Wer "Sehnsucht" anschaut, sollte viel Interesse für die Landschaft der Ruppiner Schweiz und ihre Bewohner mitbringen - und eine ordentliche Portion Geduld. So baut Autorin und Regisseurin Valeska Grisebach auch in ihrem zweiten Spielfilm weniger auf eine komplexe, ausgefeilte Handlung, sondern auf Authentizität von Figuren und Kulisse.
Viel Arbeit überlässt sie dabei der Kamera, die die idyllische Atmosphäre der brandenburgischen Landschaft mit ruhigen, schwermütigen Bildern, die beim Zuschauer Sehnsüchte wecken wollen, wie die in der Geschichte. Bei der Besetzung vertraut sie auf eingeborene Laiendarsteller, mit Erfahrung in den Berufen ihrer Rollen.
Das Ergebnis ist eine Alltagsstudie die sich zu einer Ehebruch-Tragödie entwickelt, mit intensiven Momenten, allerdings auch einigen Längen, die es immerhin in den Wettbewerb der 56. Berlinale geschafft hat.