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Ricky Bobby - König der Rennfahrer

USA, 2006
Komödie, 116 Minuten, FSK: 12

Originaltitel
Talladega Nights: The Ballad of Ricky Bobby

Kino-Start
12.10.2006

Regie
Adam McKay

Darsteller
Will Ferrell (Ricky Bobby), John C. Reilly (Cal Naughton Jr.), Sacha Baron Cohen (Jean Girard), Jake Johnson (Ricky mit 5), Luke Bigham (Ricky mit 10), Austin Crim (Cal mit 10), Gary Cole (Reese Bobby), Jane Lynch (Lucy Bobby), Michael Clarke Duncan (Lucius Washington), Pat Hingle (Mr. Dennit, Sr.), Greg Germann (Larry Dennit, Jr.), Leslie Bibb (Carley Bobby), Amy Adams (Susan), Houston Tumlin (Walker), Grayson Russell (Texas Ranger), Dale Earnhardt Jr.
Ricky Bobby - König der Rennfahrer - Kinoplakat
Dröhnende Motoren, spritzender Champagner, um Siege ringende und um Frauen rivalisierende Männer - im Kino waren dies bisher eher Motive in Dramen oder Actionstreifen. Wenn Will Ferrell die Hauptrolle spielt, kann man allerdings etwas ganz anderes erwarten: Eine derbe Komödie, die erstgenannten Filme gehörig aufs Korn nimmt.

Ricky Bobby (Jake Johnson) hat schon seit der Geburt Benzin im Blut. Bei der Fahrt zur Entbindung fährt sein Vater Reese (Gary Cole) dessen Frau Lucy (Jane Lynch) so forsch, dass Ricky bei der Vollbremsung vor der Klinik noch im Auto geboren wird. Doch kurz darauf verlässt er die Familie um, so wird es Ricky (Luke Bigham) erzählt, eine weltweite Karriere als Rennfahrer zu machen. Bei einer kurzen Begegnung der beiden prägen sich Ricky die Worte ein:" Wenn du nicht der Erste bist, bist du der Letzte". Auch sein bestern Freund Cal Naughton (Austin Crim) wird von seiner Rennbegeisterung angesteckt, und beide arbeiten auf eine Karriere im Rennsport hin.

Sie schaffen es tatsächlich, bei der Crew von Lucius Washington (Michael Clarke Duncan) unterzukommen, der für den zweitklassigen NASCAR-Rennstall von Dennit (Pat Hingle) zuständig ist. Ricky (Will Ferrell) erhält beim Rennen auf dem Talladega Super Speedway als Ersatzfahrer die Chance, ins Cockpit einzusteigen und fährt wider Erwarten auf den dritten Platz. Unter Protest seines Sohnes Larry (Greg Germann) macht Dennit in zum ersten Fahrer im Team und stellt Cal (John C. Reilly) als Wasserträger das zweite Cockpit zur Verfügung. Die beiden enttäuschen die in sie gesetzte Hoffnug nicht, und mit seinem Fahrtalent schafft Ricky tatsächlich Champion zu werden.

Schnell nutzt der Shooting Star seinen Ruhm und schleppt Boxenluder Carley (Leslie Bibb) zum Traualtar. Sie ziehen in eine luxuriöse Villa und bekommen zwei Söhne, Walker (Houston Tumlin) und Texas Ranger (Grayson Russell). Doch sein sehnlichster Wunsch bleibt unerfüllt: Dass sein Vater auf der Tribüne einmal seinen Triumph miterlebt. Und auch anderweitig dräuen dunkle Wolken heran: Der Franzose Jean Girard (Sacha Baron Cohen aka Ali G.), bislang in der Formel 1 erfolgreich, will Ricky den Nascar-Titel abspenstig machen. Bei einem Zweikampf fliegt Ricky von der Strecke und zerlegt seinen Wagen.

Er landet in einer Rehaklinik, und sein bisher treuer Freund Cal nimmt seinen Platz ein - als Nr.-1-Fahrer, aber auch an der Seite von Carley, die sich von Ricky scheiden lässt und Cal heiratet. Als Ricky wieder genesen, aber sonst am Boden ist, taucht unvermittelt sein Vater auf. Langsam gewinnt Ricky wieder an Selbstvertrauen, nicht zuletzt durch seine frühere Assistentin Susan (Amy Adams) und bereitet sich auf ein schwieriges Comeback vor - auf dem Talladega-Kurs will er seinen Widersacher Girard besiegen...



Film-Inhalt  


I am the Champion: Ricky Bobby (Will Ferrell) mit Pokal
I am the Champion: Ricky Bobby (Will Ferrell) mit Pokal


  Hintergrund


Noch die besten Kumpel: Ricky mit Cal (John C. Reilly)
Noch die besten Kumpel: Ricky mit Cal (John C. Reilly)

Die Idee zu "Talladega Nights" hatten die Ko-Autoren Will Ferrell und Adam McKay, die gemeinsam an Stoffen arbeiten, seitdem sie sich vor etwas mehr als einem Jahrzehnt am Set der legendären Standup-Comedyshow "Saturday Night Live" kennen lernten, wo Ferrell sieben Jahre als Comedian bestritt und McKay als Gagautor fungierte. Ihre enge Zusammenarbeit setzte sich auch fort, nachdem sie "SNL" den Rücken gekehrt hatten. Zuletzt sorgten sie für Schlagzeilen und gefüllte Kinokassen mit "Anchorman – Die Legende von Ron Burgundy", ihrer Satire über Nachrichtensprecher der 1970er Jahre.

Eine Komödie über NASCAR-Rennen spukte den beiden bereits seit Jahren im Kopf herum. "Will und ich redeten viel über NASCAR, als er für "Buddy, der Weihnachtself" vor der Kamera stand", erinnert sich McKay. "Wir waren in New York, und er hatte sich eine Pause verordnet, bevor wir mit Anchorman weitermachen wollten. Wir stellten fest, wie faszinierend sich die Welt der NASCAR-Rennen entwickelt hatte. Damals waren wir noch nicht einmal allzu große NASCAR-Fans, aber als wir uns dann vor Ort an den Rennstrecken umschauten, wurden wir förmlich von dem Phänomen mitgerissen."

Es war Produzent Jimmy Miller, der sie damals einlud, in Fontana, Kalifornien, an einem NASCAR-Rennen teilzunehmen. Dort wurden sie erstmals mit den berauschenden Anblicken, Gerüchen und Sounds eines NASCAR-Events konfrontiert.

"Als wir erstmals das Aufheulen der Motoren hörten, wussten wir sofort, dass wir hier etwas hatten, woraus sich ein Film machen ließe", sagt McKay. "Die Zuschauermenge war gewaltig – fast wie eine Stadt, mit Campingwagen und Lagerfeuern außerhalb des Renngeländes. Man erzählte mir, dass das jährliche Talladega-Rennen (das UAW-Ford 500 auf dem Talladega Superspeedway) so riesig ist, dass der Speedway für die Dauer des Rennens zur zweitgrößten Stadt in Alabama wird."

Ferrell ist ein langjähriger Sportfan und studierte an der University of California für seinen Abschluss tatsächlich Sportjournalismus, bevor er sich entschied, eine Karriere als Schauspieler einzuschlagen. Obwohl ihm Stockcar-Racing bereits ein Begriff war, hatte er bis zu jenem schicksalhaften Tag in Fontana niemals selbst ein Rennen besucht.

"Ich wusste ein paar Dinge über NASCAR, einfach weil es in kurzer Zeit so rasend an Beliebtheit zugelegt hatte", so Ferrell. "Ich kannte einige der Top-Fahrer und kannte mich eigentlich ganz gut mit dem Sport aus. Aber mir war die gewaltige Intensität und Spannung nicht bewusst, bis wir begannen, uns mit der Figur des Bobby Ricky auseinanderzusetzen. Unsere Herausforderung war es, einerseits eine Komödie zu schreiben, andererseits aber auch einen Rennfahrerfilm, weil wir das Publikum ganz hautnah miterleben lassen wollten, was auch wir erlebt hatten, als diese Autos mit Tempo 300 an uns vorbeischossen."

Ferrell und McKay besuchten weiterhin in schöner Regelmäßigkeit NASCAR-Rennen und freundeten sich an mit Fahrern wie Jimmie Johnson oder Dale Earnhardt Jr, der im Film auch einen Cameo-Auftritt hat.



NASCAR (National Association for Stock Car Auto Racing) ist noch vor der "Champ-Car-Serie", die mit Monoposto-Rennautos bestritten wird, die beliebteste Rennserie und nach Football die zweitbeliebteste Sportart in den USA. Die Technik der Motoren ist seit Jahrzehnten auf einen Standard festgeschrieben: Es kommen "Small-Block"-Machinen mit einheitlich 5,7 Liter Hubraum zur Verwendung, die Ventile werden mit einer zentralen Nockenwelle über Stößelstangen gesteuert.

Das Gemisch der Frontmotoren wird nach wie vor von Vergasern aufbereitet, und die Luftzufuhr wird von Air Restrictors begrenzt, sodass die Leistung auf rund 450 PS limitiert ist. Auch die Kraftübertragung ist simpel: Die 4-Gang-Getriebe sind handgeschaltet, unsynchronisiert und leiten den Schub über Kardanwelle an die Hinterachse. Das Chassis besteht aus einem Rohrrahmen und wird mit Kunststoffkarosserien verkleidet, die sich an aktuellen Serienmodellen orientieren. Auf den schnellen Rundkursen erreichen die strömungsgünstigen Wagen trotz mäßiger Motorleistungen dank wenig Abtrieb eine Topspeed jenseits der 300 km/h.

Erfolgreichster NASCAR-Pilot war neben Richard Petty mit sieben Titeln Dale Earnhardt senior, der ebenfalls siebenmal Champion wurde und bei seinem letzten Rennen am 18. Februar 2001 in Daytona Beach, auf Platz 3 liegend, in der letzten Runde tödlich verunglückte. Platz 2 in diesem Rennen belegte - sein Sohn Dale Earnhardt junior, der in diesem Film einen Gastauftritt hat.

Das Konzept der NASCAR war Vorbild für die 2001 in Deutschland initiierte Rennsport-Serie "V8-Star", die hierzulande allerdings nur wenige Anhänger fand.



NASCAR - Die amerikanische Rennserie  


Rickys schärfster Widersacher: Jean Girard (Sacha Baron Cohen)
Rickys schärfster Widersacher: Jean Girard (Sacha Baron Cohen)
► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Ricky Bobby - König der Rennfahrer" in der Regie von Adam McKay liefen am 12.10.2006 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Lucas der Ameisenschreck - Ant Bully
Animation, USA, 2006

Eine Unbequeme Wahrheit
Dokumentation, USA, 2006

Der Wind
Drama, Argentinien, Spanien, 2005

Der Teufel trägt Prada
Tragikomödie, USA, 2006

Das kleine Arschloch und der alte Sack - Sterben ist scheiße
Animation, Deutschland, 2006

Angry Monk
Dokumentation, Schweiz, 2005

Absolute Wilson
Dokumentation, Deutschland, USA, 2006



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