Am 7. April 1909 - so behauptet der Amerikanische Polarforscher Robert Edwin Peary nach seiner Rückkehr nach New York - habe er als erster Mensch den Nordpol betreten. Was wie die Krönung seiner mehr als 20-jährigen Forschungstätigkeit klang, war - so vermutete man bereits damals und glaubt man heute sicher zu wissen - wenn nicht schlichtweg Betrug, dann zumindest ein grober Navigationsfehler.
Aber auch unabhängig von dieser Frage handelte Peary mehr als einmal zweifelhaft. Wie man heute weiß, dienten seine häufigen und langen Aufenthalte in Thule, Grönland, weniger seinem Forscherdrang als vielmher einem weit trivialeren Trieb: Er hatte dort - wie auch in New York - eine Frau und Kinder.
In "Spuren im Eis - The Prize of the Pole" geht sein Urenkel Robert Edwin Peary II, der aus der Inuit-Verbindung hervorging - den Wegen seines Urgroßvaters nach. Dabei wird er mit der Kamera von dem Regisseur und Drehbuchautor Regisseur Staffan Julén begleitet.
Eines der dunkelsten Kapitel des Polarforschers, das es zu beleuchten gilt, war zweifellos die Verschleppung von sechs Inuit im Auftrag eines New Yorkers Museums zur Finanzierung seiner Reiseaktivitäten. Die sechs wurden in New York wie Zootiere zu einem Eintrittspreis von 25 Cent zur Schau gestellt, fünf von ihnen starben schon bald an Grippe.
Der sechste Inuit - das Kind Minik - wurde nur 31 Jahre alt. Auch seiner Geschichte geht der Film nach.