Vera und Beatrice sind Richterin bzw. Staatsanwältin am Landgericht der muslimischen Gemeinde Kumba in Kamerun.
Sie sind damit gebildeter, eloquenter und vor allem zumindest formal mächtiger als die meisten muslimischen Männer am Ort. Und sie sprechen Recht nach den weltlichen Gesetzen des dem Commonwealth angehörigen Staates Kamerun - ein Recht, das in vielen Aspekten mit der islamischen Tradition völlig unvereinbar ist.
Wie gelingt es in dieser Umgebung den beiden Frauen sich durchzusetzen? Welchen Wert haben Recht und Rechtsprechung an einem Ort wie diesen? Dieser Frage gehen die beiden britischen Dokumentarfilmer Kim Longinotto und Florence Ayisi anhand von drei Prozessen nach, die sie mit der Kamera verfolgt haben:
Da ist zum einen ein kleines Mädchen, die von ihrer Tante misshandelt wurde.
Der zweite Fall beschäftigt sich mit der Vergewaltigung einer jungen Frau durch ihren Nachbarn.
In dem dritten Prozess schließlich geht es um eine Frau, die sich nach Jahren des Missbrauchs und der Gewalt von ihrem Ehemann scheiden lassen will. Ein besonders heikles Thema, denn die körperliche Züchtigung ihrer Ehefrauen ist für viele der männlichen Bewohner eine Selbstverständlichkeit, die sie aus dem Koran herleigen. Ein Scheidungsbegehren einer Frau ist für sie hingegen undenkbar...