Mit "The Marine" hat sich die 20th Century Fox auf eine Projekt eingelassen, das nicht weniger abenteuerlich ist, als die Story, die dem Film zugrunde liegt:
Coproduzierend stand der Fox die WWE - die "World Wresting Entertainment Inc." - zur Seite, eine Firma, die Wrestling-, Damen- und Schlammringkämpfe für das amerikanische Fernsehen vermarktet.
So steht mit John Cena in der männlichen Hauptrolle auch nicht etwa ein gelernter Schauspieler, sondern ein Show-Ringkämpfer vor der Kamera. Damit liegt die Last des Schauspielerischen auf den schmalen Schultern von Kelly Carlson, die sich gelegentlich nicht nur einigermaßen freizügig in Zeitschriften wie "Maxime" oder "Stuff" räkeln darf, sondern immerhin darauf verweisen kann, in 38 Folgen der TV-Serie "Nip/Tuck" die Rolle der Vorzeige-Schönen Kimber Henry gespielt zu haben. Mit Robert Patrick (zwei Staffeln "X-Files" als Special Agent John Jay Doggett) enstammt ein weiterer Hauptdarsteller der oberen Hälfte der B-Liga amerikanischer Seriendarsteller.
Hinter der Kamera werkelte derweil mit John Bonito ein erfahrener Regisseur für Werbespots. Einen Kinofilm hatte er bisher ebenso wenig abgedreht wie die Mehrheit der Produzenten.
Inhalt und Besetzung machen "The Marine" zu einem B-Action-Streifen im Retro-Stil der Van-Damme-, Seagal- oder Hulk-Hogan-Massenware der 1980er und 90er Jahre: Viel Krach und Pulverdampf, Waschbrettbäuche, Oberweiten und eine austauschbare Story, die mangels jedweder Logik ohnehin völlig zweitrangig ist und nur als leidlich roter Faden für die Verbindung der Stunt- und Special-Effekt-Szenen dient.
Muss das Ergebnis deswegen zwingend ein schlechter Film sein? Durchaus nicht. Der Zuschauer sollte nur eben nicht mit dem Anspruch auf Anspruch den Film betrachten.
In den USA, wo der Anlauftermin auf Rücksicht auf andere action-lastige Filme viermal verschoben wurde, konnte "The Marine" allerdings nur rund 10 Millionen Dollar der auf das Doppelte geschätzten Produktionskosten einspielen. Damit wird die Produktion unter Berücksichtigung der DVD- und TV-Vermarktung zwar eine schwarze Null schreiben, Lust auf Mehr wird es der Fox aber kaum machen.