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Stealing Klimt

Deutschland, 2006
Dokumentation, 90 Minuten, FSK: 12

Originaltitel
Stealing Klimt

Kino-Start
06.09.2007

Regie
Jane Chablani, Martin Smith

Darsteller
Maria Altmann, Michael J. Bazyler, Hubertus Czernin, Gerbert Frodl, Elisabeth Gehrer, Willi Korte, Sophie Lillie, Jonathan Petropoulos
Stealing Klimt - Kinoplakat
Der Österreicher Gustav Klimt gilt als einer der bedeutendsten Kunstmaler an der Schwelle vom 19. zum 20. Jahrhundert. Weitere hundert Jahre später sorgten fünf seiner bekanntesten Werke für einiges Aufsehen, als sie zum Gegenstand eines der bis heute umstrittensten Rechtsstreite um vermeintliche "Beutekunst" wurden. In "Stealing Klimt" erzählen die britischen Dokumentarfilmer Jane Chablani und Martin Smith augenzwinkernd die Geschichte dieses "Kunstraubs" der juristischen Art.

Die Geschichte der "Bloch-Bauer-Bilder" des österreichischen Malers Gustav Klimt ist ein juristisches Possenspiel um "Beutekunst" ohnegleichen, bei dem es vorläufig offen bleiben kann, wer Dieb und wer Bestohlener ist, wer letztendlich Täter und wer Opfer wurde:

Als im Jahre 1925 die Ehefrau des Wiener Zuckerfabrikanten und Kunstsammlers Ferdinand Bloch-Bauer - Adele - stirbt, verfügt sie testamentarisch, dass fünf im Besitz des Ehepaares stehende Bilder Gustav Klimts - für zwei von ihnen hatte sie selbst Modell gestanden - nach dem Tod ihres Mannes in den österreichischen Staatsbesitz übergehen sollen. Im Rahmen der Nachlassabwicklung gab Ferdinand Bloch-Bauer einerseits an, die Bilder würden zwar ins seinem (Allein-)Besitz stehen - seine Frau hätte also gar nicht wirksam darüber verfügen können - gleichwohl verpflichtete er sich zur Erfüllung der Nachlassauflage und verzichtet auf eine formale Anfechtung.

Nach dem "Anschluss Östereichs" flüchtet Bloch aus Angst vor nationalsozialistischer Verfolgung von Wien über Prag nach Zürich, wo er 1945 eines natürlichen Todes stirbt.

Seine Kunstsammlung - einschließlich der fünf strittigen Klimt-Bilder - lässt er in Wien zurück. Sie wird von den Nazis beschlagnahmt.

1948 - noch vor jedweder Gesetzgebung über Beutekunst - verlangen Blochs Erben in den USA die Herausgabe der Sammlung von der neu entstandenen Republik Österreich, die die Ansprüche auch unproblematisch und schnell anerkennt, soweit sie sich nicht auf die fünf Klimt-Bilder erstrecken. Die Sammlung wird Zug um Zug gegen eine förmliche Verzichtserklärung der Bloch-Erben auf eben diese fünf Bilder dann auch ausgehändigt. Die fünf in Rede stehenden Bilder wurden Bestandteil der Österreichischen Nationalsammlung und hingen in den folgenden rund 50 Jahren öffentlich aus.

Dann jedoch meldet sich aus Los Angeles die Großnichte von Adele Bloch-Bauer und fordert - unter Hinweis auf diverse neue Gesetze und Urteile zum Thema "Beutekunst" - die fünf Klimt-Bilder für sich...

Die britischen Dokumentarfilmer Jane Chablani und Martin Smith verfolgten den Rechtsstreit und sprachen sowohl mit Maria Altmann und ihren Anwälten wie auch mit den Vertretern Österreichs in diesem Streit.



Film-Inhalt  


Adele Bloch-Bauer I
Adele Bloch-Bauer I" von 1907 (auch "Goldene Adele" genannt)


  Der Wert der Beute


Opfer oder Täter? Jedenfalls eine viertelmilliarde Euro reicher: Maria Altmann
Opfer oder Täter? Jedenfalls eine viertelmilliarde Euro reicher: Maria Altmann

Die fünf von Maria Altmann erstrittenen Gemälde hat diese inzwischen über verschiedene Auktionshäuser versteigern lassen. Die Erlöse waren beachtlich:

"Adele Bloch-Bauer I" von 1907 wurde im Juni 2006 von dem Kosmetik-Erben Ronald S. Lauder für 125 Millionen Dollar ersteigert. Es hängt inzwischen in der New Yorker Neuen Galerie und ist damit das einzige der fünf Bilder, das der Öffentlichkeit noch zugänglich ist. Es war der bis dahin höchste je für ein Gemälde bezahlte Preis.

"Adele Bloch-Bauer II" von 1912 wurde im November 2006 von einem anonymen Bieter per Telefon bei einer Auktion des Hauses Christie's für 88 Millionen Dollar ersteigert.

"Buchenwald/Birkenwald" von 1912 erzielte 33 Millionen Dollar auf der gleichen Auktion.

"Apfelbaum I" von 1912 brachte - wiederum auf der gleichen Auktion - weitere 40 Millionen Dollar ein.

"Häuser in Unterach am Altsee", ca. 1916, war mit 31 Millionen Dollar fast schon ein Schnäppchen.

Insgesamt strich Maria Altmann mit ihren Anwälten 327,7 Millionen Dollar (damas etwa 258 Millionen Euro) für die Bilder ihrer Großtante ein, die nach deren Willen nie in ihren Besitz hätten gelangen sollen oder auch nur können.



Gustav Klimt wurde am 14. Juli 1862 in Wien als Sohn eines Goldschmiedes geboren. Zwischen 1876 und 1882 studiert er an der Wiener Kunstgewerbeschule.

Ab 1883 betrieb er zusammen mit seinem Bruder Ernst und anderen eine Ateliergemeinschaft. Er fertigte u.a. Vorhang- und Deckengemälde für diverse Theater. Auch zahlreiche Deckenfresken des Wiener Burgtheaters stammen aus seinem Atelier.

Im weiteren arbeitete Klimt für Kunstzeitschriften und fertigte diverse Auftragsarbeiten für private, staatliche oder halb-staatliche Auftraggeber, so auch für die Pariser Weltausstellung von 1900.

Dank seiner "Gebrauchskunst" gehörte Klimt bereits zu Lebzeiten zu (im Vergleich zu anderen Künstlern) bekannten wie auch gut bezahlten Malern.

Klimt starb am 6. Februar 1918 in Wien an einem Gehirnschlag.



Gustav Klimt  


Maria Altmann nesbt einem ihrer Anwälte
Maria Altmann nesbt einem ihrer Anwälte
► Cast, Crew► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Stealing Klimt" in der Regie von Jane Chablani, Martin Smith liefen am 06.09.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Video Kings
Komödie, Deutschland, 2007

Toni Goldwascher
Drama, Deutschland, 2007

St. Jacques... Pilgern auf Französisch
Tragikomödie, Frankreich, 2005

Schwesterherz
Drama, Deutschland, 2007

Max Minsky und ich
Jugendkomödie, Deutschland, 2007

Hairspray
Musical-Komödie, USA, 2007

Folgeschäden
Drama, Deutschland, 2004

Das Bourne Ultimatum
Actionthriller, USA, Deutschland, England, Spanien, 2007



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