Was gefiel Ihnen an Alex Garlands Drehbuch "Sunshine"?
Ich glaube an die Kontinuität und hatte den Wunsch, meinem Film "28 Days Later" eine weitere Zusammenarbeit folgen zu lassen. Außerdem fesselte mich die Prämisse des Skripts. Meines Erachtens hat tatsächlich noch niemand einen Film über die Sonne gedreht, dabei ist sie wichtiger als alles andere. Sobald sie einmal aussetzt, sind wir alle innerhalb von acht Minuten tot, und doch ist noch kein Film darüber gemacht worden. Das fand ich fantastisch. Natürlich geht es auch um die psychologischen Befindlichkeiten dieser Leute und ihre Erlebnisse bei der Annäherung an die Quelle des Lebens im Universum. Das hat mich schon immer gepackt.
Interessieren Sie sich generell für Weltraum-Filme?
Ich liebe sie. Ich bin zwar kein Typ, der auf Sachen wie "Star Trek" steht, aber die etwas eleganteren Weltraum-Filme berühren mich durchaus. Ich habe mir sowohl "Contact" als auch "Alien – Die Wiedergeburt" jeweils am Tag ihres Kinostarts angeschaut.
Ihnen ist es zusammen mit Alex Garland gelungen, dem Horrorgenre einen ganz eigenen Stempel aufzudrücken. Wenn man nun also Science Fiction macht, das ja immerhin Klassiker wie "Alien" und "2001" hervorgebracht hat, wie geht man da vor?
Ich versuche, beim Dreh nicht darüber nachzudenken, obwohl wir die Filme natürlich gezeigt haben, wir haben "Alien" vorgeführt und eine Menge verschiedenartiger Werke. Aber ich versuche, so unschuldig wie möglich an die Sache heranzugehen. Manchmal kollidiert man dann mit einem bestehenden Film und denkt 'das lass´ mal lieber' oder 'oh ja, so eine Reminiszenz wäre doch eine nette Sache'.
Man versenkt sich in die Filme, versucht dann aber, sie hinter sich zu lassen. Das strengere Kriterium, die Referenz ist aber der Ausspruch des Produktionsdesigners Mark Tildesley 'Das ist so 50er-Jahre-mäßig'. Vor 50 Jahren gab es in London rote Busse, und natürlich sieht man sie noch heute, und dennoch hat sich die Stadt komplett verändert. Also gibt es auch in unserem Film vieles, was man wiedererkennt.
Wir sind nicht die Star-Trek-Nummer gefahren, sondern haben unsere Nachforschungen auf dem NASA-Kontaktplan aufgebaut. Also gibt es auf der 'Icarus II' Pflanzen zur Sauerstoffversorgung, denn das gehört zu den größten Problemen der Raumfahrt. Wie kommen wir an Sauerstoff, um das Leben im All oder auf anderen Planeten zu ermöglichen? Die Antwort heißt Pflanzen.
Wie hat sich die Prämisse "NASA statt 'Krieg der Sterne'" entwickelt?
Wir haben alle Wege beschritten, haben uns mit Spezialisten wie unserem wissenschaftlichen Berater Brian Cox getroffen, aber auch mit dem Futuristik-Designer Richard Seymour geredet. Er denkt für Konzerne wie Ford und Philips in die Zukunft. Vor 20 Jahren entwarf er den kabellosen Wasserkocher und hat viele Dinge ersonnen, die uns in 20 Jahren ebenso vertraut sein werden wie jetzt eben der Wasserkocher. Er versorgte uns mit einem Bild der Zukunft, einem Bild der Welt in ca. 50 Jahren. Andrew, Alex und ich trafen uns mit ihm, unterhielten uns, er zeigte seine Entwürfe und sprach dann auch mit den Schauspielern. Mark ist zwar der Haupt-Designer, aber dennoch beschäftigt man sich mit einer Menge verschiedener Quellen und daraus ergibt sich dann alles Weitere.