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Sicko

USA, 2007
Dokumentation, 113 Minuten

Originaltitel
Sicko

Kino-Start
11.10.2007

Regie
Michael Moore

Darsteller
Michael Moore, George W. Bush, Reggie Cervantes, John Graham, William Maher, Richard Nixon, Linda Peeno
Sicko - Kinoplakat
Bei konservativen Amerikanern gilt er als Nestbeschmutzer, bei liberalen Landsleuten eher als Heros: Der Regisseur Michael Moore. Hatte er mit seinem oscarprämierten Werk "Bowling for Columbine" den amerikanischen Waffen-Wahn kritisiert, ging es bei "Fahrenheit 9/11" um die Anschläge vom 11. September 2001 und den Irak-Krieg. In seinem Dokumentarfilm "Sicko" nimmt Moore das US-Gesundheitssystem unter die Lupe.

Ein Heimwerker schneidet sich beim Basteln zwei Finger ab. Er hat Glück im Unglück: Seine Hand könnte wieder vollständig hergestellt werden. Aber er hat auch Unglück im Glück: Er ist nicht krankenversichert. Und für eine Operation beider Finger reichen seine privaten Ersparnisse nicht. Also entscheidet er sich dafür, dass nur einer der beiden Finger wieder angenäht wird.

Eine Frau wird bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt. Ohnmächtig wird sie aus dem Wrack ihres Autos gezogen. Sie hat Glück im Unglück: Sie hat eine private Krankenversicherung. Aber sie hat auch Unglück im Glück: Nach dem Kleingedruckten in der Police ist sie verpflichtet, ihre Versicherung vor der Inanspruchnahme medizinischer Leistungen zu informieren. Da der Notarzt aber schon mit der Behandlung begann, als die Frau noch bewusstlos war, kommt die Versicherung von der Leistung frei.

Der Heimwerker und die Unglücksfahrerin haben eines gemeinsam: Sie Leben in den Vereinigten Staaten von Amerika. Eines der reichsten Länder der Erde, aber auch ein Land ohne wirklich gerechte und solidarische Gesundheitspolitik.

An Beispielen wie diesen - die Liste ließe sich schier endlos fortsetzen - übt Regisseuer Michael Moore bissige Kritik an seinem Heimatland und - natürlich - an seinem Lieblingsfeind George W. Bush und der Partei der Republikaner, die seit Jahrzehnten die Einführung eines für alle finanziell erreichbaren Gesundheitssystems blockieren.

Und Michael Moore weiß, wo er den Nerv der Republikaner treffen kann: Er präsentiert zwei Männer, die als freiwillige Helfer nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York noch als Helden gefeiert wurden. Jahre später leiden beide unter Lungenerkrankungen, die sie sich beim Einatmen des giftigen Staubes zugezogen haben, als sie in den Trümmern arbeiteten. Krankenversichert sind sie nicht, eine Behandlung können sie sich nicht leisten, und staatliche Hilfen bekommen sie auch nicht.

Mit diesen beiden Männern fährt Moore zum US-Gefangenenlager auf Kuba, wo Terrorverdächtige festgehalten werden. Diese - so die amerikanische Regierung - haben kostenlosen Zugang zu einer angeblich vorbildlichen medizinischen Versorgung. Eben diese Versorgung, die die Täter erhalten, mögen doch auch die Retter erhalten, fordert Moore schlagzeilenträchtig...



Film-Inhalt  


Das beste ist eine gute Versicherung
Das beste ist eine gute Versicherung


  Hintergrund


Michael Moore (rechts) auf Kuba
Michael Moore (rechts) auf Kuba

Im Vorfeld seines Filmes rief Regisseur Michael Moore über seine Internetseite auf, ihm "Horrorgeschichten" über Krankenversicherungen oder Erlebnisse mit Ärzten und Krankenhäusern zu berichten.

Binnen weniger Wochen gingen bei ihm 25.000 Mails ein. Moore erzählt: "Es war schon sehr schwierig. Da gab es Leute, die schrieben: 'Ich werde sterben, wenn ich keine Hilfe bekomme' oder 'Meine Mutter stirbt..' Da fühlt man sich vollkommen hilflos, und es war für alle, die an diesem Film arbeiteten, zutiefst beklemmend. Wir wussten auch, dass sich der Großteil des Films nicht auf diese Horrorgeschichten konzentrieren würde. Vielmehr wollten wir erklären, dass diese Menschen nichts davon durchmachen müssten, wenn sie in Kanada leben würden. Und einige der Betroffenen wohnten nur wenige Meilen von der Grenze entfernt."

Insgesamt drehte Moore 500 Stunden Filmmaterial ab, bevor es an den Schneidetisch ging.

"Sicko" war der seit Einführung der Boxoffice-Statistik auch für Dokumentarfilme im Jahre 1982 der bis dahin erfolgreichste Film dieses Genres mit einem US-Einspielergebnis von über 10 Millionen Dollar.



Das US-Gesundheitssystem zeichnet sich dadurch aus, dass es weitgehend nicht existiert. Es gibt Ärzte und Krankenhäuser, es gibt Patienten, und es gibt ausschließlich private Krankenversicherungen. Es gibt aber kein wirkliches System.

Grundsätzlich ist es jedem selbst überlassen, ob er sich versichert oder nicht. Auch gibt es keinerlei Pflicht für Arbeitgeber, sich an den Gesundheitskosten zu beteiligen. Sofern einige Unternehmen für ihre Mitarbeiter Gruppenversicherungen und Zuschüsse anbieten, sind dies rein freiwillige Leistungen, die häufig dem Kostendruck zum Opfer fallen.

Insgesamt haben die USA die höchsten pro-Kopf-Ausgaben für Gesundheit, nahezu doppelt soviel wie in Deutschland - eine bessere Versorgung bedeutet dies jedoch nur für eine Minderzahl der Bevölkerung.

Etwa 70% aller Amerikaner haben eine private Krankenversicherung, rund 10% bekommen "MedicAid" - eine Wohlfahrtsleistung, die zwischen den einzelnen Staaten sehr unterschiedlich ausfällt, und etwa 20% der Bevölkerung sind gar nicht versichert. Dies betrifft insbesondere die untere Mittelschicht, also Personen, die "nicht arm genug" sind, um Anspruch auf Wohlfahrt zu haben, aber zu wenig verdienen, um sich eine Versicherung wirklich leisten zu können.

Im Jahre 1993 startete der damalige US-Präsident Bill Clinton den Versuch, eine gesetzliche Krankenversicherung nach europäischem Vorbild einzuführen. Er scheiterte an der politischen Mehrheit der Republikaner im Kongress.



Gesundheit amerikanisch  


War nicht für eine Gesundheitsreform zu gewinnen: Ronald Reagan
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► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Sicko" in der Regie von Michael Moore liefen am 11.10.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Wintersonnenwende - Die Jagd nach den sechs Zeichen des Lichts
Fantasy-Abenteuer, USA, 2007

Pornorama - oder die Bekenntnisse der mannstollen Näherin Rita Brauchts
Liebeskomödie, Deutschland, 2007

Operation: Kingdom
Psychothriller, USA, 2007

Nachmittag
Drama, Deutschland, 2007

Klopka - Die Falle
Politthriller, Serbien, Deutschland, Ungarn, 2007

Heimatklänge
Dokumentation, Schweiz, Deutschland, 2007

Gespräche mit Gott
Doku-Drama, USA, 2006

Gegenüber
Drama, Deutschland, 2007

Die Vorahnung
Thriller-Drama, USA, 2007

December Boys
Familiendrama, Australien, England, USA, 2007



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