römert (Leo), Stefan Ebner (Stefan), Daniel Krauss (Caramel), Beat Marti (Klies), Kirk Kirchberger (Fred), Daniel Zillmann (Arnold), Helga Senk (Arnolds Oma), Eralp Uzun (Ali), Oktay Özdemir (Birol), Richard Hanschmann (Halil), Frank Giering (Türsteher 1), Robert Strasser (Türsteher 2), Irina Kastrinidis (Natascha)
Schwarze Schafe - Kinoplakat
Zwei Schweizer machen einen Film über Loser in Berlin: In fünf Episoden versuchen "Schwarze Schafe" ihre Geldnot zu überwinden und geraten dabei in bizarre Situationen. Ihre Leidenschaft zieht dabei auch unbedarfte Mitmenschen in Mitleidenschaft. Für diese schwarze, schwarzweiße Anarcho-Komödie gab es den "new berlin film award".

Boris Wecker (Marc Hosemann) ist ein Schaumschläger, der zuletzt als Model für Uhren von Rolex posiert hatte. Doch eigentlich wollte er in seinem Leben immer mehr, als er tatsächlich geschafft hat. Boris wohnt in einem Zimmer bei seinem besten Freund Roger (Bruno Cathomas) und dessen Frau Edna (Marie-Helene Echard).

Nach einer kurzen Affäre mit der Vogue-Managerin Nadja (Barbara Kowa) will Boris es endlich zu etwas bringen und hat eine geniale Idee: Das Abhacken einer seiner Hände, die dank des Uhrenjobs hoch versichert sind, soll ihm den erwünschten Reichtum bringen.

Auch Charlotte Heinze (Jule Böwe) ist mit ihrem Job als Sprecherin auf dem Touristenboot von Volker Dietl (Michael Kinkel) nicht übermäßig zufrieden. Zumal sie dort auf ihre frühere Kommilitonin Daniela Köhler (Jenny Deimling) trifft, die ihr ihren wohlhabenden Ehemann, den Zahnarzt Stefan (Robert Lohr) vorstellt. So verleugnet Charlotte den beiden gegenüber zunächst ihre Beziehung zum erfolglosen Kunstmaler Peter Harminsky (Milan Peschel), der sie sternhagelvoll auf dem Schiff aufsucht.

Die schwulen Freunde Breslin (Robert Stadlober) und Julian (Tom Schilling) wollen ihre diffusen anarchistischen Vorstellungen in die Tat umsetzen. Darum besuchen sie die Agentur von Leo (René Römert) und Stefan (Stefan Ebner), von der sie gelesen haben und wollen ihre Wohnung für Gesinnungsgenossen zur Verfügung stellen, das allerdings nicht ganz uneigennützig.

Derweil versuchen die beiden Satanisten Fred (Kirk Kirchberger) und Arnold (Daniel Zillmann) vergeblich, ein weibliches Opfer für ihre Zeremonie zu finden. So soll kurzerhand Arnolds komatöse Oma (Helga Senk) ein schwarzes Kreuz auf den Rücken gemalt kriegen.

Probleme haben auch die notgeilen Türken Ali (Eralp Uzun), Birol (Oktay Özdemir) und Halil (Richard Hanschmann), die Einlass in den angesagten Kitkat-Club begehren, um dort Frauen aufzureißen. Da die Teenies wegen ihres uncoolen Outfits jedoch an den Türstehern scheitern, versuchen sie ihr Glück bei Nutte Natascha (Irina Kastrinidis). Die hatte ihnen früher ihre Dienste gratis geboten, doch nun will sie Kasse machen...



Film-Inhalt  


Indianerspiele: Lilith (Anna Victor Wemakor), Roger (Bruno Cathomas) und Boris (Marc Hosemann)
Indianerspiele: Lilith (Anna Victor Wemakor), Roger (Bruno Cathomas) und Boris (Marc Hosemann)


  Hintergrund


Liebesspiele: Peter Harminsky (Milan Peschel) und Charlotte Heinze (Jule Böwe)
Liebesspiele: Peter Harminsky (Milan Peschel) und Charlotte Heinze (Jule Böwe)

Ein Film, in dem eines der Hauptthemen die Geldknappheit ist, zieht so leicht nicht die großen Geldgeber an. So verzichtete man nach dem Motto "Kein Geld stinkt nicht" darauf, Mittel aus der Filmförderung zu beanspruchen und drehte mit bescheidenen privaten Geldern. Jeder Beteiligte war aus Engabement und Spaß an der Freude dabei. So kostete der Film schließlich noch keine 30.000 Euro.

Für die anarchistischen Grundgedanken des Projekts fand sich bald eine Gruppe interessierter Autoren, Crewmitglieder und auch teils prominente Schauspieler, die bereit waren, sich mit Experimenten, verrückten Einfällen und dem Brechen von Tabus einzulassen. So entstand ein waschechter Independent-Film fernab von kommerziellen Intentionen.

Regisseur Oliver Rihs erklärte den sechs Drehbuchautoren in groben Zügen seine Vorstellungen zum Inhalt, zur Szenerie und den Figuren. Knapp drei Monate nach den ersten Ideen zu "Schwarze Schafe" begannen schon die Dreharbeiten, nach zwei weiteren Monaten waren sechs Episoden im Kasten, von denen dann fünf Verwendung fanden.

Konsequenterweise wurde in schwarzweiß und mit körnigem Material gedreht, um den punkigen Charakter des Films und auch die Sicht der Filmemacher auf den Schauplatz Berlin zu verdeutlichen. Schließlich kommen die beiden Ollies aus der sauberen Schweiz.



"Wir kommen beide aus Zürich - eine sehr beschäftigte 'Geld'-Stadt", erklärt Regisseur Oliver Rihs. "Wir haben uns immer über die Berliner Mentalität mokiert und all die romantischen Verlierer, die mit ihren merkwürdigen Idealen rumhängen. Ich hatte so viel Spaß, das zu beobachten, dass ich eine Komödie über Berlin machen wollte.

Wir schrieben oft am Abend und drehten am nächsten Tag. Doch ich wollte keinen Geldgeber und mich selbst prostituieren." So entwickelten sie ein Gerüst für das Skript, griffen auf ihre Ersparnisse zurück und wandten sich an Schauspieler, Autoren und andere Filmleute, von denen sie wussten, dass sie ohne großes Honorar arbeiten würden.

"Es war eine völlig ungewöhnliche Art zu arbeiten," gibt Rihs zu. "Natürlich gab es ohne Geld gewisse Beschränkungen, doch das zwingt Dich dazu, noch kreativer darüber nachzudenken, wie Du etwas anstellen kannst. Dann erklärten wir das Konzept den Darstellern, und als wir ihnen sagten, das wir nichts zahlen könnten, waren sie dennoch total geil darauf, etwas von Normalen derart abweichendes zu machen. Wir haben völlig experimentell gedreht, doch das bringt eine Menge Spontanität auf die Leinwand."



Oliver Rihs über den Film  


Doppeltes Spiel: Breslin (Robert Stadlober) und Julian (Tom Schilling)
Doppeltes Spiel: Breslin (Robert Stadlober) und Julian (Tom Schilling)
► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Schwarze Schafe" in der Regie von Oliver Rihs liefen am 30.08.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Thomas Harlan - Wandersplitter
Dokumentation, Deutschland, 2007

Sakuran - Wilde Kirschblüte
Drama, Japan, 2006

Lizenz zum Heiraten
Liebeskomödie, USA, 2007

Kein Bund fürs Leben - Sie kommen Deutschland zu retten!
Komödie, Deutschland, 2007

Hippie Masala - Für immer in Indien
Dokumentation, Schweiz, 2006

Hallam Foe - This is my Story
Liebesdrama, Schottland, 2007

Die Letzte Legion
Action, USA, England, Frankreich, 2007

28 Weeks Later
Scifi-Thriller, England, 2007



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