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The Take - Die Übernahme

Kanada, Argentinien, 2004
Dokumentation, 87 Minuten

Originaltitel
The Take

Kino-Start
28.09.2006

Regie
Avi Lewis

Darsteller
Naomi Klein (Filmemacherin), Avi Lewis (Filmemacher), Freddy Espinoza (Vorsitzender der Forja-Kooperative), Lalo Paret (Vorsitzender der Fabrikbesetzer-Bewegung), Nestor Kirchner (Präsident von Argentinien), Carlos Saúl Menem (Ehemaliger Präsident von Argentinien), Juan Domingo Perón (Ehemaliger Präsident von Argentinien), Bill Clinton (Ehemaliger Präsident der USA), Luis Zanon (Ehemaliger Chef der Neuquén), Anoop Singh (Direktor des IWF)
The Take - Die Übernahme - Kinoplakat
Mit ihrem Buch "No Logo!" wurde die kanadische Schriftstellerin und Journalistin Naomi Klein zur Ikone der Globalisierungsgegner. In "The Take - Die Übernahme" bleibt sie bei ihrem Lieblingsthema und beleuchtet zusammen mit Ehemann Avi Lewis einen beispielhaften Fall in Südamerika, wo sich Arbeiter handfest gegen Wirtschaft und Politik zur Wehr setzen.

Forja ist der Name einer Fabrik für Autoteile in einem Vorort von Buenos Aires. Der Einbruch der argentinischen Wirtschaft hatte zu einem massiven Rückgang des Absatzes geführt, und auf Druck der Investoren hat das Unternehmen den Betrieb eingestellt. Zuvor hatte die Regierung noch großzügige Subventionen gewährt, doch dank Missmanagement wurden bereits Monate vor der Schließung keine Löhne mehr ausbezahlt.

In einem Land mit sprunghaft gestiegener Arbeitslosigkeit besteht für die wenigsten Angestellten die Chance, eine neue Arbeit zu finden. Die Arbeiter sind der Überzeugung, dass die noch funktionierende Fabrik eigentlich wirtschaftlich zu betreiben wäre. Eine Gruppe von dreißig Entlassenen besetzen, bewaffnet mit Steinschleudern, das stillgelegte Fabrikgebäude, richten sich häuslich ein und beginnen, wieder einen Produktionsbetrieb aufzubauen. Man versucht Aufträge zu beschaffen, die teils maroden Maschinen wieder flottzukriegen sowie Werkzeug und Werkstoffe zu besorgen.

Die Belegschaft bildet eine Kooperative nach demokratischen Prinzipien, die Freddy Espinoza zum Vorsitzenden wählt. Dabei können sie auf die Unterstützung von Lalo Paret zählen, der die "Movimiento Nacional de Fábricas Recuperadas" leitet. Diese Bewegung war nach dem politischen Zusammenbruch Anfang des Jahrtausends entstanden und hatte bereits zuvor viele Fabrikübernahmen im Lande mitorganisiert nach dem Motto "Besetze, widerstehe und produziere!", so etwa bei der Keramikfabrik Neuquén, die von den rebellischen Arbeitern in "FaSinPat" (Fabrik ohne Chefs) umbenannt wurde.



Film-Inhalt  


Hände hoch: Abstimmung in der Kooperative
Hände hoch: Abstimmung in der Kooperative


  Film-Kritik


Die Filmemacher: Naomi Klein und Avi Lewis
Die Filmemacher: Naomi Klein und Avi Lewis

Die Filmemacher, die kanadischen Eheleute Naomi Klein und Avi Lewis, nehmen die "Hausbesetzung" einer Fabrik als Angelpunkt für ihre Dokumentation für einseitige Kapitalismuskritik. Neben Interviews beobachten sie das geschäftige Tun der Arbeiter, die Auseinandersetzungen in der Fabrik und mit der Polizei sowie eine Ausschreitung in den Straßen der Hauptstadt.

Sie bringen den Vorgang in Zusammenhang mit dem politischen und wirtschaftlichen System in Argentinien und vor allem der Globalisierung dem internationalen Kapitalismus. Diese letzteren Themen werden allerdings journalistisch unsauber behandelt, und viele Aussagen werden nicht belegt.

Die volkswirtschaftliche Ausnahmestellung Argentiniens kommt ebenso kurz wie die Beschäftigung mit den betriebswirtschaflichen Ursachen der Firmenpleite, obwohl diese zum Verständnis beigetragen hätten. Die Vorträge über den Präsidentschaftswahlkampf und die Verfehlungen des Internationalen Währungsfonds geben da nur eine eingeengte Perspektive.

Die Hoffnung der Arbeiter, eine basisdemokratisch geführte Firma langfristig wirtschaftlich erfolgreich betreiben zu können, wird wohlmeinend, allerdings ohne kritische Nachfragen unterstützt. So bewegt sich dieses Werk irgendwo zwischen sozialromantischer Utopie und trotziger Polemik.



► Cast, Crew► Filmplakat► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "The Take - Die Übernahme" in der Regie von Avi Lewis liefen am 28.09.2006 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Zwei Mädchen aus Istanbul
Drama, Türkei, 2005

World Trade Center
Drama, USA, 2006

TKKG und die rätselhafte Mind-Machine
Kinderkrimi, Deutschland, 2006

Science of Sleep - Anleitung zum Träumen
Tragikomödie, Frankreich, 2006

Mañana al mar
Dokumentation, Deutschland, Spanien, 2006

Klick
Tragikomödie, USA, 2006

Bierfest
Komödie, USA, 2006

Benjamin Blümchen - Seine schönsten Abenteuer
Zeichentrick, Deutschland, Luxemburg, 1997

Ebenfalls im Kino 




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