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Die Queen

England, Frankreich, Italien, 2006
Drama, 97 Minuten

Originaltitel
The Queen

Kino-Start
11.01.2007

Regie
Stephen Frears

Darsteller
Helen Mirren (Die Queen), James Cromwell (Prinz Phillip), Alex Jennings (Prinz Charles), Roger Allam (Robin Janvrin), Sylvia Syms (Queen Mum), Tim McMullan (Stephen Lamport), Robin Soans (Equerry), Lola Peploe (Janvrins Sekretärin), Douglas Reith (Lord Airlie), Joyce Henderson (Dienstmädchen auf Balmoral), Pat Laffan (Haushofmeister), Amanda Hadingue (Kammerzofe Queen), John McGlynn (Haushofmeister Balmoral), Gray O’Brien (Kammerdiener Charles), Dolina Maclennan (Telefonistin Balmoral), Jake Taylor Shantos (Prinz William), Dash Barber (Prinz Harry), Michael Sheen (Tony Blair), Helen McCrory (Cherie Blair), Mark Bazeley (Alistair Campbell), Kananu Kirimi (Blairs Assistentin), Susan Hitch (Blairs Sekretärin), Julian Firth (Blairs Helfer), Harry Alexander Coath (Euan Blair), Earl Cameron (Porträtmaler), Elliot Levey (Fernsehregisseur), Anthony Debaeck (Katholischer Geistlicher), Emmy Lou Harries (Kleines Mädchen), Laurence Burg (Prinzessin Diana), Michel Gay (Dodi Fayed), Wolfgang Pissors (Deutscher Reporter), Malou Beauvoir (US-Reporter), Paul Barrett (Französischer Bodyguard), Xavier Castano (Französischer Reporter)
Die Queen - Kinoplakat
Im Allgemeinen genießt die Queen bei ihren Untertanen große Sympathie. Doch im Jahr 1997 erschütterte ein Unglück dieses Verhältnis und führte das Vereinigte Königreich an den Rand einer Staatskrise. Stephen Frears, der ein Jahr zuvor Judi Dench als Mrs. Henderson zu einer Nominierung beim Oscar und Golden Globe verhalf, schickt sich mit dieser vergnüglichen Verfilmung der Ereignisse an, mit Helen Mirren als einer weiteren Großen Dame des britischen Kinos an diesen Erfolg anzuknüpfen.

Der erste September 1997 ist für die Welt ein Schock: Lady Diana Spencer (Laurence Burg) ist bei einem Autounfall auf der Périphérique in Paris tödlich verunglückt. Während die Öffentlichkeit in tiefe Trauer und Bestürzung verfällt, sind die Reaktionen aus dem königlichen Palast zurückhaltend. Vor dessen Toren legen Fans unzählige Blumen ab, doch das Gebäude scheint verwaist. Die Windsors haben sich auf ihren Landsitz im schottischen Balmoral zurückgezogen, verborgen vor den neugierigen Reportern, den Kameras und somit vor den Augen der Welt.

Ihre königliche Majestät Elisabeth die Zweite (Helen Mirren) trauert lieber still und heimlich - wenn überhaupt, denn nach der Scheidung von Prince Charles (Alex Jennings) und Lady Di gehörte diese nicht mehr zur Royal Family und fiel damit quasi aus protokollarischen Trauerzeremonien des britischen Hofes heraus. Schließlich möchte auch die Familie der Princess of Wales beim Begräbnis unter sich sein.

Doch der Druck der Öffentlichkeit zeigt Wirkung: Premierminister Tony Blair (Michael Sheen), erst kurz zuvor als Sieger der Labours bei den Wahlen hervorgegangen, will die Sympathien seiner Bürger für die Prinzessin der Herzen nutzen. In einer eilig zusammenberufenen Pressekonferenz zeigt er Emotionen und setzt sich für ein Staatsbegräbnis ein. Auch sein Regierungssprecher Alistair Campbell (Mark Bazeley) will die Popularität der Verstorbenen in politisches Kapital ummünzen.

Auch Prinz Charles (Alex Jennings), der inzwischen die sterblichen Überreste seiner Exfrau aus Frankreich begleitet hatte, setzt sich entgegen dem Willen seiner Mutter für eine öffentliche Trauerfeier ein. Der Widerstand der Queen und ihres Mannes Prinz Phillip (James Cromwell) ruft eskalierende Anfeindungen ihrer Untertanen hervor, etwa als es um Blairs Vorschlag geht, entgegen des Protokolls auch bei Abwesenheit der Königin den Union Jack über dem Buckingham Palace auf Halbmast wehen zu lassen.

Während sich die Presse regelrecht auf das Königshaus einschießt und die Queen ernsthaft an ihrem Volk zu zweifeln beginnt, erhält sie unerwartet Schützenhilfe vom Regierungschef. Der erkennt, dass die ganze Angelegenheit so viel Brisanz hat, um die Nation zu entzweien und schlägt dem Staatsoberhaupt einen Plan vor, wie der Fall für alle seiten befriedigend zu bereinigen wäre...



Film-Inhalt  


Prinz Philip (James Cromwell) und die Queen (Helen Mirren) erfahren von Privatsekretär Robin Janvrin (Roger Allam) die traurige Nachricht
Prinz Philip (James Cromwell) und die Queen (Helen Mirren) erfahren von Privatsekretär Robin Janvrin (Roger Allam) die traurige Nachricht


  Film-Kritik


Heimlich kann die Queen doch eine Träne verdrücken
Heimlich kann die Queen doch eine Träne verdrücken

Eine Komödie über eine Staatskrise zu drehen, die durch den Tod einer Familienangehörigen der Königin ausgelöst wird - ein solches Unterfangen ohne Peinlichkeit zu leisten, das kann wohl nur einem britischen Filmteam gelingen. Dabei werden die tragischen Elemente meisterhaft durch einen satirischen Unterton aufgelockert. Wie die Gegensätze zwischen Tradition und Moderne, die Konflikte zwischen Königshaus und Regierung und die Zwänge der Öffentlichkeit und der Medien aufbereitet werden, wird mit angemessener Dramatik aufbereitet und doch immer wieder mit trockenem, bisweilen makabrem Humor unterwandert.

Den größten Anteil am Gelingen hat Helen Mirren, die ihre enorme Wandlungsfähigkeit und ihre vollkommene Beherrschung der hohen Schauspielkunst hier wieder eindrucksvoll demonstriert. Dabei wird die Hauptfigur keineswegs der Lächerlichkeit preisgegeben, sondern vielmehr verständnisvoll in ihrer inneren Zerrissenheit gezeigt. Daneben glänzt das übrige Ensemble, das sich wunderbar in die der Realität entlehnten, mit liebenswerten Schrullen ausgestatteten Figuren fügt.

Die Duelle zwischen der würdigen Queen und dem daneben fast wie ein Pennäler wirkender, doch zunehmend listiger werdender Premierminister bereiten pures Vergnügen. Michael Sheen hatte bereit im TV-Tilm "The Deal" zuvor Tony Blair gespielt und verkörpert hier den juvenilen Staatschef sowohl optisch wie auch mimisch brillant.



Außer Mutter Teresa hatte wohl keine andere Frau durch ihr wohltätiges Wirken weltweit so viele Sympathisanten wie Diana Frances Mountbatten-Windsor, die geschiedene Frau von Prinz Charles von England und Mutter des mutmaßlichen Thronfolgers William und dessen Bruder Harry. Sie hatte sich zu Lebzeiten für eine Vielzahl gemeinnütziger Projekte eingesetzt. Am 1. Juli 1961 in Sandringham im Norden Norfolks geboren, wuchs sie, nachdem sich ihre Eltern scheiden ließen, beim Vater auf und ging mit sechzehn an eine Privatschule im schweizerischen Kanton Waadt. Danach arbeitete sie als Kindergärtnerin in London.

Prinz Charles lernte sie 1977 bei einem Jagdausfug kennen, den sie vier Jahre später heiratete. Bereits die Hochzeit erregte viel Aufmerksamkeit beim Publikum, und in den folgenden Jahren wurde die hübsche und verbindliche Frau zum Liebling der Gazetten. Deren Leser nahmen regen Anteil an der Geburt ihrer Söhne William 1982 und Harry 1984, ebenso wie an der beginnenden Krise des Paares.

Am 9. Dezember 1992 wurde die Trennung offiziell bekanntgegeben, und die Scheidung am 28. August 1996 ausgesprochen. Ein Jahr später verunglückte Lady Di in einem S-Klasse-Mercedes tödlich. Der Wagen war auf der Flucht vor Paparazzi mit weit überhöhtem Tempo gegen einen Tunneleingang auf der Peripherique, dem Autobahnring um Paris, eingeschlagen. Auch der Fahrer Henri Paul und Dianas Liebhaber Emad Al-Fayed, genannt Dodi, fanden den Tod; dessen Leibwächter Trevor Rees-Jones überlebte Dank Sicherheitgurt.

Der Vorfall führte zu mannigfaltigen Spekulationen, die durch Vorwürfe aus Dianas Familie noch angeheizt wurden. So hatte Mohamed Al-Fayed, der Vater von Dianas Lebensgefährten, von einem Mordkomplott gesprochen, in den britische, französische und amerikanische Geheimdienster verwickelt gewesen sein sollen. Der 2006 veröffentlichte offizielle Abschlussbericht bestätigt diese Gerüchte jedoch nicht, sondern führt den Unfall auf den Alkohol- und Tablettenkonsum des Fahrers zurück.



Hintergrund  


Prinz Charles (Alex Jennings) und seine Söhne William (Jake Taylor Shantos) und Harry (Dash Barber)
Prinz Charles (Alex Jennings) und seine Söhne William (Jake Taylor Shantos) und Harry (Dash Barber)

► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Die Queen" in der Regie von Stephen Frears liefen am 11.01.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Mein Führer
Komödie, Deutschland, 2007

Last Days
Drama, USA, 2005

Lady Vengeance
Mysterythriller, Südkorea, 2005

Der Fluch der Betsy Bell
Thriller, USA, 2005

Brinkmanns Zorn
Dokumentation, Deutschland, 2006

Anplagghed
Komödie, Italien, 2006



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