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Sunshine

England, 2007
Sci-Fi-Thriller, 103 Minuten, FSK: 12

Originaltitel
Sunshine

Kino-Start
19.04.2007

Regie
Danny Boyle

Darsteller
Rose Byrne (Cassie), Cliff Curtis (Searle), Chris Evans (Mace), Troy Garity (Harvey), Cillian Murphy (Capa), Hiroyuki Sanada (Kaneda), Mark Strong (Pinbacker), Benedict Wong (Trey), Michelle Yeoh (Corazon)
Sunshine - Kinoplakat
Die Astrowissenschaftler sind sich einig: In etwa fünf Millarden Jahren wird unsere Sonne "untergehen" - soll heißen: Aufhören zu scheinen. Regisseur Danny Boyle ("28 Days Later") hat dieses Datum etwas vorverlegt und läßt unser Zentralgestirn in schon 50 Jahren erlöschen. In "Sunshine" zeigt er, wie eine Raumschiffbesatzung versucht, die Sache wieder in Ordnung zu bringen.

Das Ende der Menschheit ist nahe: In fünfzig Jahren stirbt die Sonne – und mit ihr stirbt auch alles Leben in unserem Sonnensystem und also mithin auch die Menschheit.

Die letzte Hoffnung für unsere Zivilisation ist ein Raumschiff, das zur Sonne fliegen soll, die "Icarus II", bemannt mit einer internationalen Crew von acht Frauen und Männern.

Unter Führung von Kapitän Kaneda (Hiroyuki Sanada) und dem Astrophysiker Capa (Cillian Murphy) soll das Team eine Sprengladung zur Sonne bringen, mit der sie unser Zentralgestirn in seinem Kern wieder neu entzünden soll. Es ist die letzte Chance der Menschheit zu überleben. Eine schwierige Mission, die bereits einige Jahre zuvor gescheitert war. Seitdem gilt das Vorgängerraumschiff - die "Icarus I" - unter Kapitän Pinbacker (Mark Strong) als verschollen.

Im Verlauf der Mission - der Funkkontakt zur Erde ist bereits aufgrund der starken Strahlung in Sonnenenähe abgebrochen - wird die Mannschaft auf eine harte Probe gestellt: Das Team empfängt ein Notsignal der "Icarus I": Pinbacker und Teile seiner Crew sind noch am Leben!

Beim Versuch, Hilfe zu leisten, unterläuft Kaneda auf der "Icarus II" jedoch ein schwerer Fehler, und so geraten alle plötzlich in tödliche Gefahr. Die Mannschaft muss um ihr physisches Überleben kämpfen, und ihr Psyche wird auf eine harte Probe gestellt. Das alles vor dem Hintergrund, dass es nicht nur sich selbst, die Crew der "Icarus I", sondern zusätzlich auch noch die ganze Menscheit zu retten gilt...



Film-Inhalt  


Einsatzbesprechung zur Rettung der Erde
Einsatzbesprechung zur Rettung der Erde


  Hintergrund


Der Sonne am nächsten...
Der Sonne am nächsten...

Um auf der Leinwand glaubwürdig zu erscheinen, kontaktierten die Filmemacher zunächst die NASA. Ihr Film sollte nicht nach Fantasy aussehen, sondern in der Realität verankert sein. Also sichteten sie neben Spielfilm-Klassikern des Genres zunächst jede Menge Weltraum-Dokumentationen und trafen sich mit einer Vielzahl von Astronauten und Wissenschaftlern.

Produzent Andrew Macdonald schloss sich mit dem jungen britischen Physiker Dr. Brian Cox kurz, den er in einer BBC-Sendung gesehen hatte, und diskutierte mit ihm das Projekt. Anschließend wurde Cox, der in Genf bei CERN (Centre for European Nuclear Research), dem weltweit größten Institut für Teilchenphysik arbeitet, als wissenschaftlicher Berater verpflichtet.

Ein kluger Schachzug, wie sich schnell herausstellte. Einerseits half er Technikern wie Darstellern dabei, unser Sonnensystem besser zu verstehen, andererseits war er der perfekte Berater für Cillian Murphy, der Capa, den Physiker der Icarus, spielt.

"Die wissenschaftlichen Eckpfeiler des Films stimmen alle", lobt Cox. "Man erkennt gleich, dass Alex sowohl ein Wissenschafts-, als auch Science-Fiction-Freak ist. Es gab nur Kleinigkeiten, Spitzfindigkeiten, die es auszubessern galt. Und die lagen eher im Hintergrund der Geschichte. Beim Plot, bei der Exposition des Stoffes stimmte alles."

Regisseur Danny Boyle fügt hinzu: "Je mehr man sich in so einen Stoff hineinarbeitet, desto mehr legt man Wert auf Details und Genauigkeit. Man will einfach die Gesetze der Physik befolgen und alles richtig machen. Aber letztendlich muss man sich gewissen dramaturgischen Gegebenheiten beugen." Im Zuge ihrer Recherchen besuchte die Filmcrew in Schottland ein Atom-U-Boot. "Ich wollte auf zeitgenössische Art und Weise klaustrophobische Bedingungen erproben," führt Boyle weiter aus, "und das war – über einen längeren Zeitraum – am besten an Bord eines modernen Unterseebootes möglich."

Macdonald wiederum flog nach Moskau, um im nahegelegenen Swjosdny Gorodok die so genannte Star City zu besuchen, wo weltweit die meisten Kosmonauten und Astronauten ausgebildet werden. "Es war hochinteressant, diesen Ort aufzusuchen", erinnert sich Macdonald. "Im frühen Stadium unseres Projekts überlegten wir sogar, dort zu drehen. Letztendlich nahmen wir davon aber Abstand."



Die Sonne ist von der Erde etwa 148 Millionen Kilometer entfernt; ihr Licht braucht bis zu uns rund 8 Minuten. Sie ist ein ziemlich "durchschnittlicher" Stern der "2. Generation" seit Enstehung des Universums und etwa 5 Millarden alt.

Unsere Sonne ist ein Fusionsreaktor, eine Million mal so groß wie die Erde. Das "Kraftwerk" liegt im Kern der Sonne, in dem die Temperatur 15 Millionen Grad beträgt. Ein Würfel Sonnenmaterie aus dem Kern mit einem Meter Kantenlänge wiegt 150 Tonnen.

Innerhalb dieses gigantischen Reaktors kollidieren Wasserstoffkerne miteinander und verschmelzen dann zu Helium, wobei Engerie frei wird.

Jede Sekunde "verbrennt" die Sonne 600 Millionen Tonnen Wasserstoff, wovon vier Millionen Tonnen in reine Energie umgewandelt werden. Bei dieser Geschwindigkeit bleibt ihr noch genug Brennstoff für etwa fünf Milliarden Jahre, bevor sie eines Tages erlischt.

Heutzutage besteht die Sonne zu etwa 74% aus Wasserstoff und zu 25% aus Helium, den Rest bilden andere, schwerere Elemente.



Unser Sonne: Fakten  


Am Einsatzort.
Am Einsatzort.

  Interview im Regisseur Danny Boyle


An Bord der
An Bord der "Icarus II"

Was gefiel Ihnen an Alex Garlands Drehbuch "Sunshine"?

Ich glaube an die Kontinuität und hatte den Wunsch, meinem Film "28 Days Later" eine weitere Zusammenarbeit folgen zu lassen. Außerdem fesselte mich die Prämisse des Skripts. Meines Erachtens hat tatsächlich noch niemand einen Film über die Sonne gedreht, dabei ist sie wichtiger als alles andere. Sobald sie einmal aussetzt, sind wir alle innerhalb von acht Minuten tot, und doch ist noch kein Film darüber gemacht worden. Das fand ich fantastisch. Natürlich geht es auch um die psychologischen Befindlichkeiten dieser Leute und ihre Erlebnisse bei der Annäherung an die Quelle des Lebens im Universum. Das hat mich schon immer gepackt.

Interessieren Sie sich generell für Weltraum-Filme?

Ich liebe sie. Ich bin zwar kein Typ, der auf Sachen wie "Star Trek" steht, aber die etwas eleganteren Weltraum-Filme berühren mich durchaus. Ich habe mir sowohl "Contact" als auch "Alien – Die Wiedergeburt" jeweils am Tag ihres Kinostarts angeschaut.

Ihnen ist es zusammen mit Alex Garland gelungen, dem Horrorgenre einen ganz eigenen Stempel aufzudrücken. Wenn man nun also Science Fiction macht, das ja immerhin Klassiker wie "Alien" und "2001" hervorgebracht hat, wie geht man da vor?

Ich versuche, beim Dreh nicht darüber nachzudenken, obwohl wir die Filme natürlich gezeigt haben, wir haben "Alien" vorgeführt und eine Menge verschiedenartiger Werke. Aber ich versuche, so unschuldig wie möglich an die Sache heranzugehen. Manchmal kollidiert man dann mit einem bestehenden Film und denkt 'das lass´ mal lieber' oder 'oh ja, so eine Reminiszenz wäre doch eine nette Sache'.

Man versenkt sich in die Filme, versucht dann aber, sie hinter sich zu lassen. Das strengere Kriterium, die Referenz ist aber der Ausspruch des Produktionsdesigners Mark Tildesley 'Das ist so 50er-Jahre-mäßig'. Vor 50 Jahren gab es in London rote Busse, und natürlich sieht man sie noch heute, und dennoch hat sich die Stadt komplett verändert. Also gibt es auch in unserem Film vieles, was man wiedererkennt.

Wir sind nicht die Star-Trek-Nummer gefahren, sondern haben unsere Nachforschungen auf dem NASA-Kontaktplan aufgebaut. Also gibt es auf der 'Icarus II' Pflanzen zur Sauerstoffversorgung, denn das gehört zu den größten Problemen der Raumfahrt. Wie kommen wir an Sauerstoff, um das Leben im All oder auf anderen Planeten zu ermöglichen? Die Antwort heißt Pflanzen.

Wie hat sich die Prämisse "NASA statt 'Krieg der Sterne'" entwickelt?

Wir haben alle Wege beschritten, haben uns mit Spezialisten wie unserem wissenschaftlichen Berater Brian Cox getroffen, aber auch mit dem Futuristik-Designer Richard Seymour geredet. Er denkt für Konzerne wie Ford und Philips in die Zukunft. Vor 20 Jahren entwarf er den kabellosen Wasserkocher und hat viele Dinge ersonnen, die uns in 20 Jahren ebenso vertraut sein werden wie jetzt eben der Wasserkocher. Er versorgte uns mit einem Bild der Zukunft, einem Bild der Welt in ca. 50 Jahren. Andrew, Alex und ich trafen uns mit ihm, unterhielten uns, er zeigte seine Entwürfe und sprach dann auch mit den Schauspielern. Mark ist zwar der Haupt-Designer, aber dennoch beschäftigt man sich mit einer Menge verschiedener Quellen und daraus ergibt sich dann alles Weitere.



► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "Sunshine" in der Regie von Danny Boyle liefen am 19.04.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

The Reaping - Die Boten der Apokalypse
Horror-Thriller, USA, 2007

Slumming
Tragikomödie, Österreich, Schweiz, 2006

Shooter
Actionthriller, USA, 2007

Full Metal Village
Dokumentation, Deutschland, 2006

Dunia
Drama, Ägypten, Libanon, Frankreich, 2005

Der Unbequeme - Der Dichter Günter Grass
Dokumentation, Deutschland, 2007

Der Liebeswunsch
Liebes-Drama, Deutschland, 2005

Born to be wild - Saumäßig unterwegs!
Abenteuer-Komödie, USA, 2007

Beijing Bubbles
Dokumentation, Deutschland, China, 2005

Ebenfalls im Kino 




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