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Schwere Jungs

Deutschland, Schweiz, Tschechien, 2006
Sportkomödie

Originaltitel
Schwere Jungs

Kino-Start
18.01.2007

Regie
Marcus H. Rosenmüller

Darsteller
Sebastian Bezzel (Gamser), Michael Grimm (Franzl), Antoine Monot Jr. (Gustl), Simon Schwarz (Leusl Peter), Nicholas Ofczarek (Dorfler), Lisa Potthoff (Gerdi), Liane Forestieri (Rosi), Rike Schmid (Anna), Barbara Bauer (Ursel), Bastian Pastewka (von Hase), Horst Krause (Delegationsleiter), Daniel Zillmann (Toni), Denise Zich (Eislaufprinzessin Mücke), Rainer Basedow (Bobclub-Präsident), Lucas Bauer (Gamser mit 13), Stefan Betz (Basti), Maximilian Brückner (Reporter Robert), Philipp Epping (Franzl mit 13), Dusan Fager (Mitch), Josef Friedl (Gustl mit 10), Maximilian Frisch (Dorfler mit 14), Andreas Harwarth (Kaspar), Ferdinand Hofer (Toni mit 13), Daniela Koch (Inga), Pia Lautenbacher (Inga mit 12), Sylvester Leo (Schieler Waschtl), Julius Manner (Kaspar mit 12), Manuel Nürnberger (Robert mit 12), Lubor Splichal (Kolya), Klaus Steinbacher (Basti mit 13), Florian Thompson (Leusl Peter mit 13), Daniel Unterrainer (Schieler Waschtl mit 6), Stefanie von Poser (Junge Frau), Martin Walch (Schiedsrichter)
Schwere Jungs - Kinoplakat
Wo schon in der Saison 2006/2007 der Wintersport wegen Schneemangels vielfach ins Wasser gefallen ist, so kann "Schwere Jungs" für die entsprechende Atmosphäre auf der Leinwand sorgen. Regisseur Marcus H. Rosenmüller und Drehbuchautor Philipp Roth nahmen die wahren Ereignisse und Personen der ersten Sieger im Viererbob bei Olympia in Oslo zum Vorbild für ihren Film.

Seit langer Zeit sind Gamser und Dorfler erbitterte Rivalen in ihrem Sport. Bereits bei den Jugendmeisterschaften 1936 mussten sich Gamser (Lucas Bauer) und seine Kameraden Franzl (Philipp Epping), Gustl (Josef Friedl) und (Florian Thompson) dem Viererbob von Dorfler (Maximilian Frisch) und seinen drei Mitfahrern Toni (Ferdinand Hofer), Basti (Klaus Steinbacher) und Kaspar (Julius Manner) geschlagen geben.

Dieses Ereignis hatte die folgenden Jahre geprägt und vorweggenommen, wem das Glück hold sein würde: während Dorfler (Nicholas Ofczarek) eine gutgehende Brauerei geerbt hatte und mit der hübschen Anna (Rike Schmid) verheiratet ist, versucht sich Gamser (Sebastian Bezzel) eher schlecht als recht als Schreiner und muss sich mit seiner schwangeren Frau Rosi (Liane Forestieri) auseinandersetzen.

Nun, im Jahr 1952, bereiten sich die Sportler in Garmisch-Partenkirchen auf die bevorstehenden Olympischen Spiele in Oslo vor. Als Gamser erfährt, dass sich für seine Disziplin neben seinem immer noch im Bobsport erfolgreichen Kontrahenten ein zweites Team bewerben kann, überredet er seine früheren Kameraden Franzl (Michael Grimm), Gustl (Antoine Monot Jr.) und Leusl Peter (Simon Schwarz) daran Teilzunehmen.

Zwar ist sein Schlitten mangels Geld nicht allzu modern, was sie jedoch mit vermehrtem Einsatz auszugleichen vermögen: Tatsächlich können sie sich als zweite Mannschaft für Olympia qualifizieren. Doch während Dorfler und seine Kameraden Toni (Daniel Zillmann), Basti (Stefan Betz) und Kaspar (Andreas Harwarth) in Oslo von Leiter der deutschen Delegation (Horst Krause) und dessen Assistenten von Hase (Bastian Pastewka) hofiert werden, müssen Gamser und seine Männer ein schäbiges Quartier beziehen.

Obwohl beide deutschen Teams nach Kräften üben, sind sie bei den Trainingsläufen der internationalen Konkurrenz unterlegen. Nachdem Gamser die anderen Teams analysiert hat, teilt er dem verdutzten Dorfler seine Erkenntnis mit: die deutschen Sportler sind zu leicht. Die beiden einigen sich schließlich, aus den schwersten Jungs beider Mannschaften die vier schwersten in einen Bob zu setzen. So gibt schließlich das neue Team aus Dorfler, Toni, Franzl und Leusl Peter Anlass zur berechtigten Hoffnung auf eine Medaille...



Film-Inhalt  


Kein guter Einstand: Gamser (Sebastian Bezzel) beim Test des neuen Bobs
Kein guter Einstand: Gamser (Sebastian Bezzel) beim Test des neuen Bobs


  Hintergrund


Entsetzt: Von Hase (Bastian Pastewka) findet Gustls Sexheft
Entsetzt: Von Hase (Bastian Pastewka) findet Gustls Sexheft

Zur Geschichte von "Schwere Jungs" wurde Philipp Roth, Autor des Drehbuchs, bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City inspiriert. Er hatte einen Filmausschnitt der fünfzig Jahre zurückliegenden Entscheidung im Viererbob der Herren gesehen. Damals hatte nach spannenden Kämpfen der Box Deutschland I mit Andreas Ostler, Friedrich Kuhn, Lorenz Nieberl und Franz Kemser die Goldmedaille gewonnen.

So kurz nach dem Zweiten Weltkrieg war dieser Sieg eine kleine Sensation, schließlich waren die Sportler neben den Eiskunstläufern Ria und Paul Falk die ersten deutschen Olympiasieger der Nachkriegszeit. Die Silbermedaille errang bei dem Wettbewerb der Bob USA I, Bronze ging an Schweiz I. Die gleiche Reihenfolge ergab sich auch bei den Läufen der Zweierbobs.

Auch damals gab es gab es eine Konkurrenz der beiden Mannschaften Bob I und Bob II, der von Steuermann Franz Kemser gelenkt worden war. Und genau wie im Film, hatte Ostler letzteren dazu überredet, einen Siegfähigen Bob mit den schwersten Leuten zusammenzustellen. So gesellte sich neben Kemser von Bob II auch noch Kuhn zu schließlich obsiegenden Team.

Nicht nur sportlich waren die damaligen Sieger Schwergewichte: Zusammen brachten sie 472 Kilogramm auf die Waage, was in der Folge zu einer Limitierung seitens des Internationalen Bobverbands "Fédération Internationale de Bobsleigh et de Tobogganing" (FIBT) führte. Heute ist das Gewicht - oder korrekter: die Masse - des leeren ViererBobs auf 210 kg begrenzt, das Limit für das besetzte Fahrzeug liegt bei 630 Kg, was rechnerisch für die Mannschaft 420 Kilo ergibt.



Was gefiel Ihnen an den "Schweren Jungs", als Sie das Drehbuch angeboten bekamen?

Mir war als Bayer der Anderl Ostler, also der echte Olympiasieger von 1952, noch ein Begriff. Als ich dann von der Grundgeschichte der Schweren Jungs erfahren habe, gefiel sie mir nicht nur sehr gut, sondern ich habe mich an die "historische Vorlage“ noch erinnert. Die Handlung hat mir gleich wahnsinnig gut gefallen, weil sie zum einen zwar das komödiantische Element enthält, zum anderen aber auch den Sport dahinter sehr ernst nimmt. Wir sind dann ja nur von der Grundgeschichte ausgegangen und haben fiktiv gearbeitet.

Was war Ihnen dabei am wichtigsten?

Eine charmante, lustige Besetzung zu finden. Es sollten gute Typen dabei sein, die auch eine bestimmte Art von Humor gut rüberbringen. Dass der Sebastian Bezzel dabei sein konnte, war ein echter Glücksfall.

Warum ist Sebastian Bezzel die Idealbesetzung?

Der ist prädestiniert für die Rolle! Wenn einer aus diesem Ort kommt, wo das tatsächlich geschehen ist, dann hat der so einen typischen Stolz dabei und einen Humor intus. Der Sebastian ist eben so, wie die Leute aus Garmisch sind – und er ist ein guter Schauspieler! Er hat es verstanden, das Bayerische nicht ins Lächerliche zu ziehen. Das war mir wichtig, dass wir sozusagen "unsere eigenen Leute“ nicht verraten. Außerdem kann der Sebastian die Verbissenheit zeigen, die der Gamser hat, das muss man einfach schon im Blut haben. Sebastian Bezzel hat übrigens Nessie Nesslauer empfohlen.

Sie haben eigens Teile einer Natureisbahn für die Bobszenen errichten lassen. Warum dieser Aufwand?

Weil einer der Gründe, diesen Film drehen zu wollen für uns das Flair der Fünfziger, die historische Genauigkeit war. Und dank eines Super- Szenenbildners wie Josef Sanktjohanser, einer tollen Maske, Waldemar Prokomski, und der exakten Kostümbildnerin Natascha Curtius-Noss besticht der Film auch dadurch, dass er die Fünfziger so durchgängig widerspiegelt. Von den Rucksäcken der Olympioniken bis zu den Kostümen und dem Make-Up der Damen ist alles authentisch. Und die Bobbahnen von 1952 hatten, neben der anderen Eisfarbe, auch einen ganz anderen Charme, Bobbahnen von heute sind gnadenlos mit Werbung zugepflastert.

Apropos Bobbahn. Sind Sie denn selbst mal den Eiskanal hinunter gerauscht?

Aber sicher! Kameramann Torsten Breuer saß ängstlich bibbernd in der Mitte und ich hinten - souverän als Bremser. Es kann aber sein, dass Torsten Breuer die Geschichte anders herum erzählt (lacht).

Haben Sie denn Ihre Darsteller zur Vorbereitung auch sportlich gedrillt?

Wir haben im Januar mit dem Dreh begonnen und an Weihnachten waren noch immer einige "zu sportlich“. Denen habe ich dann noch mal eingeschärft, sie sollen sich beim Festtagsbraten und den Vanillekipferln auf keinen Fall zurück halten. Das ist ja gerade das Schöne an "Schwere Jungs", das sie schwer sind! Endlich stehen hier auch einmal Leute, die dicker sind, im Mittelpunkt.

Bei den Dreharbeiten zu "Schwere Jungs" wussten Sie noch nicht, dass WER FRÜHER STIRBT, IST LÄNGER TOT, ein derartiger Erfolg werden würde…

… das hätte ja auch gar nichts geändert. Ich bin ja immer noch "grün hinter den Ohren“ im Filmgeschäft. Und "Schwere Jungs" habe ich hauptsächlich gestemmt, wegen der guten, erfahrenen Leute, die mit an Bord waren. Dazu gehört ganz besonders mein Kameramann Torsten Breuer. Auch wenn es heißt: Ein Film von Marcus Rosenmüller. Das ist eigentlich ein Schmarrn. In Wirklichkeit braucht man als Regisseur immer gute Leute um sich herum. Sonst nutzt’s alles nix. Und das war bei "Schwere Jungs" gegeben. Riesendank an meine Produzenten, die so einen Jungspund rangelassen haben!



Interview mit Marcus H. Rosenmüller  


Gefragt: Eisläuferin Mücke (Denise Zich), Leusls Techtelmechtel
Gefragt: Eisläuferin Mücke (Denise Zich), Leusls Techtelmechtel

  Interview mit Sebastian Bezzel


Alles neu: Dorflers (Nicholas Ofczarek) Team mit Toni (Daniel Zillmann), Franzl (Michael A. Grimm) und Leusl Peter (Simon Schwarz)
Alles neu: Dorflers (Nicholas Ofczarek) Team mit Toni (Daniel Zillmann), Franzl (Michael A. Grimm) und Leusl Peter (Simon Schwarz)

Was hat Sie an der Handlung von "Schwere Jungs“ gereizt?

Begeistert haben mich besonders zwei Dinge an der Handlung: Zum Einen, dass es um junge Männer geht, die in dieser Nachkriegszeit einen Traum haben und eine Sache verfolgen, an die sie fünf Jahre früher noch nicht einmal zu denken gewagt hätten. Zum Anderen geht es auch darum, dass man auf seinen Traum manchmal verzichten muss, um damit vielen anderen ihren Traum zu ermöglichen.

Was ist denn Ihre Figur, der Gamser, für ein Mensch?

Der Gamser ist der ewige Verlierer, der endlich mal gewinnen will und sehr viel Energie in diesen Plan steckt. Der Plan heißt: Endlich seinen großen Gegenspieler, den Dorfler, zu schlagen. Da legt er vielleicht sogar ein wenig zuviel Energie rein und verrennt sich in die Sache. Irgendwann im Verlauf des Films kommt er aber auf die Idee, die Schweren Jungs aus beiden Bobs zusammen zu legen und verzichtet damit freiwillig auf seinen Start, was ihm weiß Gott nicht leicht fällt.

Wie haben Sie sich auf diese Rolle als passionierter Bobfahrer vorbereitet?

Ich habe mir die ganzen Wochenschau-Aufnahmen von damals angeschaut. Außerdem hatten wir Training auf der Bob-Anschubbahn in Oberaudorf. Beim Dreh direkt hatten wir zudem vier Tage Training in einem eigens für uns gebauten Eiskanal. Und dann habe ich mich mit dem Thema bzw. dem Sport auseinandergesetzt. Wenn jetzt Bobfahren im Fernsehen übertragen wird, dann schaue ich hin, statt wegzuschalten – anders als früher.

Der Film spielt in den Fünfzigern. Wie macht sich das bemerkbar?

An den Klamotten. Vor allem daran. Ich habe Respekt vor allen, die damals in diesen Klamotten Sport gemacht haben. Es war einem wesentlich kälter darin als in moderner Kleidung. Im Ernst: Es hat aber auch deshalb viel Spaß gemacht, weil man halt eine echte Verwandlung erlebt, das ist bei einem historischen Film natürlich ganz anders als bei einem zeitgenössischen.

Ist die Rolle für Sie als Garmischer etwas Besonderes?

Natürlich. Meine erste Kinohauptrolle und dann auch noch in meiner Heimatstadt drehen. Beim Dreh in Garmisch-Partenkirchen war auch noch sehr schönes Wetter. Das waren besondere Drehtage für mich.

Wie würden Sie die Beziehung vom Gamser zum Dorfler charakterisieren?

In Bayern sagt man: Der Dorfler ist der "Großkopferte“, der immer auf die Füße fällt und sehr viel mehr Glück hat. Die Feindschaft zwischen Beiden existiert schon seit Kindertagen. Der Dorfler hat die fette Brauerei geerbt. Er lebt auch dementsprechend und ist ein lauter Mensch. Gamser dagegen hat eine ganz kleine, verschuldete Schreinerei und muss immer herumkrebsen. Er ist eindeutig benachteiligt. Allerdings lässt er sich in seinem Neid auf den Dorfler zu sehr gehen. Vielleicht leben beide nach dem Motto: Ein guter Feind ist mir immer noch lieber als ein schlechter Freund!



► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "Schwere Jungs" in der Regie von Marcus H. Rosenmüller liefen am 18.01.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Wer Feuer sät...
Drama, USA, England, Südafrika, 2006

Unser täglich Brot
Dokumentation, Deutschland, Österreich, 2005

The Return
Thriller, USA, 2006

The Fountain
Drama, USA, 2006

Texas Chainsaw Massacre: The Beginning
Horror, USA, 2006

Rache ist Sexy
Romantik-Komödie, USA, 2006

Krass
Tragikomödie, USA, 2006

Flags of Our Fathers
Kriegsdrama, USA, 2006

Die Unzerbrechlichen
Dokumentation, Deutschland, 2006

Das Streben nach Glück
Drama, USA, 2006

Dancing with myself
Dokumentation, Deutschland, 2005

Chanson d´amour
Liebesdrama, Frankreich, 2006

Ebenfalls im Kino 




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