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Trade - Willkommen in Amerika

USA, 2007
Drama, 119 Minuten

Originaltitel
Trade

Kino-Start
18.10.2007

Regie
Marco Kreuzpaintner

Darsteller
Kevin Kline (Ray), Alicja Bachleda-Curus (Veronica), Paulina Gaitan (Adriana), Kathleen Gati (Irina Silayev), Pavel Lychnikoff (Vadim Youchenko), Anthony Crivello (Detective Henderson), Linda Emond (Patty Sheridan), Zack Ward (Alex Green)
Trade - Willkommen in Amerika - Kinoplakat
Jedes Jahr werden unzählige Mädchen und junge Frauen über Landesgrenzen hinweg verschleppt und zur Prostitution gezwungen. Basierend auf einer nicht unumstrittenen Reportage des New York Times Magazine hat sich der Regisseur Roland Emmerich mit "Trade - Willkommen in Amerika" als Produzent dieses Themas angenommen, der Rosenheimer Marco Kreuzpaintner liefert damit sein Regiedebüt in Hollywood ab.

Als das mexikanische Mädchen Adriana (Paulina Gaitan) zu ihrem 13. Geburtstag ein Fahrrad geschenkt bekommt, ist sie glücklich. Doch schon am nächsten Tag wird sie von russischstämmigen Menschenhändlern von ihrem Rad gerissen und verschleppt.

Zusammen mit einem kleinen Jungen aus Thailand (Leland Pascual) versucht die Polin Veronica (Alicja Bachleda) mit Adriana aus Mexiko über die Grenze in die USA zu gelangen, wo die Kinder an Zuhälter "versteigert" werden sollen.

Zwar werden die drei an der Grenze von der US-Polizei aufgegeriffen und zurück nach Mexiko geschickt, doch wenige Tage später schon gelingt der Grenzübertritt dank der Hilfe eines korrupten mexikanischen Zöllners.

Derweil hat sich Adrianas älterer Bruder, der 17-jährige Jorge (Cesar Ramos) auf die Suche nach seiner Schwester gemacht und ist selbst illegal in die USA eingereist.

Dort trifft er auf den Ermittler Ray (Kevin Kline), dem Jorge, der sich in seiner Heimat selbst mit Kriminalität über Wasser gehalten hatte, zunächst zutiefst misstraut. Doch die beiden werden langsam zu Freunden und können die Spur der Verschleppten bis nach New Jersey verfolgen. Dort sollen sie im Internet "zum Kauf" angeboten werden.

Ray wendet sich an seine Kollegen von der örtlichen Kriminalpolizei, die aber weigern sich, die beiden Kinder aus der Hand der Entführer zu befreien, weil sie zunächst die Hintermänner bei der Russen-Mafia ermitteln wollen. Und so fassen Ray und Jorge einen kühnen Plan: Jorge soll - von Ray mit Geld augestattet - selbst als Bieter auf der Versteigerung auftreten und seine Schwester freikaufen...



Film-Inhalt  


Hoffen auf den Bruder: Adriana (Paulina Gaitan)
Hoffen auf den Bruder: Adriana (Paulina Gaitan)


  Film-Kritik


Verschleppt und verkauft
Verschleppt und verkauft

In den USA übernahm die UNO die Schirmherrschaft über die landesweite Premiere am 17. September 2007, und in Deutschland wurde "Trade" schon vor seinem Kinostart mit dem Berhard-Wicki-Fimpreis und - im Rahmen der Verleihung des Hesssischen Filmpreises - mit dem "Cinema for Peace Special Award" ausgezeichnet. Auch viele Hilfsorganisationen - so z.B. Amnesty International, UNICEF, Terre Des Hommes - unterstützen den Film.

Sicher nicht nur aufgrund der zwiespältigen Aufnahme und der polarisierten Diskussionen über die zugrundeliegende Reportage im Vorfeld des US-Kinostarts war den meisten Verantwortlichen das Eisen wohl zu heiß: Der Film lief nur "limited" in neunzig - von über viertausend - Kinos in den USA. Doch auch in diesen Theatern war der Andrang nicht überschäumend, so kamen am Startwochenende lediglich 120.00 US-$ herein - gerade mal ein Prozent der geschätzten 12 Millionen Dollar Produktionskosten.

"Trade - Willkommen in Amerika" wurde von der Filmbewertungsstelle mit dem Prädikat "Besonders wertvoll" ausgezeichnet.



"Trade" beruht auf dem Essay "The Girls Next Door" von Peter Landesman, das als Titelgeschichte des New York Times Magazine am 24. Janaur 2004 erschien.

Die Reportage wurde vom Overseas Press Club als "Best Foreign Reporting on Human Rights" 2004 ausgezeichnet.

"Alles fing damit an, dass meine Frau im Fernsehen einen Beitrag der lokalen Nachrichtensendung über mexikanische Mädchen gesehen hatte, die gefasst wurden, als sie sich im Dickicht außerhalb von San Diego prostituierten", erinnert sich Landesman. "Als ich hinfuhr, um darüber zu recherchieren, kam es mir gleich so vor, als ob in der Nachrichtensendung etwas gefehlt hätte – etwas Verborgenes, Falsches, Unausgesprochenes."

Aber Landesman musste sich von konkurrierenden Blättern und Bloggern auch vorwerfen lassen, die von ihm genannte Zahl von "zehntausenden" von Sexsklaven in den USA sei nicht belegt. Landesman wehrte sich dagegen mit der Androhung juristischer Schritte.

Der durch Filme wie "Stargate", "Independece Day" und "Der Patriot" bekannt gewordene Regisseur Roland Emmerich kaufte die Filmrechte schon wenige Tage nach Veröffentlichung der Story. Die Kritik an dem von ihm produziertem Film weist er zurück:

"Das war eine so bedeutende Geschichte für mich, dass ich dazu entschlossen war, diesem 'kleinen' Projekt bei der Geburt zu helfen", bemerkt Emmerich. "Es mag vielleicht, was das Budget angeht, klein sein, aber es ist so enorm in Hinsicht auf seinen emotionalen Kern. Und das ist es, was für mich einen Film wirklich 'groß' macht."



Hintergrund  


Über die Grenze
Über die Grenze

  Marco Kreuzpaintner über das Thema


Roland Emmerich hat mich nach meinem letzten Spielfilm "Sommersturm" eingeladen, nach Hollywood zu kommen und hat mir so einen Stapel Drehbücher vorgesetzt und hat gesagt: 'Schau mal da durch, vielleicht ist was dabei für Dich!' Und dann gabs ein Buch, das hieß damals eben noch 'The Girls Next Door', aus dem dann 'Trade' geworden ist. Ich war auf halber Strecke durch das Buch durch, als Roland reinkam und sagte: 'Und, wie findest Du's bis jetzt?' Und dann hab ich gesagt: 'Es ist unglaublich!'

Ich war von vornherein schon sehr lateinamerikaaffin und südamerikaaffin. Aber dann diese unglaubliche Tatsache, dass hier eine Geschichte erzählt wird über junge Menschen, die versteigert werden übers Internet, die in ein anderes Land transportiert werden, um dort als Sexsklaven verkauft zu werden. Das war für mich so ungeheuerlich und so unerhört, dass ich das Gefühl hatte, darüber einen Film zu machen, würde mich auf alle Fälle interessieren. Ich wollte dort auch eine Aufmerksamkeit schaffen für ein Thema, das, glaube ich, vielen Menschen so in der Tragweite nicht bewusst ist.

Wir sprechen hier von einer Million Menschen weltweit, die pro Jahr über Grenzen verschleppt werden - gegen ihren Willen. Wir sprechen von fünfzigtausend Menschen, die jedes Jahr von Mexiko in die Vereinigten Staaten transportiert werden - gegen ihren Willen. Die dort in Sexsklaverei enden, aber auch als Sklaven, moderne Arbeitssklaven - man möchte nicht glauben, dass es sowas eigentlich im 21. Jahrhundert noch gibt!



► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "Trade - Willkommen in Amerika" in der Regie von Marco Kreuzpaintner liefen am 18.10.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Vivere
Liebesdrama, Deutschland, 2007

The Messengers
Science fiction, USA, 2007

Postal
Action-Komödie, Deutschland, USA, Kanada, 2007

Jagdhunde
Romantik-Drama, Deutschland, 2007

Invasion
Science-Fiction-Drama, USA, 2007

Import Export
Tragikomödie, Österreich, Slowakei, Ukraine, 2006

Gefahr und Begierde
Thriller-Drama, USA, China, 2007

Enttarnt - Verrat auf höchster Ebene
Thriller, USA, 2007

Die drei Räuber
Zeichentrick, Deutschland, 2007

Der Sternwanderer
Fantasy-Abenteuer, England, USA, 2007

Der eisige Tod
Horror-Thriller, USA, 2007

Ebenfalls im Kino 




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