Speed-Dating war für mich ein schöner Rahmen, um das Porträt einer bestimmten Großstadt-Single-Generation zu zeichnen. Und ich wollte einen Schauspielerfilm mit spannenden Charakteren inszenieren. Ein Grundthema war für mich die Frage: Warum gibt es so viele Singles?
Warum fällt es uns so schwer, zusammenzufinden? Am Anfang von "Shoppen" sagt Susanne in der Boutique über ihren Traummann, er solle eifersüchtig und tolerant sein – da wird schon klar, dass die Ansprüche heutzutage manchmal ein bisschen übertrieben sind. Außerdem hat man irgendwann auch nicht mehr so viel Energie, jede Nacht um die Häuser zu ziehen, bis man eventuell jemanden kennenlernt.
Nach dem fünften Abend in irgendeiner Bar, wo man vergeblich auf eine interessante Begegnung gehofft hat, sitzt man übermüdet zuhause und sagt sich: Nein, es muss einen effizienteren Weg geben!
Speed-Dating!
Man lässt sich nicht mehr darauf ein, mühsam jemanden kennenzulernen und sich zu verlieben, sondern man hat klare Vorstellungen, man investiert, und dafür will man auch seine Ansprüche erfüllt haben. Für Geld bekommt man also potenziell passende Partner präsentiert: Wie beim Durchblättern der Kleiderbügel in einer Modeboutique darf man nachsehen, ob die gewünschten Eigenschaften in ausreichender Zahl vorhanden sind. Wir haben zwar verlernt, uns zu verlieben – aber einkaufen können wir.
Was liegt also näher als der Versuch, die Defizite mit bewährten Methoden auszugleichen? Etwas unromantisch vielleicht, doch unter Umständen effizient. Natürlich muss man sich in den fünf Minuten beim Speed-Dating knallhart selbst verkaufen. Dementsprechend steckt in meinem Filmtitel auch ein großes Fragezeichen: Ist das der richtige Weg, die Liebe zu finden, wenn man dafür bezahlt, sich Leute vorstellen zu lassen?