Ein Heimwerker schneidet sich beim Basteln zwei Finger ab. Er hat Glück im Unglück: Seine Hand könnte wieder vollständig hergestellt werden. Aber er hat auch Unglück im Glück: Er ist nicht krankenversichert. Und für eine Operation beider Finger reichen seine privaten Ersparnisse nicht. Also entscheidet er sich dafür, dass nur einer der beiden Finger wieder angenäht wird.
Eine Frau wird bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt. Ohnmächtig wird sie aus dem Wrack ihres Autos gezogen. Sie hat Glück im Unglück: Sie hat eine private Krankenversicherung. Aber sie hat auch Unglück im Glück: Nach dem Kleingedruckten in der Police ist sie verpflichtet, ihre Versicherung vor der Inanspruchnahme medizinischer Leistungen zu informieren. Da der Notarzt aber schon mit der Behandlung begann, als die Frau noch bewusstlos war, kommt die Versicherung von der Leistung frei.
Der Heimwerker und die Unglücksfahrerin haben eines gemeinsam: Sie Leben in den Vereinigten Staaten von Amerika. Eines der reichsten Länder der Erde, aber auch ein Land ohne wirklich gerechte und solidarische Gesundheitspolitik.
An Beispielen wie diesen - die Liste ließe sich schier endlos fortsetzen - übt Regisseuer Michael Moore bissige Kritik an seinem Heimatland und - natürlich - an seinem Lieblingsfeind George W. Bush und der Partei der Republikaner, die seit Jahrzehnten die Einführung eines für alle finanziell erreichbaren Gesundheitssystems blockieren.
Und Michael Moore weiß, wo er den Nerv der Republikaner treffen kann: Er präsentiert zwei Männer, die als freiwillige Helfer nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York noch als Helden gefeiert wurden. Jahre später leiden beide unter Lungenerkrankungen, die sie sich beim Einatmen des giftigen Staubes zugezogen haben, als sie in den Trümmern arbeiteten. Krankenversichert sind sie nicht, eine Behandlung können sie sich nicht leisten, und staatliche Hilfen bekommen sie auch nicht.
Mit diesen beiden Männern fährt Moore zum US-Gefangenenlager auf Kuba, wo Terrorverdächtige festgehalten werden. Diese - so die amerikanische Regierung - haben kostenlosen Zugang zu einer angeblich vorbildlichen medizinischen Versorgung. Eben diese Versorgung, die die Täter erhalten, mögen doch auch die Retter erhalten, fordert Moore schlagzeilenträchtig...