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Tell - Jeder Schuss ein Treffer

Deutschland, Schweiz, 2007
Komödie, 96 Minuten, FSK: 6

Originaltitel
Tell - Eigentlich war alles ganz anders...

Kino-Start
22.11.2007

Regie
Mike Eschmann

Darsteller
Mike Müller (Wilhelm Tell), Axel Stein (Val-Tah), Christian Tramitz (Rudolf der Harras), Ellenie Salvo González (Sissy), Udo Kier (Hermann Gessler), Michael Kessler (Friedrich Schiller), Lea Hadorn (Heidi), Max Rüdlinger (Walter Fürst), Erich Vock (Konrad Baumgarten)
Tell - Jeder Schuss ein Treffer - Kinoplakat
Mit der Militärkomödie "Achtung, fertig, Charlie" schuf der schweizerische Regisseur Mike Eschmann im Jahre 2003 die bis dahin erfolgreichste Kinoproduktion aus dem Land der Eidgenossen. In "Tell - Eigentlich war alles ganz anders..." nimmt Eschmann den schweizerischen Nationalhelden aufs Korn. Als Prominenz von nördlich der Alpen sind unter anderem Axel Stein, Christian Tramitz und Udo Kier mit dabei.

Die Zentralscheiz im Jahre 1291: Auf eine Almwiese am Berg Rütli treffen sich die Adligen aus den Kantonen Uri,Schwyz und Unterwald, um sich gegenseitige Treue im Kampf gegen die aus Österreich stammenden Herrscher der Familie Habsburg zu schwören.

Derweil treibt ein österreichischer Scharlatan am Fuße des Berges sein Unwesen: Ein gewisser Wilhelm Tell (Mike Müller), der sich gerade intesiv um seine Einbürgerung bemüht, verkauft Wunderelixiere, die angeblich die ewige Jugend garantieren sollen. Seine attraktive Geschäftpartnerin Heidi (Lea Hadorn) gibt er zum Beweis der Wirksamkeit als seine Mutter aus.

Währenddessen sitzt der verhasste Reichsvogt Gessler (Udo Kier) mit seiner hübschen Tochter Sissy (Ellenie Salvo González) auf Burg Enzian, die der gerade durch seinen Adjutanten Rudolf der Harras (Christian Tramitz) zur Festung ausbauen läßt.

Am nächsten Tag soll sich das Schicksal der Schweiz entscheiden, doch für Tell beginnt der Tag höchst unerfreulich: Sein Jugendelixier hat sich als Haarwuchsmittel entpuppt, was den Zorn der weiblichen - nun bärtigen - Bewohner vom Rütli entfacht hat. Heidi ist mit Tells Erspartem geflohen, und stattdessen hat dieser jetzt Dank widriger Umstände den schulunwilligen, nordisch-stämmigen Internatsschüler Val-Tah (Axel Stein) am Hals.

Die Freiheitskämpfer vom Rütli haben inzwischen Verstärkung von einem zahlenden schwäbischen Touristen namens Friedrich Schiller (Michael Kessler) erhalten und sinnen auf eine List, wie Burg Enzian wohl einzunehmen sei.

Da kommt ihnen ein landesweit gesuchter Österreicher in Begleitung eines jungen Nordmannes gerade recht...



Film-Inhalt  


Auf Burg Enzian
Auf Burg Enzian


  Hintergrund


In diesem hohlen Burghof muss er sitzen...
In diesem hohlen Burghof muss er sitzen...

Mit der Komödie "Achtung, fertig, Charlie" schuf der Regissuer Mike Eschmann den bis dahin erfolgreichsten Schweizer Kinofilm aller Zeiten.

Die Legende um Wilhelm Tell stellt aus historischer Sicht ein deutlich schwereres Kaliber zur Verulkung dar:

"Bei der Vorbereitung zu unserem Film haben wir gemerkt, dass das Thema 'Wilhelm Tell' von den Schweizern grundsätzlich recht ernst genommen wird", sagt Eschmann. "Die meisten meiner Landleute glauben durchaus, dass Tell eine geschichtliche Figur ist. Schon bald merkten wir, dass wir mit unserer augenzwinkernden 'Wahrheit über Tell' ein Tabu verletzen. Zumindest in der Schweiz bedeutet das die Schlachtung einer heiligen Kuh..."

Und dennoch: "Tell - Eigentlich war alles ganz anders..." wurde vom schweizerischen Bundesamt für Kultur und der Zürcher Filmstiftung gefördert, darüber hinaus zudem von der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen .

Die schweizerisch-deutsche Koproduktion entstand als Gemeinschaftsprojekt von Zodiac Pictures, MMC Independent Köln, Impuls Home Entertainment und dem Schweizer Fernsehen SF.



Das Bild des Wilhelm Tell ist natürlich durch das Theaterstück Friedrich Schillers von 1804 geprägt. Tatsächlich ist eine historische Person dieses Namens nicht nachweisbar.

Wahr ist hingegen, dass um den Wechsel vom 13. zum 14. Jahrhundert die Bevölkerung in der Zentralschweiz sich zunehmend gegen die Herrschaft des Hauses Habsburg erhob. Ob es dabei zu konspirativen Treffen auf abgelegenen Almwiesen kam, läßt sich nicht beweisen, liegt aber sicher im Bereich des Möglichen. Der "Rütlischwur" (in Schillers Worten: "Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern"), zumeist auf das Jahr 1307 datiert, ist unter Historikern umstritten. Allgemein gelten die "Bundesbriefe" - datiert auf das Jahr 1291 - als Gründungsakt der Schweiz.

Die Figur des Wilhelm Tell in seiner heute bekannten Form findet sich erstmals bei Aegidius Tschudi, der sie um 1570 wohl aus mehreren damals existierenden Sagen zusammenfügte, wobei er auf ältere Chroniken zurückgriff, die sich letztendlich bis etwa 1420 zurückverfolgen lassen - mithin erstmals etwa einhundert Jahre nach den behaupteten Ereignissen ausgeschrieben wurden.

Das klassische Tell-Motiv des Apfelschusses ist allerdings weit älter: Schilderungen dieser Art sind in frühmittelalterlichen Sagen aus dem nordischen und skandinavischen Raum zu finden.

Tells Gegenspieler - der Landvogt Gessler - ist in seinen historischen Wurzln leichter aufzuklären: In der Tat stellte eine bei der Bevölkerung höchst unbeliebte Familie Gessler in der Zentralschweiz über mehrere Generationen hohe Beamte für das Haus Habsburg, darunter zwar keinen "Landvogt von Uri und Schwyz, Hermann Gessler zu Altdorf" (nach der Legende um das Jahr 1305), aber doch immerhin einen Landvogt von Uri, Heinrich Gessler zu Zürich, um das Jahr 1375.



Der wirklich wahre Tell  


Am Rütli
Am Rütli
► Cast, Crew► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Tell - Jeder Schuss ein Treffer" in der Regie von Mike Eschmann liefen am 22.11.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Seed
Horror, Kanada, 2007

Persepolis
Animation, Frankreich, USA, 2007

Meine schöne Bescherung
Komödie, Deutschland, 2007

Machtlos
Thriller, USA, Südafrika, 2007

Es war k´einmal im Märchenland
Animation, Deutschland, USA, 2007

Across the Universe
Musical, USA, 2007

4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage
Drama, Rumänien, 2007



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