KINO

morgen

Film-Suche:

HomeKINO
vorschau
KINO
podcast
Kino 2006 I Kino 2006 II Kino 2006 III Kino 2006 IV Kino 2007 I Kino 2007 II Kino 2007 III Kino 2007 IV


Swinger Club

Deutschland, 2006
Drama, 92 Minuten

Originaltitel
Swinger Club

Kino-Start
21.09.2006

Regie
Jan Georg Schütte

Darsteller
Stephan Schad (Albert), Susanne Wolff (Birgit), Oliver Sauer (Chris), Anne Weber (Dagmar), Ole Schlosshauer (Eddie), Jurij Schrader (Vadim), Marie Bäumer (Karina), Bettina Feddersen (Pastorin)
Swinger Club - Kinoplakat
Nach seiner Schauspielausbildung in Hamburg und New York war Hans Georg Schütte in den 90er Jahren in verschiedenen Theater-Enssembles unter anderem in Düsseldorf, Köln und Hamburg beschäftigt. Seit er sich im Jahre 2000 entschied, als freischaffender Schauspieler zu arbeiten, war es eher ruhig um ihn geworden. Jetzt hat er seinen ersten Film gedreht - aus purer Verzweiflung, wie er selbst sagt.

Zu ihrem 5. Hochzeitstag haben sich Albert (Stephan Schad) und Birgit (Suanne Wolf) ihre drei engsten Freunde eingeladen. Doch was als festliches Essen und gutgelauntes Beisammensein beginnt, entwickelt sich bald zu zänkischem Streit: Offenbar hatte vor den fünf Jahren fast jeder mit jedem ein amüröses Abenteuer, aber auch seither, was der jeweilige "feste" Partner vielleicht ja ahnte, aber jedenfalls bis dato keineswegs sicher wusste.

Als sich die Gemeinschaft 18 Monate später erneut trifft - diesmal zu einer Hochzeit - hat sich mittlerweile Nachwuchs eingestellt. Nicht zuletzt wegen unklarer Vaterschaftsverhältnisse hält sich die Stimmung der Hochzeitsgäste, von denen ohnehin die Hälfte verspätet gekommen ist, in bescheidenen Grenzen.

Und so wird wieder ein Fest zu einem Debakel, denn kaum hat sich das Paar ewige Treue geschworen, beginnen ausführliche Diskussionen über die Treue während der vorausgegangenen Verlobungszeit. Und da es mit dieser offenbar nicht weit her war, stehen die Prognosen für ein zukünftig monogames Leben aller Beteiligten auch nicht gerade gut.



Film-Inhalt  


Welcher der beiden mag der Vater sein?
Welcher der beiden mag der Vater sein?


  Film-Kritik


Erinnerungen an verflossene Liebschaften.
Erinnerungen an verflossene Liebschaften.

"Swinger Club" ist eine cineastisches Experiment: Es gab weder ein festes Drehbuch noch eine Dialogvorgabe. Den Darstellern war lediglich die Situation und jeweils "individuelles" Wissen über das "Wer-mit-wem" gegeben worden. An zwei Tagen wurde mit Kameras und Mikrofonen eingefangen, was die Schauspieler spontan aus den Minimal-Vorgaben entwickelten.

Auf engem Raum inszeniert, wird "Swinger Club" im Stile eines Kammerspiels aufgeführt. Als Improvisationsstück wird dieses Werk von seinen Schauspielern getragen, und da hapert es doch hie und da. Es menschelt und sexelt an allen Ecken und Kanten, und ab und an blitzt auch ein Witz in den ansonsten eher seichten Dialogen auf. Auch die Inszenierung wirkt nicht übermäßig routiniert, was zwar zur Improvisationsvorgabe passt, insgesamt aber eher zum Stil eines Dorftheaters oder freien TV-Kanals passt.

Auf dem 2. Festival des Deutschen Films 2006 in Ludwigshafen erhielt "Swinger Club" eine besondere Auszeichnung für - so die Jury - "seine chorale Struktur, für das bestechende Zusammenspiel des gesamten Ensembles und für die Leichtigkeit, mit der er die modernen Lebenslügen entlarvt, ohne moralisierend zu sein."



Jan Georg Schütte über die Entstehung des Films:

"Ich hatte mich als Schauspieler nach 15 Jahren durchgängigem Festengagement in die Freiheit gewagt und bin prompt auf die Nase gefallen. Alles was kam, waren ein paar mickrige Rollen als drogenkranker Triebtäter in zweitklassigen TV-Produktionen. Und meistens schrecklich hölzerne Dialoge, die man beim besten Willen nicht zum Leben erwecken kann. Da habe ich mir gesagt: Das kannst du besser. Schreib selber was. Und ich schrieb – und konnte es nicht besser. Meine Dialoge raschelten genauso papieren daher wie die TV-Kost. Zunächst feilte ich mühsam daran herum, versuchte hier und da etwas Pfiff in die Geschichte zu geben, bis ich irgendwann in einer müßigen Stunde auf einer halben Din A5 Seite eine kleine Skizze zeichnete. Darauf waren fünf Buchstaben: A bis E. Die sollten für die Charaktere stehen. Die habe ich dann so verbunden dass sie möglichst viel Stress miteinander kriegen – sprich Spielmaterial. Dann brauchte es nur noch einen Anlass, sie zusammen zu führen und schon konnte der Spaß losgehen. Ich war stolz auf meine Idee und schickte sie einer befreundeten Regisseurin, die fand es auch klasse, und dann landete die Idee in meiner Schreibtischschublade. Da blieb sie liegen. Mangels Mut. Zwei Jahre lang. Und als nach zwei Jahren meine Verzweiflung über meine berufliche Entwicklung ins Unermessliche gewachsen war, holte ich das Zettelchen wieder raus, schrieb ein paar Kollegen an und lud sie zu einem Spielnachmittag ein. Mit eben den Rollenvorgaben. Und die waren begeistert und sagten tatsächlich zu. Ich wollte dann so viel wie möglich aufzeichnen und hinterher ein Drehbuch daraus schreiben. Daraus wurde aber nix. Die Schauspieler waren zu gut. Die hatten schon einen Film gemacht."



Hintergrund  


Wer hat schon mal mit wem, wann und warum?<br> (Foto: JustinWinz.com)
Wer hat schon mal mit wem, wann und warum?
(Foto: JustinWinz.com)

► Cast, Crew► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Swinger Club" in der Regie von Jan Georg Schütte liefen am 21.09.2006 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

She´s the Man - Voll Mein Typ
Komödie, USA, 2006

Road to Guantanamo
Doku-Drama, England, Pakistan, Afghanistan, 2006

Oh wie schön ist Panama
Zeichentrick, Deutschland, 2006

In den Süden
Drama, Frankreich, Haiti, Kanada, 2005

Ich, Du und der Andere
Komödie, USA, 2006

Gambit
Dokumentation, Deutschland, Schweiz, 2005

Der Unbekannte Soldat
Dokumentation, Deutschland, 2006

Der Kick
Kriminalfilm, Deutschland, 2006

Crank
Action, USA, 2006

Candy
Liebesdrama, Australien, 2006

Brick
Drama, USA, 2005



KINO

morgen