Jakobus ("Jakobus der Ältere") war - wie sein Bruder Johannes - laut Neuem Testament einer der zwölf Apostel Jesu Christi. Sein Vater war der Binnenfischer Zebedäus.
Gemäß Apostelgeschichte (Apg 12,1f) wurde Jakobus von Herodes eigenhändig mit dem Schwert hingerichtet. Soweit dies historisch richtig ist, müsste sein Tod mit großer Wahrscheinlichkeit in den Zeitraum der Alleinherrschaft des Herodes Agrippa I über ganz Judää zwischen 41 und 44 n. Chr. gefallen sein. Eine Verfolgung der christlichen Urgemeinde als Ganzes in Jerusalem zu dieser Zeit (also bereits etwa 10 Jahre nach der Kreuzigung Christi) ist nicht nachweisbar, wohl aber die Verfolgung einzelner Repräsentanten.
Nach Legenden (frühestens ab etwa 300 n. Chr. belegbar) soll Jakobus vor seinem Tode in oder um Jerusalem einige Jahre lang in Spanien gewirkt haben. Nach seinem Tode hätten seine Anhänger seinen Leichnam auf ein Schiff verbracht, welches dann unbemannt über das Mittelmeer zurück nach Spanien getrieben sei, wo man ihm um 44 n. Chr. dann bestattet habe.
Die geschilderte Form der Bestattung ist mit einiger Sicherheit eine späte Ausschmückung der Jakobusgeschichte aus dem 7. oder 8. Jahrhundert. Ob Jakobus tatsächlich jemals in Spanien missionarisch tätig war, ist ebenfalls historisch zweifelhalft, aber letztendlich auch nicht auszuschließen - erste Christianisierungen noch im 1. nachchristlichen Jahrhundert hat es dort wohl tatsächlich gegeben.
Anfang des 9. Jahrh. wurde "sein" Grab unter Bischof Theodomir von Iria Flavia in Santiago de Compostela dann wiederentdeckt. In der Folgezeit wurde Jakobus zum (christlichen) Symbol in den Religionskriegen gegen die (isalmischen) Mauren um die Herrschaft auf der iberischen Halbinsel.
Seit den 1970er Jahren haben die Pilgerfahrten nach Santiago de Compostela stark zugenommen. Kamen um 1975 kaum 100 Pilger, waren es zehn Jahre später schon um 1.000 pro Jahr und seit Anfang des neuen Jahrtausends um die 100.000 Pilger jährlich.