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Strajk - Die Heldin von Danzig

Deutschland, Polen, 2006
Drama, 90 Minuten, FSK: 12

Originaltitel
Strajk - Die Heldin von Danzig

Kino-Start
08.03.2007

Regie
Volker Schlöndorff

Darsteller
Katharina Thalbach (Agnieszka), Rafael Remstedt (Krystian), Wojciech Solarz (Krystian), Dominique Horwitz (Kazimierz), Andrzej Grabowski (Sobecki), Dariusz Kowalski (Bochniak), Andrzej Chyra (Lech Walesa), Krzysztof Kiersznowski (Mateusz), Maj-Talarczyk (Chomska), Ewa Telega (Mirka), Marta Straszewska (Maria), Florian Staniewski (Direktor), Barbara Kurzaj (Elwira), Wojciech Pszoniak (Kaminski), Joanna Bogacka (Szymborska), Henryk Golebiewski (Marek), Dorota Kolak (Kaminska), Magdalena Smalara (Renata), Volker Schlöndorff (Radiosprecher)
Strajk - Die Heldin von Danzig
 - Kinoplakat
Die Augen der Welt schauten 1980 nach Polen, als mit Solidarnosc eine Arbeiterbewegung dazu ansetzte, die politische Führung der "Arbeiterklasse" vom Thron zu stürzen. Andreas Pflüger schrieb eine Geschichte, angelehnt an eine der Heldinnen von damals, mit Unterstützung on Sylke Rene Meyer, die über diese zuvor in ihrer Dokumentation "Wer ist Anna Walentynowicz?" berichtet hatte.

Polen, im Sommer 1980: Die zwar kleinwüchsige, aber zähe Agnieszka (Katharina Thalbach) arbeitet an der Danziger Leninwerft. Die katholische, alleinerziehende Mutter war im Zweiten Weltkrieg Waise geworden und hatte sich durch unermüdlichen Einsatz als Schweißerin in Schichtarbeit hochgearbeitet. Bisher interessiert sie sich nicht für Politik, sondern nur für ihren Sohn Krystian (Rafael Remstedt), den sie über alles liebt.

Mittlerweile hat sie die Akkordarbeit hinter sich und ist zur Kranführerin aufgestiegen. Agnieszka wird von ihren männlichen Kollegen respektiert, denn sie setzt sich stets für ihre und die Belange anderer ein - ob beim Lohn oder beim Essen in der Kantine. Als eines Tages bei einem Unfall 21 Arbeiter zu Tode kommen, ist ihr Sinn für Gerechtigkeit wieder gefragt.

Denn der Werftdirektor (Florian Staniewski) versucht die Angelegenheit herunterzuspielen, obwohl die offensichtliche Ursache des Unglücks auf Schlamperei und miserable Sicherheitsvorkehrungen zurückzuführen ist. Agnieszka versucht, die Tatsachen beim Namen zu nennen und die Vorgesetzten zur Verantwortung zu ziehen. Zusammen mit ihrem Kollegen, dem Elektriker Lech Walesa (Andrzej Chyra) geht sie an die Öffentlichkeit. Sie verteilen Flugblätter, auf denen sie gerechte Löhne und eine freie Gewerkschaft fordern.

Die Werksleitung setzt die renitente Arbeiterin vor die Tür, doch hat sie nicht mit der Solidarität ihrer Kollegen gerechnet. Sie gehen auf die Straße und beginnen einen Streik. Die Konfrontation mit der Leitung der Werft entwickelt sich bald zu einem Politikum von weltweiter Aufmerksamkeit. Die Gewerkschaftsbewegung "Solidarnosc" läutet die Todesglocken der kommunistischen Regierung in Polen ein...



Film-Inhalt  


Agnieszka (Katharina Thalbach) und Lech Walesa (Andrzej Chyra) auf dem Weg zum Bezirkskomitee
Agnieszka (Katharina Thalbach) und Lech Walesa (Andrzej Chyra) auf dem Weg zum Bezirkskomitee


  Hintergrund


Sobecki (Andrzej Grabowski) während einer Verhandlungspause
Sobecki (Andrzej Grabowski) während einer Verhandlungspause

Die Danziger Werft war Ausgangspunkt für eine Entwicklung von weltgeschichtlicher Dimension. Begonnen hatte eine erste Streikwelle, als die staatlich diktierten Fleischpreise in Polen am 1. Juli 1980 drastisch erhöht worden waren. Als die Kranführerin Anna Walentynowicz, eine unbequeme Worführerin der Arbeiterschaft, am 14. August aus der Leninwerft entlassen wurde, gründete sich unter der Leitung von Lech Walesa ein Streikkomitee, das Verhandlungen mit der Werksleitung unter Direktor Gniech aufnahm. Es wurden 21 Forderungen aufgestellt, die unter anderem die Zulassung unabhängiger Gewerkschaften beinhaltete. Die Regierung gab unter dem Druck der (auch internationalen) Öffentlichkeit nach, worauf am 17. September offiziell die Gewerkschaft "Solidarnosc" gegründet wurde, mit Lech Walesa als Vorsitzendem.

Die Mitgliederzahl wuchs stetig und erreichte auf dem Höchststand fast zehn Millionen Arbeiter. Auch eine stattliche Anzahl von Mitgliedern des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei PZPR waren darunter. Da die Regierung ihren Machtverlust verhindern wollte, wurde Solidarnosc durch Inhaftierung führender Köpfe behindert und die Gewerkschaft am 8. Oktober 1982 gesetzlich verboten. Nicht zuletzt durch Druck aus dem Ausland, von Exilgruppen der Solidarnosc entstanden, kam es im Lauf der Jahre zur Annäherung bis sich die Kontrahenten am Runden Tisch trafen und die Gewerkschaft am 5. April 1989 wieder zugelassen wurde.

Wenig später, am 4. Juni 1989 kam es als erstmals seit Ende des Krieges in Polen zu weitgehend freien Wahlen, bei denen Vertreter der Solidarnosc mit überwältigender Mehrheit hervorgingen. Als erster Ministerpräsident, der nicht der kommunistischen Partei PZPR angehörte, wurde wenig später Tadeusz Mazowiecki gewählt, dem im folgenden Jahr Lech Walesa im Amt folgte. Damit war die Wende in Polen eingeleitet, die bald Vorbild für viele andere Länder des Ostblocks war.



Über die Vorgänge in Polen wurde weltweit rege Berichtet, und natürlich war in der Bundesrepublik das Interesse besonders groß. So hatte der Spiegel 1980 zwei Titelstories groß aufgezogen. Bei einer dieser Reportagen war Autorin Sylke Rene Meyer ein Foto besonders ins Auge gestochen: Es zeigt eine Frau auf einem Lautsprecherwagen, und im Gegensatz zu anderen Pressefotos war es wenig aussagekräftig untertitelt: "Frau auf Lautsprecherwagen".

Tatsächlich handelte es sich um Anna Walentynowicz, die von der staatlichen Gewerkschaft als "Rädelsführerin" der Aufmüpfigen mundtot gemacht werden sollte. Ihr Name tauchte allerdings im Spiegel-Artikel nicht auf. Diese Frau erregte Meyers Interesse: "Ich rief die Auslandsauskunft der Deutschen Telekom an - und hatte Glück: Die Frau lebte noch immer in Gdansk."

Die Autorin traf sich 1998 in Danzig mit der Frau, die ihr die damaligen Ereignisse aus ihrer Sicht erzählte: "Auf dem Heimweg wusste ich, dass ich einen Film habe", so Meyer weiter. "Ich wollte von Anfang an einen Spielfilm aus der wundersamen Lebensgeschichte machen." Mit Stipendien der Münchener Drehbuchwerkstatt und des Künstlerinnenprogramms des Berliner Kultursenats im Rücken begann sie mit dem Drehbuch.

Als sie dafür den Emmy erhielt, ohne dass bisher ein Drehtag stattgefunden hatte, landete das Skript auf dem Schreibtisch des Produzenten Jürgen Haase. Nachdem er mit Volker Schlöndorff darüber geredet hatte, entstand erst zwei Jahre später die Dokumentation "Wer ist Anna Walentynowicz?", die Vorlage zum Spielfilm "Strajk - Die Heldin von Danzig". Dafür wurde Andreas Pflüger gewonnen, der nochmals die historischen Abläufe akribisch rekonstruierte und im neuen Drehbuch fiktiv umsetzte.



Das Drehbuch  


Mateusz (Krzysztof Kiersznowski) macht Überstunden
Mateusz (Krzysztof Kiersznowski) macht Überstunden
► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Strajk - Die Heldin von Danzig " in der Regie von Volker Schlöndorff liefen am 08.03.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Zum Abschied Mozart
Dokumentation, Schweiz, 2006

Rennschwein Rudi Rüssel 2
Familienkomödie, Deutschland, 2007

Pathfinder - Fährte des Kriegers
Action, USA, 2007

Norbit
Romantik-Komödie, USA, 2007

Mitten ins Herz - Ein Song für Dich
Liebeskomödie, USA, 2007

Das wahre Leben
Tragikomödie, Deutschland, Schweiz, 2007

Close to Home
Drama, Israel, 2005

Bobby
Drama, USA, 2006



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