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Shoot Em Up

Kanada, USA, 2007
Action, 86 Minuten, FSK: 18

Originaltitel
Shoot Em Up

Kino-Start
20.09.2007

Regie
Michael Davis

Darsteller
Clive Owen (Smith), Paul Giamatti (Hertz), Monica Bellucci (Donna Quintano), Stephen McHattie (Hammerson)
Shoot Em Up - Kinoplakat
Folgt man Don Murphy, einem Mitarbeiter des Drehbuchautoren und Regisseurs Michael Davis, gibt es drei große amerikanische Obsessionen: Kanonen, Brüste und Gewalt. In der Action-Komödie "Shoot 'Em Up" sorgen Clive Owen für die Kanonen, Monica Bellucci für die Brüste und ein umfängliches Team von Special-Effect-Spezialisten für die Gewalt.

Hartgesotten, kampferprobt, waffenkundig und cool: Das ist der eigenbrödlerische Mr. Smith (Clive Owen), der am liebsten nur in Ruhe gelassen werden will. Zufällig kommt er des Weges, als eine ihm unbekannte Frau an einer Bushaltestelle ein Baby entbindet.

Smith steht ihr bei - und befindet sich urplötzlich inmitten eines Kreuzfeuers diverser Heckenschützen. Offenbar hat es eine Gang auf den Neugeborenen abgesehen.

Die Mutter stirbt im Kugelhagel, aber Mr. Smith kann, den Säugling im Arm, dem er den Namen Oliver gibt, gerade noch entkommen.

Wer auch immer es auf das Kind abgesehen haben mag, ist jedoch nicht leicht abzuschütteln. Mr. Smith wird weiter verfolgt und immer und immer wieder in heftigste Schießerein verwickelt. Seine einzige Verbündete ist die Prostituierte Donna Quintano (Monica Bellucci) - kurz D.Q. genannt. Ihre "Spezialität" ist die Befriedigung von Freiern, die einen Lactations-Fetisch haben. Oder in anderen Worten: Sie kann Oliver auf eine sehr natürliche Art und Weise ernähren.

Als Mr. Smith in die Fänge des Gangsterbosses Hertz (Paul Giamatti) gerät, verbessert sich zwar nicht gerade seine Lage, aber immerhin kommt er langsam dahinter, warum Oliver unbedingt sterben soll: Hinter den Mordplänen steht ein todkranker Senator, der unbedingt der nächste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika werden will.

Doch um überhaupt nur den Wahltag noch zu erleben, ist eben dieser Senator auf ganz spezielles, seltenes Knochenmark angewiesen. Knochenmark, wie es zum Beispiel Oliver in sich trägt...



Film-Inhalt  


Monica Bellucci ist Donna Quintano
Monica Bellucci ist Donna Quintano


  Film-Kritik


Smith (Clive Owen) in der Enge
Smith (Clive Owen) in der Enge

Im Vorfeld der US-Veröffentlichung - der Film lief in den USA am 7. September 2007 an - erntete "Shoot 'Em Up" äußerst zwiespältige Kritiken. Nicht zuletzt aufgrund der offenkundig hochkarätigen Besetzung traute sich offenbar kaum ein Kritiker zu einem offenen Verriss. Lediglich die Chicago Sun-Times rang sich zu Worten wie "dreist" und "hyperaktiv" durch, und in der New York Times wurde der Film als "wertloses Stück Müll" bezeichnet.

Das Kinopublikum zeigte sich ebenfalls nicht eindeutig: Bereits die ersten Testvorführungen brachten nur durchwachsene Ergebnisse. Wenig überzeugen konnte der Film dann auch an den Kinokassen: Die Produktion, die immerhin runde vierzig Millionen Doller kostete, kam nicht über den sechsten Platz in den Kinocharts hinaus und spielte am Startwochenende gerade einmal fünf Millionen Dollar ein.

Aufgrund der eindimensionalen Handlung und der flachen Charakterzeichnung einerseits und der grotesken Gewaltdarstellungen und exzessiven Actionszenen auf der anderen Seite werden eingefleischte Genrefans ihren Spaß an dem Streifen haben, langfristig hat "Shoot 'Em Up" damit einiges an Kultpotential.



Als Regisseur und Drehbuchautor Michael Davis das urprüngliche Konzept zu "Shoot 'Em Up" verschiedenen Studios vorlegte, wurde er zunächst reihenweise abgewiesen. Um sein Projekt zu retten, ließ Davis einen 17-minütigen "Zeichentrickfilm" aus Szene-Skribbeln des Drehbuchs fertigen, das insbesondere die geplanten Action-Szenen zeigte. Damit gelang es ihm dann doch, das Interesse der New Line Cinema zu wecken, die das Projekt schließlich realisierte.

Die Idee zum Film entstand aus einer Szene in John Woos "Hard Boiled", in der der Held Chow Yun-Fat mit einer Pistole in der einen und einem Baby in der anderen Hand durch ein Krankenhaus hetzt: "Die Kombination eines hartgesottenen Typen mit der sprichwörtlichen Unschuld eines Babys schafft dramatische Spannung und ein unvergessliches Bild", erklärt Davis die Basis für die Entstehung von "Shoot 'Em Up".

Vor dem Fimstart ließ sich die Marketingabteilung der New Line Cinema so einiges für die Promotion einfallen: Neben eher seriöser Werbung im Umfeld von Videospielen - "Shoot 'Em Up" ist schließlich auch die Bezeichnung für ein Computerspiel-Genre - und einer umfänglichen TV-Kampagne setzte man besonders auf Guerilla-Marketing:

Höhepunkt war ein im Internet veröffentlichter Videoclip, der einen angeblich kugelsicheren Kinderwagen zeigte. Das Gefährt wurde von allen Seiten unter heftiges Machinengewehrfeuer genommen, um sodann ein gesundes, unverletztes Baby zu zeigen, dass angeblich während des Tests in dem Wagen lag.

Der auf allen gängigen Videoportalen zugängliche Clip - obwohl vollständig aus Spezial-Effekten zusammengeschnitten - wurde tatsächlich von einigen normalerweise seriösen Medien ernst genommen, so zum Beispiel von einer der führenden schwedischen Tageszeitungen, der "Aftonbladet", die sich entsetzt über das Video zeigte.



Hintergrund  


Hertz (Paul Giamatti) schießt mit
Hertz (Paul Giamatti) schießt mit

  Schadensbegrenzung


Auge um Auge
Auge um Auge

Tatsächlich kamen in "Shoot 'Em Up" natürlich keine Kleinkinder zu Schaden, noch sind kaum je welche während der Actionszenen vor der Kamera zu sehen - weder in der Werbekampagne noch im Film: Der für Masken und Animatronik verantwortliche Paul Jones baute mit seinem Team fünf Babys, die alle als Double für das Filmkind Oliver einsprangen.

Zwei der Puppen waren funktionsfähige, ferngesteuerte animatronische Roboter, drei weitere unbewegliche Stunt-Babys. Das ferngesteuerte Helden-Baby konnte ohne Kabel frei bewegt werden.

Auch Clive Oliver kam (natürlich) unbeschadet davon: Für eine schmerzliche Folterszene, in der Paul Giamatti als Bösewicht Hertz dem von Clive Owen verkörperten Mr. Smith die Finger "bricht", ließ Jones seine britischen Kollegen Abgüsse von Owens Händen anfertigen, schon bevor dieser zu den Dreharbeiten - die im kanadischen Toronto stattfanden - anreiste. Davon stellte Jones Gußformen her, mit denen er künstliche Hände aus Silikon formte. Diese kommen in den Nahaufnahmen vor Owens Gesicht zum Einsatz, in denen Giamatti die "Finger" einen nach dem anderen bricht.



► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "Shoot Em Up" in der Regie von Michael Davis liefen am 20.09.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Wächter des Tages
Fantasy, Russland, 2006

Hamburger Lektionen
Dokumentation, Deutschland, 2006

Ghosts of Cité Soleil
Doku-Drama, Haiti, Dänemark, USA, 2006

Ein Fliehendes Pferd
Komödie, Deutschland, 2007

Disturbia
Thriller, USA, 2007

Die Solomon-Brüder
Komödie, USA, 2007

Der Kleine König Macius - Der Film
Zeichentrick, Deutschland, Polen, Frankreich, 2007

Bab´Aziz - Der Tanz des Windes
Drama, CH, HU, FR, DE, IR, TN, UK, 2005

Ebenfalls im Kino 




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